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| RAD im Pott Sommer 2008 | Im Pott |
In diesem Frühjahr ist sie nun endlich neu erschienen. Beidseitig be druckt deckt sie auf der Vorderseite das Gebiet zwischen den Städten Moers und Gelsenkirchen bzw. Hünxe und Velbert, auf der Rückseite den Bereich zwischen Gelsenkirchen und Holzwickede bzw. Waltrop und Ge velsberg ab - ein insgesamt sehr großes Gebiet. Wie beim RVR üblich ist die Karte im Maßstab 1:40.000 gehalten.
Nach wie vor Lob gewähren muss man der Kartengrundlage, die auf dem sehr übersichtlichen "Stadtplanwerk Ruhrgebiet" basiert. Dort sind immerhin auch die Hauptverkehrsstraßen namentlich gekennzeichnet. Allerdings erschwert die blasse Farbgebung vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen die Lesbarkeit. Dafür treten die Radrouten umso stärker hervor.
Bei der Auswahl der Routen hat man sich vornehmlich an das "Radver kehrsnetz NRW" gehalten. Dieses ist zwar inzwischen komplett aus geschildert, führt jedoch gerade im Ruhrgebiet immer wieder an Hauptverkehrsstraßen entlang. Es ist überhaupt das größte Manko dieser Karte, dass man nicht aufzeigt, an welchen Straßen es Radverkehrsanlagen gibt. Und so wird man mitunter auf Routen geleitet, die man als Radler eigentlich nicht fahren möchte. Das gilt in be grenztem Maße auch für die touristischen Radrouten, von denen immerhin 16 in der Karte enthalten sind. Zusätzlich hat man die in einigen Städten existierenden örtlichen Radrouten sowie einige Verbindungswege mit in die Karte aufgenommen. Dagegen fehlen etliche Routen auf ruhi gen Nebenstrecken, die für Radler interessante Verbindungen darstellen. Offenbar ist man kaum vor Ort die Routen probegeradelt, sondern hat sich nur an die offiziell zur Verfügung stehenden Un terlagen gehalten. Das ist auch der Hauptunterschied zu den ADFC-Regionalkarten, in welche die Ortskenntnisse der ADFC-Praktiker eingeflossen sind. Immerhin gibt es Steigungspfeile, die aufzeigen, wo es auf- bzw. abwärts geht.
Rundweg positiv ist das 140 Seiten umfassende Begleitbuch zur Karte mit detaillierten Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Freizeitan geboten mit Öffnungszeiten sowie Kontaktadressen. Nahezu ein Muss ist heute auch die Abbildung eines GPS-kompatiblen Koordinatennetzes. Hier ist man sogar noch einen Schritt weiter gegangen und hat der Karte einen "GPS-Kartometer" für die digitale Routenplanung beigelegt. Karte und Begleitheft sind wetterfest in einer Folientasche verpackt und kosten 10,- EUR.
Diese Lücke soll der jetzt vorgestellte Radwanderführer schließen, wobei er die Aufgabe sehr ordentlich erledigt. Wer sich in das etwas unübersichtlich wirkende Konzept des Buches eingearbeitet hat, kommt mit den Streckenbeschreibungen und den darin eingearbeiteten Informationen über alles Sehenswerte gut klar. Dabei beschränkt man sich nicht nur auf das direkt am Wegesrand Befindliche, sondern führt auch die etwas abseits liegenden Sehenswürdigkeiten mitsamt einer dorthin führenden Wegbeschreibung auf.
Das erklärt auch die recht kurzen Etappen; so man hat die insgesamt ca. 220 km lange Strecke in 12 Abschnitte aufgeteilt. Zählt man allerdings die ganzen zusätzlichen Exkurse hinzu, kommt man auf eine erheblich höhere Kilometerzahl. Die beigefügten Karten sind trotz des Maßstabs 1:75.000 noch ganz gut lesbar. Gut ist die Spiralheftung des Buches, welche es ermöglicht, die gerade benötigte Seite immer aufge schlagen zu lassen. Der im Buchhandel erhältliche Radwanderführer kostet 14,95 EUR.
Jörg Brinkmann
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