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RAD im Pott Frühjahr 2007 Duisburg

Duisburger Umwelttage 2007

Das diesjährige Thema "Umwelt, Mobilität und Verkehr passt hervorragend zur Debatte um den Masterplan Innenstadt und das dazugehörige Gutachten von Lord Norman Foster.

Vor dem Hintergrund des Klimawandels und des zunehmenden Kampfs um Rohstoffe brauchen Städte, die die Herausforderungen der Globalisierung erfolgreich meistern wollen, Entwicklungskonzepte, die Mobilität energie- und rohstoffsparend gewährleisten.

Die Aufenthaltsqualität muss nachhaltig verbessert werden. Naherholung, Naturerlebnis und Ruhe sind auch im urbanen Lebensraum unverzichtbar, damit die Menschen nicht weite Wege mit dem Auto zurücklegen, um diese wichtigen Güter zu erlangen.

Kinder und Jugendliche benötigen Lebens- und Freiräume, die nicht vom Autoverkehr dominiert werden, sichere Schulwege, die Mobilität zu Fuß und mit dem Rad als beste Fortbewegung erleben lassen. Verantwortlicher Umgang mit der Natur beginnt im Erleben des täglichen Umfeldes. Wer schon als Kind erlebt, dass man als Fußgänger und Radfahrer nur eine Randgröße im Verkehrssystem ist und vielfältigen Gefahren und Hindernissen ausgesetzt wird, lernt intuitiv sich nach dem Auto zur Fortbewegung zu sehnen, um endlich ein "vollwertiger" Verkehrsteilnehmer zu werden.

Eine Erhöhung des Fuß- und Radverkehrs in Duisburg auf 20% wäre ein wichtiger Schritt, den schädlichen CO[2]-Ausstoß zu senken, Lärmemissionen spürbar zu verringern und die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern. Auch die Autofahrer profitieren nachhaltig von dieser Entwicklung, da die Verkehrsbelastung der Straßen sinkt und weniger Staus entstehen.

Während diese Argumente in Gesprächen auf breite Zustimmung stoßen, sieht es mit der praktischen Umsetzung weit schwieriger aus. Viele Eltern verbieten ihren Kindern, mit dem Rad zur Schule zu fahren, weil sie die Gefahr im Straßenverkehr für zu groß halten. Das gleiche Argument hört man immer wieder von älteren Mitbürgern, die gerne ihre Erledigungen mit dem Rad machen würden, aber durch zahlreiche Angst- und Stresserlebnisse mit Autos so verunsichert sind, dass sie schweren Herzens darauf verzichten.

Um zu einer nachhaltigen Verhaltensänderung zu gelangen, müssen folglich Angebote für Radfahrer und Fußgänger in der Stadt geschaffen werden, die leistungsfähige Hauptachsen weitestgehend von den Gefahren des Autoverkehrs trennen. Duisburg ist durch sein besondere geografische Lage und den Rückzug der Montanindustrie in der glücklichen Situation, ein derartiges Verkehrskonzept in die Tat umsetzen zu können.

Auf den alten Bahntrassen vom Hauptbahnhof in die Wedau und zum Kultushafen in Hochfeld lässt sich ein leistungsfähiges Rad- und Fußwegenetz verwirklichen, dass den ökologischen und städtebaulichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht wird. Ohne mit dem Autoverkehr in Kontakt zu gelangen, kann man so das Zentrum der Stadt erradeln, zum Rhein, zum Stadtwald und zum Sportpark Wedau gelangen.

Das "Grüner Ring" genannte Konzept kann seine großen Potentiale nur dann angemessen entfalten, wenn es so ausgelegt und umgesetzt wird, dass Tausende es täglich gerne nutzen, Fußgänger und Jogger eigene Wege getrennt vom Radverkehr erhalten und die jetzigen Eisenbahnbrücken erhalten bleiben, um nicht den Autoverkehr bremsen zu müssen. Das strategische Mobilitätskonzept "Grüner Ring" bildet dann das Rückgrad gesunder und effizienter Mobilität im Herzen der Stadt. Die Größe der zur Verfügung stehenden Flächen macht es möglich, die 5 m breiten, getrennten Fuß- und Radwege mit begleitendem Grün zu versehen und so nicht nur die Erlebnisqualität zu verbessern, sondern eine dauerhafte Grünvernetzung zu erreichen.

Aus Sicht des ADFC sollten die Umwelttage 2007 daher ein besonderes Augenmerk auf den Radverkehr und die Grünvernetzung legen und der Debatte um die Erneuerung des Duisburger Zentrums Gehör verschaffen.

Die Auftaktveranstaltung der Umwelttage am 05.06. wird den Akzent auf die ökologische Herausfoderung und die Probleme des Auto-Verkehrskonzeptes legen. Ein prominentes Podium mit "Radverkehrspapst" Professor Monheim, Vertretern des Umweltbundesamtes, des ADFC Duisburg, NRW-Verkehrsminister Wittke und der Stadt Duisburg verspricht eine spannende und kenntnisreiche Diskussion.

Am 22.06. lädt der ADFC-Duisburg anlässlich seines 20-jährigen Bestehens zu einer Jubiläumsradtour durch die Innenstadt ein. Höhepunkt wird der Empfang im historischen Hanielhof im Radhaus sein. Der Start wird auf unserer Homepage bekannt geben.

Dieter Depnering


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Frühjahr 2007.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de