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RAD im Pott Herbst 2008 Duisburg

Radtour mit Politik und Verwaltung

Rheinhausen per Rad "erfahren"

Am Freitag, dem 29.08. ließen sich ein Dutzend Rheinhauser Bezirksvertreter (fast) aller Fraktionen und Gruppierungen sowie die Bezirksamtsleitung ihren Stadtbezirk einmal aus einer anderen Perspektive zeigen. Der ADFC hatte zu einer ca. 15 km langen Rundfahrt per Rad geladen. Ziel war es, der örtlichen Politik und Verwaltung darzulegen, wo es aus Radfahrersicht Mängel im Rheinhauser Straßenund Wegenetz gibt. Aber auch viele gute Radverkehrslösungen meist aus den letzten Jahren sollten vorgeführt werden. Dazu wollte der ADFC aufzeigen, dass es auch im Stadtgebiet Rheinhausen abseits der Hauptverkehrsströme Spaß macht, Rad zu fahren.

Los ging es am Bezirksrathaus und schon an der Kreuzung der Friedrich-Ebert- mit der Schwarzenberger Straße gab es den ersten Knackpunkt. Fährt man hier vorschriftsmäßig über die Parallelfahrbahn, fehlt hier seit Ewigkeiten eine Bordsteinabsenkung. Nur wenig später verstanden viele Bezirksvertreter die richtige Verhaltensweise für Radfahrer beim indirekten Linksabbiegen mit Zusatzampeln nicht.

Als angenehm wurde dann aber das Fahren auf den neuen Angebotsstreifen entlang des Flutwegs empfunden. Nach anfänglichen Beschwerden seitens der Schulen und einiger Eltern scheint die Erfahrung aber dem Beschluss der Bezirksvertretung, hier eine neue Lösung für den Radverkehr umzusetzen, Recht zu geben. Bei der anschließenden Passage durch den Volkspark wurde sowohl von Seiten des ADFC wie auch von den Bezirksvertretern der teilweise recht grobe Schotter auf den Wegen kritisiert. Das bringt nicht nur für Radfahrer, sondern auch für Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen Probleme mit sich. Bei der Tour wurden auch die für Radler in Gegenrichtung geöffneten Einbahnstraßen in Hochemmerich durchfahren, natürlich entgegen der normalen Fahrtrichtung. Einige Politiker, die der Lösung eher skeptisch gegenüberstanden, konnten sich davon überzeugen, dass das selbst bei einer zwanzigköpfigen Radlergruppe völlig problem- und gefahrlos möglich ist.

Im Bereich der Osttangente kritisierte der ADFC wie schon vor einigen Wochen bei der Radtour mit dem Oberbürgermeister die Radverkehrsführung am neuen Kreisverkehr und vor allem die Wegeführung des touristischen "Erlebnisweg Rheinschiene", der durch die Osttangente völlig vom Rhein abgeschnitten worden ist. ADFC-Verkehrsreferent Dieter Depnering machte aber sogleich kreative Vorschläge, wie mit relativ geringen Mitteln hier noch nachträglich eine gute Lösung herbeizuführen wäre. Die Bezirksvertreter räumten ein, dass hier bei der Planung in erster Linie an den Schwerlastverkehr gedacht worden ist.

Weitere Kritikpunke auf der Tour waren die unzureichenden Radabstellanlagen an Schulen, öffentlichen Einrichtungen und auch am Freibad Kruppsee. An einem guten Ständer kann ein Rad nicht umfallen oder die Felge des Vorderrades verbiegen. Ebenso muss man Laufräder und Rahmen anschließen können. Rheinhauser Bezirksvertreter hatten selbst erst kürzlich die Abstellanlagen an Supermärkten und Discountern in Rheinhausen untersucht und meist bemängelt. Auch der neue Kreuzungsbereich der Rheingoldstraße mit der L 473n wurde wegen der weit verschwenkten neuen Bordsteinradwege und der gleichzeitigen Zerstörung des ältesten Duisburger Radfahrstreifens bemängelt. Angeblich eine 15 Jahre alte Planung, für deren Aktualisierung in der Verwaltung niemand Zeit gehabt hätte.

Weitgehend verkehrsfrei durch Grünzüge erreichte die Gruppe dann mit halbstündiger Verspätung wieder das Bezirksrathaus, wo noch über eine Stunde über das Erlebte und Gesehene gesprochen wurde. Einig waren sich alle Teilnehmer aus Politik, Verwaltung und ADFC, dass man solche Touren künftig jährlich wiederholen sollte, um ein besseres Verständnis für die Probleme des Radverkehrs zu vermitteln. Nach Redaktionsschluss gab es ein erstes Treffen mit dem Leiter des Bezirksamtes, um die weitere Vorgehensweise für Verbesserungen für den Radverkehr zu besprechen. Die RiP wird weiter berichten.

HF


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Herbst 2008.
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