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| RAD im Pott Herbst 2007 | Duisburg |
Auch fahrradtouristisch hat sich einiges in Duisburg getan. Die Internationale Bauausstellung Emscherpark (IBA) hat viel dazu beigetragen. Wo früher gearbeitet wurde, sind jetzt Museen, wo Züge fuhren, kann man jetzt Fahrrad fahren. Wir sind natürlich auf den Zug aufgesprungen, auf vielen IBA-Schnuppertouren haben wir entdeckt, was es neues im Revier gibt. Ein Höhepunkt war sicherlich die IBA-Abschlussfahrt anno 1999. In einer Sternfahrt durch die Nacht ging es vom Innenhafen nach Zollverein, der WDR hat in Teilen live von der Tour berichtet.
Es gab natürlich noch viele andere Touren und es wurden immer mehr. Einige davon sollten Kultcharakter bekommen. So erfand Alex Stemmler 1993 die Silvestertour. Er lies sich auch nicht von sibirischen Temperaturen abhalten, er fuhr sie immer, bis er sie an Heinz Stadie abgab. Inzwischen fährt Herbert Fürmann mit einigen Mitradlern regelmäßig ins neue Jahr. 1995 gab es dann die erste Liegeradtour, seit 1996 den regelmäßigen Treffpunkt für Freunde des HPV, Uwe Schnell hält ihn seitdem hoch. Dass man auch im Winter Fahrrad fahren kann, beweist Heinz Stadie jedes Jahr aufs Neue und die vielen Teilnehmer seiner Wintertouren zeigen, dass es Spaß macht. Seit 1995 gibt es auch regelmäßige Radtouren ohne Tourenleiter. Im Treffpunkt Rad verabredet man sich kurzfristig wer die Truppe wohin führt. Da er so gut ankommt, es vom Duisburger Norden nach Wanheimerort aber so weit war, wurde ein Jahr später der Treffpunkt Rad DU-Nord ins Leben gerufen. Seit Sommer 2002 führt Günther Tullius Mehrtagestouren, die sich großer Beliebtheit erfreuen.
Unzählige Tages- und ab und zu auch Nachttouren wurden von vielen tüchtigen Tourenleitern gefahren, wie oft wir alle zusammen die Welt umrundet haben, ist nicht mehr zählbar.
Damit wir die schönen Wege auch finden, brauchen wir Fahrradkarten von Radfahrern für Radfahrer. Im Frühjahr 1997 erschien die ADFC Regionalkarte Niederrhein 1 unter Federführung von Helmut Mahrt. Die Karte sollte ein Renner werden, sie wurde eine der am besten verkauften ADFC Regionalkarten überhaupt. Bald schon sollte auch die Niederrhein Süd erscheinen, wieder unter tatkräftiger Duisburger Mithilfe. Dabei konnte es aber nicht bleiben, wir brauchten einen Fahrradstadtplan. Mehrere Anläufe und unzählige Diskussionen waren erforderlich, bis endlich klar war, wie er aussehen und finanziert werden soll. Viele Aktive sind ihr Quartier abgefahren, haben Routen, Drängelgitter, Einbahnstraßen und vieles mehr in Pläne eingetragen, Heinz Zander, unser Mann für die Werbung lief zur Höchstform auf, bis der Plan im Spätsommer 2001 endlich erschien. Auch wenn es noch Exemplare gibt, es gibt Stimmen bei uns, die wollen wieder loslegen....
Viele weitere große und kleine Dinge sollten uns beschäftigen. So wollten wir nicht mehr ständig mit einem Auto unseren Infostand transportieren, wir wollten standesgemäß mit dem Rad kommen. Also machten sich Wilhelm Scholten-Reintjes, Uwe Schnell und Herbert Fürmann an die Arbeit und zimmerten unser Lastenrad zusammen, dass 1998 den Duisburger Ökofondspreis gewann und uns immer noch treu zu Diensten steht.
Am 11.12.1995 war es soweit, der ADFC war im Radio. "FahrRadio" ist seitdem unser Magazin, mit dem wir einmal im Monat im Bürgerfunk auf Sendung gehen. Herbert produziert mit wechselnden Studiogästen die meisten Sendungen, fragt sich nur wie lange noch, denn die Änderungen im Landesmediengesetz machen dem Bürgerfunk das Leben schwer.
Im Herbst gab es oft Lichtwochen beim ADFC. Unter dem Stichwort "Ich bin helle" oder "Licht macht mich an!" untersuchten wir die Lichtanlagen an Duisburgs Fahrrädern und klärten die Radler auf, wie man auch im Dunklen gesehen wird.
Unzählige weitere Aktivitäten hatten wir, damit und mit den Geschichten, die wir erlebten, würden wir den Rahmen sprengen. Bleibt nur "Danke" an alle zu sagen, die sich eingebracht haben und es immer noch tun, auch an die nicht genannten, denn von ihnen lebt der ADFC. Bei der Lektüre der alten Rad im Pott-Ausgaben fiel mir ein Artikel über einen seltenen Virus auf, "ADFC positiv" hieß es da. Der Virus scheint sich immer weiter auszubreiten, gut so.
Christian Martin
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