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RAD im Pott Herbst 2007 Im Pott

Alltagsradler müssen keinen Fahrradhelm tragen

Erleichterung bei Alltagsradlern: Auch zukünftig dreht man ihnen keinen Strick daraus, wenn sie ohne Fahrradhelm mit dem Fahrrad fahren. Das hat das Oberlandesgericht Düsseldorf (I-1 U 278/06) in einem Urteil einem Radler attestiert, der bei einem Unfall mit einer Fußgängerin vom Rad gestürzt war und sich schwer am Kopf verletzt hatte.

Zwar hatte die Fußgängerin den Unfall verursacht, das Landesgericht rechnete dem Radler jedoch wegen Nichttragens eines Helms eine Mitschuld von 70% an. Nun hat der 1. Zivilsenat des OLG den Radler von jeder Mitschuld freigesprochen und ihm dadurch die Möglichkeit eröffnet, Schadensersatz und Schmerzensgeld zu einzufordern. Allerdings haben die Richter die Möglichkeit zur Revision zugelassen.

Die gleiche Kammer hatte im Frühjahr gegenüber einem Rennradler noch ganz anders geurteilt. Diese differenten Sichtweisen erklärte das Gericht mit den völlig unterschiedlichen Fahrweisen der beiden Gruppen und den damit verbundenen Risiken. So seien bei den meisten Alltagsradlern das Unfallrisiko und die Eigengefährdung deutlich geringer als bei Rennradlern.


Löst Fahrradhelm Krise bei der Landesregierung aus?

Da hat sich NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers doch tatsächlich als Verfechter der Wahlfreiheit beim Tragen von Fahrradhelmen geoutet. Diesen Schluss lässt zumindest eine Anfang August erschienene Pressemeldung zu, nach welcher FDP-Fraktionsgeschäftsführerin Carina Gödecke beim Ministerpräsidenten anfragen ließ, warum dieser bei seinen Touren durchs Land jüngst zu Beginn der Sommerferien ohne Helm gefahren sei und damit ein schlechtes Beispiel abgegeben habe. Und das, wo doch sein von der FDP gestellter Innenminister Ingo Wolf ein ausdrücklicher Befürworter von Fahrradhelmen sei.

Der Ministerpräsident hat sich davon unbeeindruckt gezeigt. "Er teile zwar die Auffassung seines Ministers, aber ohne Helm zu fahren sei eine persönliche Entscheidung von Rüttgers", so seine Staatskanzlei. Dazu nehme man keine Stellung.


Radfahren ohne Kette?

Bei der alljährlich stattfindenden Fahrraddemo "Tour de Natur" gab es im vergangenen Sommer folgende merkwürdige Auflage seitens der Genehmigungsbehörden: "Das Tragen von Gliederketten aus unedlen Metallen mit mehr als 1 mm Durchmesser ..., ist auf dem Wege und während der Veranstaltung untersagt." Das ist leichter gesagt, als getan! Was nützt ein Fahrrad ohne Kette?

HF


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Herbst 2007.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de