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RAD im Pott Herbst 2008 Duisburg

Der Umbau der Düsseldorfer Straße bringt wenig für den Radverkehr

Schöner Parken

Die Innenstadt soll lebenswerter und besser erreichbar für den Radverkehr werden. Auf der Düsseldorfer Str. werden in zwei Bauabschnitten prächtige Alleebäume gepflanzt und das Parken neu geordnet. Der nun geplante zweite Bauabschnitt soll über 250 000 Euro kosten. Davon muss die Stadt über 110 000 Euro aus eigener Tasche bezahlen. Viel Geld angesichts knapper Kassen.

Sicher, die neuen Bäume tun dem Stadtbild gut und helfen die Luft zu verbessern. Auch die geplanten Querungshilfen für Fußgänger sind zu begrüßen. Aber es soll weiter schnell gefahren werden. Tempo 50 vor dem Lehmbruck-Museum im Kantpark und der Schule. Das verwundert, denn der von Politik und Verwaltung so vehement begrüßte Masterplan Innenstadt will gerade in diesem Bereich die Aufenthaltsqualität stärken und den Autoverkehr verlangsamen.

Wie sieht die Lösung für den umweltfreundlichen und leisen Radverkehr aus? Die Pläne verraten wenig Gutes, denn das Hauptproblem, dass der Radverkehr aus der Innenstadt Richtung Süden sich die viel zu schmale Fahrbahn mit Autos und Bussen teilen muss, soll nicht angepackt werden. In der Mitte der breiten Straße sollen Parkplätze erhalten bleiben.

Ein Vollumbau sei zu teuer. "Aber die Bäume werden so gepflanzt, dass er später möglich ist", meinte ein hochrangiger Stadtverwaltungsvertreter. Dann würde auch eine Radverkehrsanlage realisiert, machte er in Optimismus. Wann dieser Vollumbau kommt, wollte der ADFC wissen. Das sei zeitlich unbestimmt und werde sicher noch zehn Jahre dauern.

Dieser uneingelöste Wechsel auf die Zukunft ist wenig tröstlich, denn die Düsseldorfer Straße ist eine wichtige Ausfallstraße in die südlichen Stadtteile und für den Radverkehr ohne echte Alternative. Direkt an der Kremerstraße hat die Stadt bereits die Grundstücke für den "Grünen Ring" erworben. Er soll die Innenstadt mit Hochfeld und der Wedau verbinden. Ein mustergültiges Projekt der Grünvernetzung von größter Bedeutung

für Radfahrer, Jogger und Spaziergänger. Wird der Verwaltungsvorschlag Realität, würde ein Lückenschluss auf viele Jahre unmöglich. Ein eklatanter Widerspruch zum Masterplan Foster, zum Luftreinhalteplan und zur Förderung des Radverkehrs.

Dabei ließe sich die Situation auch ohne viel Geld deutlich verbessern: Einfach auf dem Teil zwischen Friedrich-Wilhelm-Straße und Kremerstraße Tempo 30 anordnen. Dann gleichen sich die Ge­ schwindigkeiten zwischen Auto und Radlern an. Die Risiken zwischen ausparkenden Autos und schnell fahrendem Verkehr würden verkleinert, ebenso wie die Gefährdung der zahlreich querenden Fußgänger zwischen Dellplatz und Kantpark. Die Lärm- und Abgasemissionen würden sinken und so ein Betrag zur Umsetzung des Luftreinhalteplans geleistet. Ein Segen für die Hotels und die Anwohner. Die Sicherheit vor der Schule würde deutlich erhöht. Auch Busse würden beschleunigt, da durch den Wegfall der Ampel an der Kreuzung Realschulstraße ein erheblicher Zeitgewinn realisiert würde. Argumente, die aus fachlicher Sicht nicht einmal von den Verkehrsexperten der Verwaltung bestritten werden.

Wenn dann an der Kreuzung Kremerstraße eine Fahrradschleuse die Radler sicher an den haltenden Autos vorbei bis an die Ampel führen würde, bekäme die leicht modifizierte Planung auch den Segen des ADFC. Und der teure "Vollumbau" könnte zu den Akten gelegt werden.

Gerade mal 600 Meter "Tempo 30", von dem Anwohner, Schüler, Fußgänger, Radler, Autofahrer und Busse profitieren würden. Also liebe Stadt, worauf wartest du noch? DD

Nachtrag: Auf der Sitzung des Verkehrsausschusses am 20.11. hat dieser einem Tempolimit für den Abschnitt der Düsseldorfer Straße zugestimmt.


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Herbst 2008.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de