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RAD im Pott Winter 2007 Im Pott

Zwei Welten?

Manchmal beschleicht einen das Gefühl in zwei verschieden Rechtsystemen zu leben... Was war passiert?

Oberhausen: Von der Falkensteinstraße kommend wollte ich die Mülheimer Straße hin zur Ebertstraße überqueren. Noch in der Kreuzung war erkennbar, dass ein Falschparker den "nicht benutzungspflichtigen" Radweg der Ebertstraße blockierte. Also Handzeichen, kurzer Schulterblick und auf die Fahrbahn ausgewichen.

Dieses Manöver schien einem von hinten kommenden VW-Busfahrer überhaupt nicht zu gefallen. Er beschleunigte und fuhr extrem nah auf, um es dem "bösen Radfahrer" zu zeigen. Diese Drängelei bei inzwischen Tempo 30 ging weiter, bis ich in eine Seitenstraße abbog.

Soweit ist diese Situation nichts Neues, ähnlich aggressives Revier-Verhalten von Autofahrern ereignet sich immer wieder, wenn sich Radfahrer auf der Fahrbahn bewegen (müssen).

Interessant sind aber die Reaktionen von "Falschparkern", die diese gefährlichen Situationen herauf beschwören. Auf ihre gefährliche Radwegeparkerei angesprochen, reagieren die Fahrer mitunter irrational und agressiv. Eine häufige Begründung lautet, wie in diesem Fall, "ich muss hier nur kurz was erledigen", und verharmlost so das verkehrswidrige Verhalten.

Foto eines schmalen, zugeparkten Bordsteinradweges
Achtung: Radfahrer sollten in solchen Fällen auf die Fahrbahn/Straße ausweichen.
Einerseits werden Radfahrer auf der Fahrbahn drangsaliert, andererseits ist es aber legitim deren Wege zu blockieren. Selbst Polizeibeamte unternehmen wenig gegen Falschparker, da sie sich für den ruhenden Verkehr nicht zuständig fühlen und auf das Ordnungsamt verweisen.


Seit der StVO-Novelle von 1997 ist ein Radweg nur noch dann "benutzungspflichtig", wenn er durch ein blaues Radwegeschild (Zeichen 237, 240, 241) gekennzeichnet ist (§2 Abs.4 StVO). Ist dies nicht der Fall, darf die Fahrbahn benutzt werden. Wird ein Radweg durch Hindernisse (Falschparker, Sperrmüll, Mülltonnen o.ä.) blockiert, muss auf die Fahrbahn ausgewichen werden. Der Gehweg ist tabu! Kommen z.B. Fußgänger durch das Ausweichmaöver auf dem Gegweg zu Schaden, ist der Radfahrer voll haftbar. Weitere Ausnahmen von der Benutzungspflicht sind Verschmutzungen wie z.B. Laub, Scherben, Schlaglöcher und beschädigte Wegeoberflächen.


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Winter 2007.
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