<< Danzig -- Tallin -- Helsinki mit dem Fahrrad zurück zur Jahresübersicht Die Rotbachroute >>


RAD im Pott Herbst 2007 Im Pott

Der "RuhrtalRadweg" von der Quelle bis zur Mündung -- ein Reisebericht

Der neue Ruhrtalradweg ist seit einem Jahr in aller Munde. Das hat auch uns bewogen, ihn einmal auszuprobieren und von der Quelle bis zur Mündung komplett abzufahren. Im Juni war es soweit. Die Anreise sollte mit dem Zug erfolgen - ein reines Abenteuer. Von Gladbeck ging es mit der Nordwest-Bahn nach Dortmund und von dort nach Winterberg. Schon beim Start hatte der Zug 10 Minuten Verspätung. Es gab zwei Waggons mit Radmitnahme. In Wanne-Eickel Hbf hieß es dann Umsteigen in den ersten Waggon, weil der zweite abgekoppelt wurde. Und der erste Waggon war schon mit Rädern voll. Irgendwie quetschten wir uns dazu und konnten dann bis Dortmund die Räder festhalten, weil die Ständer längst belegt waren. Und im gleichen Stil ging es im zweiten Zug ab Dortmund weiter! Auch er war hoffnungslos mit ca. 20 Rädern überfüllt statt den erlaubten acht. Der Zug hatte 2
Foto eines idyllischen Sees
Einstiege, von denen nur einer für Räder vorgesehen war -- woran sich niemand hielt. Die Zugbegleiter erzählten, dass dies oft so sei.

Nach diesem wenig viel versprechenden Beginn konnte es nur noch besser werden. Der Ruhrtalradweg überzeugt im Großen und Ganzen als ein flussbegleitender Radwanderweg, der das Zeug hat, zu den schönsten in Deutschland zu zählen. Lediglich der Abschnitt zwischen Olsberg und Bestwig lässt zu wünschen übrig. Das liegt nicht an den Steigungen, die manchmal herausfordern, sondern an der Wegführung direkt an der dicht befahrenen B7, so dass der Verkehr mit den vielen LKW.s direkt, ohne trennenden Grünstreifen, neben dem Radler entlangrauscht. Zwar fährt man auch zwischen Meschede und Freienohl straßenbegleitend, aber zumindest ist die Straße dort nicht mehr so dicht befahren.

Ab Arnsberg lässt der Radweg aber keine Wünsche mehr offen und je mehr man sich dem Ruhrgebiet nähert, desto schöner wird er - entgegen allen Klischees. Er verlässt die Straßen und führt durch Felder oder autofrei direkt neben dem Fluss. Die Sehenswürdigkeiten häufen sich zwischen Schwerte und Mülheim, so dass man sie gar nicht alle bei einer Tourendauer von vier Tagen anschauen kann.

Insgesamt ist der Ruhrtalradweg ein wunderschönes Raderlebnis, dem man nur wünschen kann, dass er von vielen Radwanderern aus fernen Regionen entdeckt wird.

vb


<< Danzig -- Tallin -- Helsinki mit dem Fahrrad zurück zur Jahresübersicht Die Rotbachroute >>


Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Herbst 2007.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de