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RAD im Pott Winter 2007 Essen

Ausschilderung hat im Herbst endlich begonnen

Radverkehrsnetz NRW auch in Essen

Es hat lange gedauert -- und Essen ist eine der letzten Kommunen in Nordrhein-Westfalen, in welchen die Ausschilderung des "Radverkehrsnetzes NRW" erfolgt. Dabei gehörte Essen ursprünglich zu den ersten Großstädten im Lande, welche ein stadteigenes Radroutennetz ausschilderten. 1999 wurden die ersten Wegweiser installiert, fünf Jahre später schloss man das Projekt zunächst ab. Dabei wurden allerdings die städtischen Radrouten, die identisch waren mit denen des geplanten Radverkehrsnetzes NRW, bewusst ausgespart, da hier zunächst noch Abstimmungsbedarf bestand. Zudem sollten die Finanzierung der Schilder für das NRW-Netz ausschließlich durch das Land erfolgen, und dem wollte man natürlich nicht vorgreifen.

Das Radverkehrsnetz NRW ist ein landesweites System von radfahrfreundlichen Achsen, welches alle Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen miteinander verbindet. Ausgestattet mit einem einheitlichen Wegweisungssystem dient dieses Netz vornehmlich dem
Foto von Arbeitern, die Schilder am Mast befestigen
Die ersten Wegweiser des Landesroutennetzes werden am Gemarkenplatz installiert; Foto: Stadt Essen
Alltagsradverkehr. Es berücksichtigt aber in hohem Maße auch den Freizeitbereich, indem touristische und überregionale Radwanderrouten mit einbezogen werden. Seit 2003 ist das 13.800 km lange Radroutennetz schrittweise ausgeschildert worden.

Das Ziel ist ein einheitliches Wegweisungssystem für den Radverkehr im gesamten Land. Früher bastelte jede Kommune, jeder Landkreis und jede Region an einem eigenen Konzept. Weder Routen noch Schilder waren aufeinander abgestimmt. Diese unübersichtliche Vielfalt soll nun ein Ende haben, die auf einigen Routen gewachsenen "Schilderbäume" der Vergangenheit angehören.

Das Radverkehrsnetz ist entweder mit rechteckigen Pfeilwegwiesern oder mit Tabellenwegweisern ausgestattet. Letztere hat man vornehmlich in den Ballungszentren installiert, da hier durch die größere Zahl an Zielen entsprechend größere Schilder erforderlich sind - so auch in Essen. Mit roter Schrift auf weißem Grund werden dann in der Regel die nächste Nachbarstadt als Fernziel sowie dazwischen liegende Orte und Stadtteile als Nahziel aufgeführt. Befindet sich deckungsgleich auf einer Landesroute eine Themenroute -- z.B. der "Emscher Park Radweg" oder der "RuhrtalRadweg" -- werden deren Piktogramme mittels Einschieber unter das Wegweisungsschild gehängt. Quasi als "Bestätigung" einer Routenführung erfolgt zudem die Aufstellung von kleinen quadratischen Zwischenwegweisern, die mit Fahrradsymbol und Richtungspfeil die Routenführung entlang einer Strecke begleiten.

Bereits 2005 konnten die Städte Mülheim und Oberhausen die Fertigstellung des Landesroutennetzes auf ihrem Stadtgebiet vermelden. Neben Duisburg gehörte Essen zu den Schlusslichtern in NRW, die Gründe hierfür waren u.a. in der unzureichenden personellen Ausstattung bei der Radverkehrsabteilung zu finden. Mitte August 2007 wurde in Münster nun die Fertigstellung des NRW-Netzes gefeiert. Nicht nur deswegen geriet man in Essen unter Druck, auch wäre zum Jahresende die Finanzierung der Wegwieser seitens des Landes ausgelaufen.

Aber nun ist es soweit, seit Anfang November werden auch in Essen die entsprechenden Schilder installiert. Drei Kolonnen sind derzeit im Stadtgebiet unterwegs, um auf den durch Essen führenden Radrouten mit
Titelblatt des Flyers der Stadt Essen zum Radverkehrsnetz
einer Gesamtlänge von 95 km etwa 1500 Tabellenwegweiser und 270 Zwischenwegweiser zu installieren. Parallel zur Ausschilderung vor Ort ist in Essen -- wie überall -- eine Übersichtskarte in Form eines Flyers herausgebracht worden. Darin enthalten sind die Landesrouten, aber auch die städtischen sowie einige touristische Radrouten. Auf der Rückseite finden sich viele touristische wie auch allge-meine Hinweise zum Radfahren in Essen.

Der Flyer ist in der Touristikzentrale gegenüber dem Hauptbahnhof, im Rathaus, in der VHS und auch bei ADFC und EFI im Verkehrs- und Umweltzentrum in der Maxstraße 11 kostenlos erhältlich.

J.B.


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Winter 2007.
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