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RAD im Pott Winter 2007 Duisburg

Radelnde Sozialdemokraten

Bisher war es dem ADFC nicht gelungen, Duisburger Sozialdemokraten zu einer gemeinsamen Radtour zu bewegen. In diesem Herbst war es endlich soweit. Auf einer gut zweistündigen Tour erkundete man die Bedingungen des Radverkehrs zwischen Innenhafen und dem neuen RheinPark in Hochfeld.

"Es ist ein wichtiges Erlebnis, die Stadt aus der Sicht einer Radlerin kennen zu lernen", bilanzierte die Bundestagsabgeordnete Petra Weis. Und Bürgermeister Manfred Osenger gestand freimütig ein: "Seit Jahren bin ich nicht mehr mit dem Rad durch die City gefahren." Aber als Vorsitzender des Verkehrsausschusses der Stadt begrüßte er diese ungewohnte Erfahrung.

Ratsfrau Andrea Demming-Rosenberg fährt dagegen regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit und kennt die Gefahren und Ärgernisse sehr gut. Trotzdem fährt sie Rad. "Ich wohne im Zentrum und mit dem Rad bin ich einfach schneller und umweltfreundlicher unterwegs."

Die Querung der Innenstadt ist für Radler ein leidiges Thema. Einbahnstraßen, zahlreiche Ampeln, gefährliche Engstellen und Einmündungen -- flüssiges und entspanntes Radeln ist fast unmöglich. Doch Sicherheit und Komfort sind unverzichtbare Voraussetzungen, wenn mehr Duisburger "Normalbürger" auf das Rad umsteigen sollen. Die Umgestaltung des Zentrums wird in den nächsten Jahren Schritt für Schritt weiter gehen und dabei darf eine durchdachte Radverkehrsführung von Nord nach Süd nicht vergessen werden.

Auf der Tour wurde deutlich, dass die Potentiale sehr gut, aber bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind. Besonderes Augenmerk legten wir auf die Anbindung des Rheinparks, Duisburgs neuem Tor zum Rhein. Über den Grünzug "Grüner Ring" Nord-West ließe er sich fast kreuzungsfrei an die City anbinden. Ein eigene Radtrasse im Grünen, fast ohne Kontakt zum Autoverkehr. Ein Traum, den in dieser Qualität kaum eine andere Stadt realisieren kann.

Den Repräsentanten der SPD gefällt die Idee des "Grünen Rings". "Ich werde im Ausschuss darauf achten, dass die Verwaltung alle notwendigen Schritte unternimmt", betont Bürgermeister Osenger. Und Petra Weis fügt hinzu: "Als Mitglied des Verkehrausschusses in Berlin weiß ich, dass intelligente und vorbildliche Projekte bessere Chancen auf Fördermittel haben als Standardlösungen. Wir brauchen Qualität, die auf Jahre Bestand hat und die Lebensqualität unserer Stadt nachhaltig verbessert." Etwas erstaunt stellten wir fest, dass sich die Positionen der radelnden Sozialdemokraten kaum von denen des ADFC unterschieden. Auch die Genossen scheinen langsam ihr "Radlerherz" zu entdecken.

So stand am Ende der Tour eine erfreuliche Bilanz. In Bezug auf die Förderung des Radverkehrs in Duisburg können wir kaum noch Differenzen zwischen den Parteien SPD, CDU, Linkspartei und Grüne ausmachen. Nun kommt es darauf an, dass diese verbale Gemeinsamkeit praktische Konsequenzen hat und als ein wichtiger Schritt die Nord-Süd -Querung der City vorbildlich umgesetzt wird.

Sowohl SPD als auch ADFC betrachten die Tour als Erfolg. Auch in Zukunft will man in Kontakt bleiben.

DD


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Winter 2007.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de