Ampel-Geschichten
Ampel-Geschichten I
Die in Mülheim-Holthausen gelegene Kreuzung Obere
Saarlandstraße/Reichspräsidentenstraße/Billrothstraße wird in den
nächsten Wochen signalisiert. Dies war notwendig geworden, nachdem
unter anderem wiederholt Unfälle mit Radfahrern auftraten. Diese
fuhren auf dem Zweirichtungsradweg der Oberen Saarlandstraße und
wurden zu spät oder gar nicht von wartepflichtigen Fahrzeugen aus der
Reichpräsidentenstraße gesehen. Für Fußgänger und Radfahrer dürfte
aber ebenso die signalisierte Querung der als Bundesstraße 1 hoch
belasteten Saarlandstraße ein großer Sicherheitsgewinn sein, so z.B.
für Schüler auf dem Weg zur Luisenschule.
Ampel-Geschichten II
Der Ruhrtalradweg quert an einer unübersichtlichen Kurve im Bereich
der Raffelbergbrücke die Steinkampstraße. Hier profitierten in den
vergangenen Jahren Fußgänger und Radfahrer von einer Baustellenampel,
welche eigentlich für die Baustellenzufahrt zum Walzenwehr errichtet
worden war. Die Stadt Mülheim und der Regionalverband Ruhrgebiet
konnten den Landesbetrieb Straßenbau als Eigentümer der
Steinkampstraße nicht dazu bewegen, die Ampel nach Abschluss der
Bauarbeiten zu übernehmen.
Die Bezirksvertretung 2 als zuständiges
politisches Gremium hat daraufhin demonstrativ die Wiedererrichtung
einer Ampel an dieser Stelle beschlossen, wobei an einer Landesstraße
ein solcher Beschluss des Gremiums nicht kurz- und mittelfristig zum
Aufstellen einer Ampel führt, da der Landesbetrieb natürlich nicht
diesem Gremium unterstellt ist. Bis dahin soll von der Stadt Mülheim
ein zur Zeit nicht benutzbarer Fußweg unterhalb der Raffelbergbrücke
zu einem gemeinsamen Geh- und Radweg ertüchtigt werden. Zwar kann so
die Querung die Fahrbahn vermieden werden, doch ist die Führung weder
für Radtouristen noch für Alltagsfahrer wirklich praktikabel (große
Steigung, enge Kurve, Angstraum und Schmutzecke). Alle Beteiligten
kann man daher nur weiterhin Ausdauer und am Ende Erfolg wünschen.
Ampel-Geschichten III
Auf Antrag von Bündnis 90/Die Grünen berät die Bezirksvertretung 3 die
Demontage von Radfahrampeln an der Bergstraße und der Straße Ruhrufer.
Die Ampeln haben seit ihrer Entstehung zu Beginn der 90er-Jahre nicht
nur unter Radfahrern viel Verwunderung und Schmunzeln ausgelöst.
Besonders an der Bergstraße sind sie ein Kuriosum, da hier auf einem
gemeinsamen Geh- und Radweg ver-sucht wurde, den Fuß- mit dem Radverkehr
untereinander per Signalschaltung zu regeln. Dieser Ansatz blieb
natürlich im selbigen stecken: Der Radverkehr konnte mittels aufgemalter
Haltelinie (theoretisch) zum Halten gezwungen werden.
Gleichzeitig dürfen aber Fußgänger in gleicher Richtung bei "Rot" auf
dem Gehweg diese Haltelinien übergehen und laufen somit zwangsläufig
in ihr vermeintliches Unglück. Grundsätzlich scheint in Politik und
Verwaltung die Meinung vorzuherrschen, dass diesem Lichterzirkus ein
Ende bereitet werden sollte. Allerdings war bei Redaktionsschluss noch
nicht bekannt, ob möglicherweise sachfremde Gründe einer baldigen
Demontage entgegen stehen könnten.
Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Herbst 2008.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de