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RAD im Pott Herbst 2007 Duisburg

Innenhafen -- Erfolgsstory mit Schönheitsfehlern

Anfangs wurde die Entwicklung von vielen skeptisch beäugt, aber inzwischen ist man in Duisburg stolz auf den Innenhafen. Die Büro- und Gewerbeflächen sind gut vermietet, viele neue Arbeitsplätze wurden geschaffen. Neuester Coup: Der japanische Elektronikriese Hitachi baut hier seine Europazentrale. In den zahlreichen Cafés und Restaurants geniest man den Blick über die Wasserfläche, Jogger drehen ihre Runden, Familien mit Kindern flanieren... Eine Idylle, so scheint es.

Weniger idyllisch ist jedoch die Verkehrssituation. Da viele kommen, gibt es viel Verkehr. Und die meisten kommen mit dem Auto. Das Verkehrschaos auf dem Philosophenweg ist ein Dauerthema in der Presse. Die Busanbindung ist bescheiden und den Radverkehr haben die Planer augenscheinlich vergessen. Gute Radabstellanlagen sind Mangelware, durchgängige Radwege fehlen und eine Beschilderung des Innenhafens für Radler ist ebenso nicht vorhanden.

Foto des Innenhafens mit dem großen Hafenbecken
Will man den Innenhafen mit dem Rad umrunden, ist dies schlicht verboten. Auf der nördlichen Seite lockt zwar das Schild "Fußweg -- Radfahrer frei", aber nach einigen hundert Metern ist am östlichen Ende Schluss und das Radeln auf dem Fußweg wird untersagt. Eine Sackgasse ohne Vorankündigung für den Radverkehr.

Auf der Südseite ist die Situation nicht besser. Zwischen dem Museum Küppersmühle am östlichen und dem Stadthistorischen Museum am westlichen Ende ist das Radfahren verboten. Peinlich: Die Beschilderung ist auch auf dieser Seite inkonsequent. Denn fährt man in Höhe des Internationalen Zentrums aus der Innenstadt kommend zum Innenhafen - immerhin auf dem überregionalen "Erlebnisweg Rheinschiene" - so wird der ahnungslose Radler auf den gesperrten Fußweg gelenkt. Auch die breiten Wege in den Grachten sind für Radler gesperrt. Gut, man könnte auf den Philosophenweg ausweichen, aber dort herrscht das allbekannte Verkehrschaos von Parksuchverkehr, Besuchergruppen der Museen, Anlieferern und Schleichverkehr. Ein weiteres Manko: Sichere Radabstellanlagen sind kaum vorhanden. Aber man fährt kaum mit dem Rad zum Innenhafen, wenn diese fehlen. Die Diebstahlgefahr ist zu groß.

Die Beispiele zeigen, es besteht dringender Handlungsbedarf. Auf der Tour mit dem ADFC konnten die Vertreter der Stadt die Probleme selbst in Augenschein nehmen. Es war offensichtlich, dass sie bisher nicht wahrgenommen wurden. Das soll sich jetzt ändern. Der Vertreter der Innenstadtentwicklungsgesellschaft, Herr Fehr, begrüßte die Vorschläge und Hinweise des ADFC. Über die Lösungen soll in einer Arbeitsgruppe gemeinsam mit dem Büro von Lord Foster gesprochen. Wir werden unseren Lesern über den Fortgang berichten.

Dieter Depnering


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Herbst 2007.
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