- Definitiv nicht realisiert wird zunächst die eigentlich notwendige Brücke
über den bereits in Bau befindlichen Krupp-Boulevard (seit neuestem
"Berthold-Beitz-Boulevard") im Bereich der Pferdebahnstraße. Für diese sei
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| Der Bahndamm der Rheinischen Bahn ist im Bereich der zukünftigen Einmündung des Berthold-Beitz-Boulevards in die Pferdebanhstraße bereits abgetragen. Eine Brücke für Radler soll hier zunächst nicht entstehen |
nach Auskunft der Stadt trotz des Millionen-Budgets für die neue
Prachtstraße kein Geld mehr übrig. Und so werden die Radler zukünftig erst
einmal den Bahndamm hinabfahren müssen, um dann anschließend auf der
anderen Seite wieder hinaufzuklettern. Der Damm ist übrigens an dieser
Stelle schon abgetragen worden.
Da nun die Stadt im Einmündungsbereich glaubt, nicht auf frei geführte
Abbiegespuren für Autos verzichten zu können, sind hier Unfälle
vorprogrammiert. Der Grund: Da es sich bei dem zukünftigen Weg auf der
Bahntrasse natürlich um einen Zweirichtungsradweg handelt, wird der
Radverkehr über besagten Einmündungsbereich ebenfalls in zwei Richtungen
geführt werden müssen. Dass unter solchen Umständen gerade frei geführte
Abbiegespuren für Autos eine massive Gefährdung der Radfahrer darstellen,
hat sich bereits an anderen Stellen im Stadtgebiet bewahrheitet. Wirkliche
Radverkehrsförderung sieht anders aus.
- Ernsthaft gefährdet ist auch die alte Bahnbrücke über die Segerothstraße.
Sie soll zusammen mit dem östlich sich anschließenden Bahndamm weichen, um
eine optische Verbindung zwischen Univiertel und einem wie auch immer neu
zu gestaltenden Berliner Platz zu schaffen. Als offenbar gewollter
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| Geplant ist der Abriss der Brücke der Rheinischen Bahn über die Segerothstraße, auch hier zunächst ohne eine Alternativlösung für die zukünftige Radtrasse anbieten zu können |
Nebeneffekt soll dann auch eine ungehinderte Blickachse zum neuen
Karstadt-Klotz entstehen. Es gibt namhafte Kräfte in Politik und
Verwaltung, die dies befürworten - ohne allerdings zu bedenken, dass dann
die kreuzungsfreie Verbindung für Radler aus dem Essener Westen
unmittelbar vor dem Ziel, also dem Univiertel bzw. dem Berliner Platz
abgekoppelt würde. Eine Alternativbrücke für Radler und Fußgänger ist
mangels Geld derzeit nicht in Sicht.
Der "Runde Umwelt-Tisch" als Zusammenschluss aller Umweltverbände in Essen
hat in einem Offenen Brief bereits auf dieses schwerwiegende Manko
aufmerksam gemacht. Und auch ADFC und EFI fordern, dass solange eine
Radlerbrücke nicht in Sicht ist, die alte Brücke nicht abgerissen werden
darf!
- In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass es von der Rheinischen Bahn
aus einen Abzweig nach Norden gab, dessen Brücke über das östliche Ende
der Pferdebahnstraße nach wie vor existiert. Ein Stück weiter
gibt es auch noch die Brücke der Rheinischen Bahntrasse über die
Hans-Böckler-Straße (B224) Beide Bauwerke sollen auf Drängen des
Thyssen-Krupp-Konzerns weichen, um freie Sicht auf den demnächst in diesem
Bereich entstehenden neuen Konzernsitz zu erhalten.
Eine ebenerdige Querung der B 224 in diesem Bereich muss natürlich ebenso
tabu sein wie an der Segerothstraße, insofern ist eine neue Radlerbrücke
als Ersatz auch hier ein absolutes Muss. Diese bildet wäre nicht nur eine
Verbindung in die City, sondern auch in die neue Weststadt. Eine neue
Radlerverbindung würde auch der Ersatz der Brücke über die
Pferdebahnstraße bilden, nämlich zum Segerothpark bzw. zur Bottroper
Straße. Die Finanzierung dürfte eigentlich kein Problem sein, denn da der
Abriss der alten Bahnbrücken auf Betreiben des Thyssen-Krupp-Konzern
erfolgen soll, gilt es diesen für eine entsprechende Ersatzlösung in die
Pflicht zu nehmen.
- Schon vor über 15 Jahren wurde von ADFC und EFI eine brachliegende
Verbindungskurve von der Rheinischen Bahn (ausgehend vom ehemaligen
Bahnhof Altendorf) zum Bahnhof Borbeck als Radweg ins Gespräch gebracht.
Die Realisierung dieser die große Senke des Borbecker Mühlenbachs
überquerenden und unabhängig vom Autoverkehr geführten Trasse scheint nun
ebenfalls in greifbare Nähe gerückt zu sein. Nach Angaben der Verwaltung
gibt es reelle Chancen für die Zuteilung von Fördergeldern für diese
Verbindung noch in 2008. Vielleicht könnte sie sogar eher fertiggestellt
sein als die eigentlichre Hauptstrecke der Rheinischen Bahntrasse selbst,
von der sie ja abzweigt.