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RAD im Pott Frühjahr 2009 Duisburg

Planungen gefährden und behindern Radverkehr

Umgestaltung Marientorplatz

Einer der unübersichtlichsten Verkehrsknoten in Duisburg ist der Marientor platz, der Punkt an dem u.a. mit dem Autobahnzubringer, der Steinschen Gasse, der Plessing-, Heer-, Vulkan- und Marientorstraße insgesamt zehn Stra ßen zusammentreffen. Neben dem ebenerdigen Gewirr an Fahrbahnen und Abbiegespuren gibt es heute auch noch die Hochstraße, die vor etwa 40 Jahren als Provisorium errichtet wurde.

Genau diese Hochstraße ist Anlass für eine erneute Überplanung. Alle bisherigen Anläufe, die hässliche Hochstraßerückzubauen, um das Theater am Marientor näher an die Stadt anzubinden, sind an den Kosten gescheitert. Jetzt steht aber in Kürze eine Vollsanierung der Behelfsbrücke an. Bereits 2006 hat eine Untersuchung einen "ungenügenden Bauwerkszustand" ergeben. Ge schätzte Kosten: 2,7 Mio. plus Honorar.

Das alternative Projekt soll incl. Abriss der Hochstraße 3,8 Mio. kosten. So plant man seitens der Stadt nun den Abriss der Hochstraße und einen großen und einen kleineren Kreisverkehr. Der kleine Kreisel verknüpft die Vulkan- und die Werftstraße, der große alle Einmündungen von der A 40 ­ Abfahrt bis zur Heerstraße. Er soll durchgängig zweispurig werden. Es werden nicht mehr alle heutigen Fahrbeziehungen möglich sein. Das Verkehrsaufkom men auf der Marientorstraße wird sich nach den bisherigen Planungen mehr als verdreifachen. Das besondere an der Planung ist, dass sie komplett ohne Ampeln auskommen will.

Durch den Rückbau der Hochstraße und die aus Gründen der Verkehrssicherheit und Übersichtlichkeit meist nur einspurig geplanten Zufahrten in die Kreisverkehrsplätze wird sich die Leis tungskapazität des Verkehrsknotens reduzieren. Dies ist bewusst so angelegt und soll heutige Verkehre verdrängen. Der Verkehr von der Autobahn in die Innenstadt oder zum Hauptbahnhof soll eher über das Kreuz Duisburg und die A 59 erfolgen. Außerdem glauben die Planer, dass durch die unattraktivere Straßenanbindung mehr Leute mit dem Ziel Innenstadt auf Busse und die U-Bahn ausweichen. Ob dies so eintreffen wird ist bei den schlechten ÖPNV-Verbindungen in der Stadt allerdings fraglich.

Aus städtebaulicher Sicht sind diese Planungen erst einmal zu begrüßen. Auch die Pläne, den Autoverkehr in der Innenstadt zu verdrängen, begrüßt der ADFC. Bedenken gibt es aber, was die zukünftigen Verbindungen für Radfahrer und Fußgänger betrifft. In der städ tischen Drucksache heißt es lediglich: "Für den nichtmotorisierten Verkehr ergeben sich zugunsten der Leistungsfä higkeit, der Geometrie des Kreises und der Verkehrssicherheit, durch die Anlage des "großen" Kreisverkehrsplatzes Veränderungen für die vorhandenen Fuß- und Radwegebeziehungen." Außer einigen unattraktiven Gehwegver bindungen und der Querung eines Zweirichtungsradwegs über Plessing- und Heerstraße sagt die bisherige Planung nichts dazu. Und wie diese Querungen ohne Lichtsignalanlage funktionieren sollen, steht in den Sternen. Wie immer bei solchen Planungen fällt der Rad verkehr erst einmal hinten runter. Erst wenn der Auto- und Schwerlastverkehr relativ störungsfrei rollt, wird drumherum noch ein bischen für Radfahrer und Fußgänger geplant, je nach dem, was die Restflächen noch hergeben. Der Stadtrat entscheidet am 9. März: "Die Planung zur Umgestaltung des Knoten punktes Marientorplatz soll weiter verfolgt werden. Mögliche Impulse und Auswirkungen auf das Umfeld werden im Rahmen dieser Entwurfsplanung detailliert untersucht. Insbesondere sind die Belange des nichtmotorisierten Verkehrs zu betrachten und bei Bedarf zu optimieren." Bleibt zu hoffen, dass vor allem der letzte Satz bei den weiteren Planungen auf offene Ohren stößt.

HF


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Frühjahr 2009.
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