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RAD im Pott Sommer 2007 20 Jahre ADFC Duisburg

Rückblick eines langjährigen Vorsitzenden

Reichlich Öffentlichkeits- und viel Lobbyarbeit für das Radfahren sowie jede Menge Radtouren: auf diese gute Mischung setzte der ADFC Duisburg seit Beginn seiner Existenz. Ein Höhepunkt in der 20-jährigen Geschichte war 1993 die Eröffnung der Geschäftsstelle in Wanheimerort, Düsseldorfer Straße/Ecke Fuchsstraße. Neben den zahlreichen Informationsständen, die der ADFC in der wärmeren Jahreszeit bereits durchführte, gab es von nun an eine feste Adresse für Fahrradinfos aus erster Hand.

Zusätzlich bot die Lokalität die Möglichkeiten für die Zusammenkünfte der Aktiven. Der monatliche Aktiventreff fand ebenso eine Heimstätte wie die Arbeitsgruppe Verkehr und das Verkehrsforum Duisburg, ein Zusammenschluss von Verbänden, die sich gemeinsam für eine umweltfreundliche Gestaltung des Verkehrs in Duisburg einsetzten.

Die Gründer des ADFC Duisburg hatten für Neudorf Vorschläge zu einer fahrradfreundlichen Gestaltung entwickelt. Dazu gehörten schon damals die Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung und professionelle Abstellmöglichkeiten für Fahrräder am Hauptbahnhof. Bereits in den späten 80ern nutzten viele Pendler das Fahrrad für den Weg vom und zum Bahnhof, wie damalige Zählungen des ADFC zeigten.

Doch war es keineswegs so, dass Politik und Verwaltung mit Begeisterung auf die Vorschläge des ADFC reagierten. Während der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) schon mit dem Slogan "TagesTicket statt Parkticket" warb, galt in Duisburg noch das umgekehrte Motto. Die Fahrbahnen sollten frei sein von allem, was den flüssigen und parkenden Autoverkehr behindern könnte: Radler sollten schmale Flächen auf dem Gehweg direkt neben parkenden Autos nutzen und die Straßenbahn unter die Erde, um Raum für mehr Parkplätze zu schaffen.

Für das Verkehrsforum Duisburg war dies Anlass genug, nicht nur für Neudorf, sondern für ganz Duisburg Vorschläge für ein Rahmenverkehrskonzept zu erarbeiten. Moderne Radverkehrspolitik mit Radfahrstreifen, ausgeschildertem Routennetz und optimale Umstiegsmöglichkeiten auf Busse und Bahnen (z. B. Fahrradstation) gehörten zu den zentralen Forderungen. Mit diesem Forderungskatalog zog das Verkehrsforum dann durch Duisburg und stellte die Ideen den Ortsgruppen verschiedener Parteien und anderen Organisationen vor.

Zur Gründung des Kreisverbandes 1991 als Nachfolger der Ortsgruppe zählte der ADFC in Duisburg bereits 250 Mitglieder. Mit der ADFC-Strukturreform und den drei Ebenen (Bund/Land/Kommune) sollte auch die lokale Lobbyarbeit gestärkt werden. Die regionale Kooperation im ADFC litt darunter aber nicht. 1992 erschien die erste "RAD im Pott" für die Radler aus Essen, Mülheim, Oberhausen und Duisburg. Das fünfjährige Jubiläum des Duisburger ADFC wurde im gleichen Jahr im Biegerpark gebührend gefeiert. Mit der Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen veranstalteten ADFC-Landes- und Kreisverband 1993 auch zwei Fahrradaktionstage mit einem bunten Programm am Kuhtor. Das Stadtplanungsamt bekam ein Dienstfahrrad geschenkt, um noch mehr mit dem Rad "erfahren" zu können. Erste Überlegungen zu einem Fahrradstadtplan für Duisburg wurden angestellt. Und: über 1000 Teilnehmer zählten die rührigen Tourenleiter auf den Ausflügen.

Aus den vielen Aktiven der damaligen Zeit nur einige herauszugreifen ist eigentlich ungerecht. Immer noch oder wieder dabei sind u. a. Christian Martin, Wilhelm Scholten-Reintjes, Peter Städel und Heinz Stadie.

Meiner Heimatstadt Duisburg wünsche ich einen weiterhin erfolgreichen ADFC-Kreisverband. Viel Freude beim Feiern dieses Jubiläums!

Dr. Markus Westphalen


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Sommer 2007.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de