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RAD im Pott Frühjahr 2008 Im Pott

Bundestreffen in Oberwesel

Das ADFC-Bundestreffen hat einen legendären Ruf. Alle zwei Jahre treffen sich Aktive aus der ganzen Republik hoch über dem Rheintal. In 22 Arbeitskreisen diskutierten 220 ADFClerInnen Themen rund uns Rad. Drei Themen von vielen:

Tourenportal

Der Aufbau eines bundesweiten Radtourenportals, mit dessen Hilfe man Radtouren individuell aussuchen kann, wird die Planung von Touren auf ein neues Niveau heben. Informationen über Sehenswürdigkeiten, Unterkünfte, Schwierigkeitsgrad der Strecke, Höhenmeter und Streckenlänge sowie Fotos vermitteln bereits zuhause am PC einen exzellenten Eindruck. Grundlage der Tourenvorschläge sind zum einen die überregionalen Radwege in Deutschland.
Gruppenfoto einiger Teilnehmer
Die zweite wichtige Quelle sind die Radtouren, die von den ADFC-Tourenleitern ausgearbeitet und überprüft worden sind. Das Radtourenportal des ADFC bietet die Informationen und die Pläne direkt zum Herunterladen aus dem Netz. Für ADFC-Mitglieder sind 100 km pro Monat frei. Nichtmitglieder zahlen 2 Cent pro Kilometer ausgearbeitete Srecke. Das Angebot wird fortlaufend ausgebaut. Bereits jetzt sind 60 000 Kilometer im Netz.

Fahrradtechnik

Die Qualität der Fahrradtechnik lässt oft zu wünschen übrig. Defekte Lichtanlagen, Bruch des Lenkers, der Sattelstütze oder schlechte Bremsen: jeder Radler kennt die Probleme. Dipl.-Ing. Juliane Neuss ist Spezialistin für Materialprüfung und untersucht defekte Teile mit wissenschaftlicher Akribie. Ihre Forschung brachte Erschreckendes zutage. Falsche Materialwahl und Bearbeitung, Unkenntnis über die Grundlagen des Maschinenbaus und der Werkstoffkunde sind oft die Ursache für Materialbruch oder Versagen der Bauteile. Während in anderen Bereichen der Technik aufwendige, systematische Forschung betrieben wird, fehlen diese, für die Sicherheit der Radfahrer so wichtige Forschungen fast völlig. Ebenso gibt es keine verbindlichen Normen in Bezug auf Material und Produktion, an die sich Produzenten halten müssen. Das verstreute Wissen, so Juliane Neuss, müsste in einem ersten Schritt in einer Datenbank zusammengeführt werden, um einen schnellen und gesicherten Zugriff auf die Daten zu haben.

Ihr Wunschtraum ist der Aufbau eines unabhängigen Instituts, dass Grundlagenforschung und Qualitätssicherung zu ihrem Anliegen macht. Die Politik, die Fahrradsicherheit so gerne an der Helmpflicht festmacht, ist gefordert.

Bericht aus Ungarn

Wie man in einem kleinen und nicht sehr reichen Land den Radverkehr nachhaltig fördern kann, beschrieben Kristof Szabo und Adam Bodor vom ungarischen Fahrradverband. Das ungarische Parlament hat einen nationalen Radverkehrsplan verabschiedet, durch den von 2007 bis 2013 ein geschlossenes Netz von Fernradwegen ausgebaut wird. Man wollte weg vom kleinteiligen und lückenhaften "Basteln" ohne durchgehendes Konzept. Maßgeblich wurde es nicht von den Ministerien, sondern vom Radverband erarbeitet. Die Ungarn haben damit etwas geschafft, was in Deutschland bisher nicht gelungen ist, denn hier ist der nationale Radverkehrsplan nur Papier und ohne finanzielle Mittel. Das Rad erlebt in Ungarn eine Renaissance und die Politik gibt dem "Druck der Straße" nach.

Dieter Depnering


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Frühjahr 2008.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de