zurück zur Jahresübersicht Probleme bei der Rheinischen Bahntrasse >>


RAD im Pott Herbst 2008 Im Pott

Fahrradsommer von ADFC und RVR

In diesem Jahr veranstalteten RVR und ADFC NRW zum zweiten Mal einen Fahrradsommer der Industriekultur, um die industriegeschichtlichen Highlights der Region per Rad zu erschließen und den Menschen das weitläufige Radwegenetz vorzustellen. In sieben Touren des gemeinsamen Fahrradsommers lernten die Radler die Vielfalt der industriellen Kulturlandschaft des Ruhrgebiets kennen. Zusätzlich veranstaltete der Landes-ADFC eine bunte Auftaktveranstaltung an der Jahrhunderthalle Bochum und eine Abschlussveranstaltung im Oktober zur Einweihung der neuen Grimbergbrücke über den Rhein-Herne-Kanal als Abschluss der Erzbahntrasse.

An den sieben Touren nahmen zwischen 30 und 120 RadlerInnen teil. Den meisten Zuspruch erhielt die Tour "Vestische Industriekultur zwischen Marl und Recklinghausen Hochlarmark".

Das Alter der RadlerInnen schwankte zwischen 20 und 75 Jahren - mit einem leichten Übergewicht an SeniorInnen. Die TeilnehmerInnen kamen zu gut zwei Dritteln nicht aus dem Umfeld des ADFC, so wie die Veranstalter es sich wünschen, weil sie andere Leute aufs Rad bringen
Foto der geschwungenen Grimbergbrücke
möchten. Während Ungeübte ausgelastet waren oder sich in seltenen Fällen schon etwas früher verabschiedeten, fand die Mehrheit die Mischung aus Radfahren und Besichtigungen genau richtig und genoss, die eigene Region aus einer anderen Perspektive und auf neuen Routen zu erfahren. Motive zur Teilnahme waren auch die Bewegung an der frischen Luft und Geselligkeit.

Am 26. Oktober fand der Fahrradsommer seinen Abschluss. Trotz schlechter Wettervorhersage strömten viele Radler auf der Erzbahntrasse herbei. Der ADFC hatte seine Mitglieder in den Nachbarstädten mobilisiert. Sie wurden alle mit gutem Wetter belohnt. Vertreter des RVR und Repräsentanten der Nachbarstädte Herne und Gelsenkirchen erläuterten anschließend in kurzen Reden das Projekt. Am Schluss ergriff Ulrich Syberg (Vorstand ADFC NRW) noch das Wort, bedankte sich für die bisher geleistete Arbeit für den Rad-Wanderweg Erzbahntrasse und wünschte allen Beteiligten ein herzliches "Glück Auf". Eigentlich wollte der RVR die Fertigstellung der Grimbergbrücke feiern und so die Verbindung zwischen der Erzbahn und dem Emscherbruch mit der Halde Hoheward eröffnen. Leider haben sich die Bauarbeiten verzögert und so wurde den Besuchern "nur" das Einhängen des letzten Brückenteils geboten. Spätestens Weihnachten aber soll sie zur Benutzung frei gegeben sein. Die Brücke ist ähnlich spektakulär wie die an der Gahlenschen Straße in Bochum, beide von dem Stuttgarter Ingenieurbüro Schlaich Bergermann entworfen. Zum Abschluss noch ein paar Statistiken: Verbaut werden über 600 Kubikmeter Beton und 235 Meter Großbohrpfähle für die Widerlager sowie 400 Tonnen Stahl und 465 Meter Seil für die Hängekonstruktion.

Es bekümmert bei aller Freude, dass so eine Brücke auch mal in Essen am Stadthafen geplant war und hier den Radlern von Duisburg/Oberhausen die Weiterfahrt am Kanalweg nach Gelsenkirchen, Herne und Hamm erleichtert hätte. Doch die örtliche CDU blockierte in den Jahren 2001/ 2002 das Brückenprojekt. So haben jetzt Herne und Gelsenkirchen eine Brücke bekommen; Essen hat das Nachsehen.

vb/Reinhard Mielke


zurück zur Jahresübersicht Probleme bei der Rheinischen Bahntrasse >>


Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Herbst 2008.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de