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RAD im Pott Frühjahr 2007 Essen

Neues für Essens Radler

Sturm "Kyrill" behindert auch den Radverkehr

In diesem Winter (zumindest bis Redaktionsschluss Anfang Februar) haben nicht Eis und Schnee dem Radverkehr in Essen zu schaffen gemacht, sondern Wind und Regen - und hier ganz speziell der Mitte Januar bundesweit wütende Sturm "Kyrill". Innerhalb weniger Stunden waren auch die meisten Radwege unpassierbar, entweder durch herabgefallene Äste und Dachziegel oder gleich vollständig durch umgestürzte Bäume.

Während die Straßen relativ schnell wieder geräumt wurden, gestaltete sich das beim Radverkehr schon etwas langwieriger. Die zu Radwegen umgewidmeten Bahntrasssen waren innerhalb weniger Tage wieder passierbar, auch wenn hier das Entfernen der Absperrungen etwas unkoordiniert ablief. So war der
Foto des Weges im Wald mit querliegenden Bäumen
Radgehweg im nördlichen Stadtwald zwischen Franenstraße und Langenbrahmsiedlung Ende Januar
Gruga-Annental-Radweg von Rüttenscheid her noch eine Zeit lang gesperrt, während es von Rellinghausen her keine Absperrungen mehr gab. Etwas länger dauerte es an einigen Abschnitten des Ruhrtal-Radweges, aber auch dieser war bis Ende Januar wieder befahrbar. Bei Redaktionsschluss nach wie vor gesperrt waren allerdings die für Radfahrer freigegebenen Wege innerhab der Essener Wälder, was aber auch allzu verständlich ist, wenn man sich die dort durch den Sturm verursachten Schäden betrachtet. Dennoch Hochachtung und Dank an all die Mitarbeiter und Helfer, die an alledem beteiligt waren.

JB

FDP fordert Stopp von Einbahnstraßenöffnungen

Immer noch scheint die Essener FDP eine Verkehrspolitik zu vertreten, die eher in die Steinzeit als in die heutige Zeit passt. Nur diesen einen Schluss lässt ein Anfang Februar in der NRZ erschienener Artikel zu, in welchem die Freidemokraten die Beendigung der Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr fordern -- zugunsten von mehr Radwanderwegen.

Natürlich wäre wünschenswert, wenn es weitere Radwanderwege in Essen geben würde, nur sind diese ungleich teurer und angesichts der desolaten Finanzlage der Stadt kaum noch bezahlbar. Allenfalls mit Hilfe von Fördergeldern des Landes wäre dies noch möglich, nur ist auch hier das Geld inzwischen knapp bemessen. Kleinprojekte wären aber für die Stadt noch aus Eigenmitteln finanzierbar. Und da gibt es nichts effizienteres als die Öffnung von Einbahnstraßen oder die Einrichtung von Fahrradstraßen. So können für nur wenige hundert Euro mit geringem Aufwand gute und sichere Verbindungen für Radler geschaffen werden -- anstelle mehrerer Millionen Euro für einen Radwanderweg.

Das müssten eigentlich auch die Freidemokraten wissen -- es sei denn sie wollen aus ideologischen Gründen keine weiteren Maßnahmen für den Radverkehr innerhalb des Stadtgebiets. Radfahrer weg von der Straße, freie Bahn für Autos, so die offensichtliche Devise! Dabei spricht nichts gegen die Öffnung von Einbahnstraßen, auch die immer wieder gerne zitierte Gefährdung von Radfahrern trifft nicht zu -- im Gegenteil. Die Praxis zeigt, dass es dort faktisch zu keinen Unfällen kommt, denn die entgegenkommenden Verkehrsteilnehmer sehen sich gegenseitig gut. Einer der wichtigsten Aspekte im Verkehr ist nun mal sehen und gesehen werden, und das trifft hier zu. Insofern bedeutet die Öffnung von Einbahstraßen die Schaffung sicherer Verbindungen auf Nebenstrecken.

Angesichts der Tatsache, dass man bei der Stadt derzeit ein größeres Programm zur Öffnung von Einbahnstraßen für Radler in Gang gesetzt hat, ist der Vorstoß der FDP zum jetzigen Zeitpunkt nur allzu durchsichtig. Hier wird versucht, die preiswerte und sinnvolle Freigabe von Einbahnstraßen gegen den Bau von zwar ebenso sinnvollen, aber eben teuren Radwanderwegen gegenseitig auszuspielen. Insofern kann die Forderung der FDP nur als Ablenkungsmanöver dafür angesehen werden, nichts mehr in den Radverkehr in Essen investieren zu wollen.

JB


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Frühjahr 2007.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de