ADFC radelt gemeinsam mit der Verwaltung
Tour über Duisburger Velorouten
"Freitag morgen, 8.00 Uhr, Brücke über dem Rhein-Herne-Kanal." So lautet
die Vereinbarung zwischen der Stadtverwaltung und dem ADFC. Noch ist es
frisch, doch der wolkenlose Himmel lässt einen warmen Apriltag erwarten.
Der Termin ist also gut gewählt. Was wird uns erwarten? Ein Kampf? Zwei
gegen Zwei? Wir sind gut vorbereitet. Zu dritt haben wir uns vom ADFC
bereits am Montag mit der Strecke vertraut gemacht.
Dieser Termin ist aber kein Wettrennen oder eine Wettfahrt. Daher sind wir
alle froh gelaunt. Es ist ein Projekt. Ein gemeinsames Projekt mit einem
Ziel. Es treffen sich hier auch keine Gegner. Das gemeinsame Ziel ist die
Förderung des Radverkehrs in Duisburg. Und das Projekt heute sind: die
Velorouten.
Gespannt sind wir trotzdem, was uns heute erwartet. Welche Ergebnisse
können wir erzielen und wie wird es weitergehen?
Von der Verwaltung sind Herr Becker und Herr Gust mit dem Rad zur Brücke
über den Rhein-Herne-Kanal gekommen. Für den Allgemeinen Deutschen Fahrrad
Club radeln Harald Höbusch und ich - Tobias Neumann - heute bei der
"Ersten Velorouten-Tour" mit. Die Brücke verbindet die B 231 und die
 |
| Wie soll der Radfahrer hier (Emmericher Straße) sicher geführt werden? |
ehemalige B 8. Nicht für Autos, sondern für Fußgänger. Und Radfahrer. ? !
Ja, und hier beginnt auch schon unsere Arbeit. Wer von Süd-Osten diese
Brücke nutzt, für den lässt sich diese Frage mit einem "Ja" beantworten.
Das Verkehrszeichen lässt die Brücke für Fußgänger und Radfahrer zu, bei
gegenseitiger Rücksichtnahme. Breit genug ist sie dafür ja auch. Oder
doch: Nein. Denn wer von Nord-Westen hier oben hin will, sollte wohl
besser absteigen. Denn hier steht, zu unser aller Verwunderung das Schild
"Fußgänger". Da es heute um die Umsetzung der Velorouten im Duisburger
Norden gehen soll, sind wir uns alle schnell einig, dass die Beschilderung
in der Form geändert wird, dass die Brücke natürlich für den Radfahrer
freigegeben wird. In beide Richtungen - denn diese Brücke gehört zu dem
vorgeschlagenen Streckenverlauf der Velorouten. Im Verlauf der weiteren
Tour finden wir noch an weiteren Stellen Beschilderungen, die wir uns gar
nicht oder nur sehr schwer erklären können. Doch das Auswechseln von
Schildern wird wohl eher ein geringeres Problem bei der Umsetzung dieses
Projektes sein. Mehrere Kreuzungspunkte weisen erheblichen
Verbesserungsbedarf auf und selten werden Markierungsarbeiten dazu alleine
genügen. (Zwei Beispiele: Emmericher Straße /Westender Straße; Emmericher
Straße/ Bahnhofstraße, vgl. Foto) Da wir vor Ort sind, diskutieren wir
sofort mögliche Varianten. Mit Digitalkamera und Notizblock werden die
Problempunkte und erste Ideen festgehalten. Nachdem wir die ehemalige B 8
verlassen haben, kommen wir durch ruhige Wohnstraßen in Meiderich, entlang
am Landschaftspark und wieder durch ruhige Wohnstraßen in Alt-Hamborn.
Außer der Beschilderung der Veloroute gibt es hier wohl nichts zu tun.
Doch zu früh gefreut. Die geplante Velorute führt über die Harnackstraße.
Das ist eine Einbahnstraße und in der Richtung - in der wir heute fahren -
nicht für den Radfahrer freigegeben. Und spätestens hier ist allen
Beteiligten klar: die Umsetzung der Velorouten ist nicht nur eine Aufgabe
der Verwaltung, sondern auch noch eine der Politik. In Marxloh und in
Neumühl wollen wir von den vorgeschlagenen Routen bei der Umsetzung
abweichen. Für jede Streckenführung finden sich Argumente und keines ist
falsch. Man muss also abwägen und entscheiden. Der Jubiläumshain markiert
heute die Halbzeit. Ab hier treten wir entlang der Kleinen Emscher wieder
die Fahrt nach Süden an. Ein bereits vorhandener und gut ausgebauter Weg
mit Brücke über die A 42 lässt uns zügig vorankommen. Den Weg am
Rhein-Herne-Kanal kann man schon fast als fertige Veloroute bezeichnen. Es
fehlt lediglich die Ausschilderung. An unserer Ausgangsbrücke vorbei geht
es nun schnell weiter in die Innenstadt. Unsere Tour endet für heute an
der Falkstraße. Es ist 13.00 Uhr und hier haben wir wieder das Problem
einer Einbahnstraße, die (noch) nicht für den Radfahrer in Gegenrichtung
geöffnet ist.
Ergebnis: Insgesamt betrachten wir unsere Tour als eine sehr gelungene und
konstruktive Arbeitsfahrt. Ein Treffen zur Auswertung der gesammelten
Ergebnisse wird vereinbart. Wir freuen uns und erwarten nun die Umsetzung.
Für die weitere Beratung steht der ADFC gerne zur Verfügung. Aus unserer
Sicht wird dies ein wichtiger Baustein im Bewerbungsverfahren der Stadt
zur Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Städte
sein.
Tobias Neumann
Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Sommer 2007.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de