<< Radverkehrsunfälle 2006 / Verkehrswacht kümmert sich um Radverkehr zurück zur Jahresübersicht Rückblick eines langjährigen Vorsitzenden >>


RAD im Pott Sommer 2007 20 Jahre ADFC Duisburg

Rückblick der Vereinsgründer

Am 22. Juni 2007 jährt sich die Gründung des ADFC Duisburg zum 20. Mal. Ein würdiger Anlass, um Rückschau zu halten auf die ersten Tage des Clubs, gerade wenn viele Einzelheiten längst vom Schleier des Vergessens bedeckt sind.

Der ADFC Duisburg entstand 1986 als Ortsgruppe des Bezirksvereins Düsseldorf e.V. mit Unterstützung des Bezirksvereins-Vorsitzenden Rüdiger Jungbluth und der unermüdlichen Ruth Specht aus Erkrath. Die offizielle Gründung 1987 wurde vorbereitet von Dietmar Boettcher, Christel Hittinger und Gerd Hüttmann. Die Zeit war reif für den ADFC -- zwischen Herbst 1986 und Herbst 1988 stieg die Zahl der Mitglieder auf 100 (+600%). Sprecherin der neuen Ortsgruppe wurde Christel, Dietmar sah seinen Schwerpunkt zunächst in der Fahrradtechnik, band die Selbsthilfewerkstatt der Fahrradinitiative Moers mit ein und übernahm im April 1988 den Vorsitz, Gerd schließlich war zuständig für die Pressearbeit.

Die erste Großveranstaltung war die Dia-Reportage von Weltumradler Wolfgang Reiche, der eine Veranstaltungsreihe im Bezirksverein unbürokratisch um einen Abend in Duisburg ergänzte. "Blauäugig" wurde die Aula der Gertrud-Bäumer-Schule angemietet, A2-Plakate gedruckt (die nur dadurch auffielen, dass sie schwarz-weiß waren) und großzügig verklebt, bevor uns aufging, dass dies nicht überall gestattet ist. Immerhin bekamen wir kein Bußgeld, aber den Saal voll.

Recht bald bekam der ADFC die Gelegenheit, die städtischen Verkehrskonzepte zu kommentieren, erstmals im Herbst 1988 für den Teil Neudorf-Nord. In der Zeit vor den "Empfehlungen zum Bau von Radverkehrsanlagen 1995" und der StVO -Novelle von 1997 waren die zu bohrenden Bretter noch dicker als heute und etwa Einbahnstraßen mit Fahrrad-Zweirichtungsverkehr völlig undenkbar. Fehlender Wille zur Radverkehrsförderung konnte daher von Politik und Verwaltung leichter als heute mit dem Argument "Gute Idee, leider verboten" kaschiert werden. Baukosten von DM 15.000 für einen Kfz-Stellplatz im Parkhaus am Hauptbahnhof galten als akzeptabel, DM 2.000 für abschließbare Fahrradboxen als unbezahlbar.

Mehrere Ausgaben der Bezirksvereinsschrift "radsam" wurden in Duisburg getippt, ausgeschnitten und zusammengeklebt ("cut & paste" im Sinne des Wortes), mit Thomas Lindinger, Gerd Hüttmann und Andreas Domanski aus Krefeld als Redaktionsteam.

Unvergessen blieb das engagierte Plädoyer von Ruth Specht für das Radfahren an sich und den rücksichtsvollen Umgang zwischen Radfahrenden und Fußgängern auf dem Podium von Carmen Thomas' "Hallo Ü-Wagen!". Unterstützt wurde sie dabei vom ADFC-Bundesvorsitzenden Karl-Ludwig Kelber, der eigens dafür nach Duisburg gereist war.

Andere Aktive kamen bald dazu und führten die Arbeit der Gründungsmitglieder weiter, stellvertretend für alle sollen hier genannt werden Markus Westphalen, Wolfgang Bönig, Hans-Herbert Braßel und Petra Sander.

Die besten Grüße an alle Aktiven, Freunde und Unterstützende des ADFC Duisburg und viel Erfolg für die nächsten 20 Jahre wünschen aus Mannheim

Dr. Christel Hittinger

Dr. Gerd Hüttmann


<< Radverkehrsunfälle 2006 / Verkehrswacht kümmert sich um Radverkehr zurück zur Jahresübersicht Rückblick eines langjährigen Vorsitzenden >>


Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Sommer 2007.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de