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RAD im Pott Herbst 2008 Mülheim

Ampel-Geschichten

Ampel-Geschichten I

Die in Mülheim-Holthausen gelegene Kreuzung Obere Saarlandstraße/Reichspräsidentenstraße/Billrothstraße wird in den nächsten Wochen signalisiert. Dies war notwendig geworden, nachdem unter anderem wiederholt Unfälle mit Radfahrern auftraten. Diese fuhren auf dem Zweirichtungsradweg der Oberen Saarlandstraße und wurden zu spät oder gar nicht von wartepflichtigen Fahrzeugen aus der Reichpräsidentenstraße gesehen. Für Fußgänger und Radfahrer dürfte aber ebenso die signalisierte Querung der als Bundesstraße 1 hoch belasteten Saarlandstraße ein großer Sicherheitsgewinn sein, so z.B. für Schüler auf dem Weg zur Luisenschule.

Ampel-Geschichten II

Der Ruhrtalradweg quert an einer unübersichtlichen Kurve im Bereich der Raffelbergbrücke die Steinkampstraße. Hier profitierten in den vergangenen Jahren Fußgänger und Radfahrer von einer Baustellenampel, welche eigentlich für die Baustellenzufahrt zum Walzenwehr errichtet worden war. Die Stadt Mülheim und der Regionalverband Ruhrgebiet konnten den Landesbetrieb Straßenbau als Eigentümer der Steinkampstraße nicht dazu bewegen, die Ampel nach Abschluss der Bauarbeiten zu übernehmen.

Die Bezirksvertretung 2 als zuständiges politisches Gremium hat daraufhin demonstrativ die Wiedererrichtung einer Ampel an dieser Stelle beschlossen, wobei an einer Landesstraße ein solcher Beschluss des Gremiums nicht kurz- und mittelfristig zum Aufstellen einer Ampel führt, da der Landesbetrieb natürlich nicht diesem Gremium unterstellt ist. Bis dahin soll von der Stadt Mülheim ein zur Zeit nicht benutzbarer Fußweg unterhalb der Raffelbergbrücke zu einem gemeinsamen Geh- und Radweg ertüchtigt werden. Zwar kann so die Querung die Fahrbahn vermieden werden, doch ist die Führung weder für Radtouristen noch für Alltagsfahrer wirklich praktikabel (große Steigung, enge Kurve, Angstraum und Schmutzecke). Alle Beteiligten kann man daher nur weiterhin Ausdauer und am Ende Erfolg wünschen.

Ampel-Geschichten III

Auf Antrag von Bündnis 90/Die Grünen berät die Bezirksvertretung 3 die Demontage von Radfahrampeln an der Bergstraße und der Straße Ruhrufer. Die Ampeln haben seit ihrer Entstehung zu Beginn der 90er-Jahre nicht nur unter Radfahrern viel Verwunderung und Schmunzeln ausgelöst. Besonders an der Bergstraße sind sie ein Kuriosum, da hier auf einem gemeinsamen Geh- und Radweg ver-sucht wurde, den Fuß- mit dem Radverkehr untereinander per Signalschaltung zu regeln. Dieser Ansatz blieb natürlich im selbigen stecken: Der Radverkehr konnte mittels aufgemalter Haltelinie (theoretisch) zum Halten gezwungen werden.

Gleichzeitig dürfen aber Fußgänger in gleicher Richtung bei "Rot" auf dem Gehweg diese Haltelinien übergehen und laufen somit zwangsläufig in ihr vermeintliches Unglück. Grundsätzlich scheint in Politik und Verwaltung die Meinung vorzuherrschen, dass diesem Lichterzirkus ein Ende bereitet werden sollte. Allerdings war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt, ob möglicherweise sachfremde Gründe einer baldigen Demontage entgegen stehen könnten.


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Herbst 2008.
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