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RAD im Pott Frühjahr 2007 Im Pott

ADFC: Besseres Klima durch mehr Radverkehr

Radfahren kann den CO2-Ausstoß des Verkehrs um sechs Prozent senken. Wenn Fahrten bis 7,5 Kilometer statt mit dem Auto mit dem Fahrrad zurückgelegt würden, könne das jährlich einen Ausstoß von 2,4 Millionen Tonnen CO2 ersparen. Damit hätten die Niederlande ein Achtel der Ziele des Kyoto-Protokolls erreicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Berechnung des niederländischen Fahrradverbandes "Fietsersbond".

Welches Reduktionspotential das Fahrrad bieten kann, zeige das Beispiel der nordrhein-westfälischen Stadt Troisdorf. Dort stieg nach gezielten Maßnahmen die Fahrradnutzung innerhalb von acht Jahren um ein Drittel. Gleichzeitig sanken die Pkw-Fahrten um zehn Prozent. Auf Gesamtdeutschland hochgerechnet ergäbe dies ein Einsparpotential von rund drei Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Das wären 15 bis 20 Prozent der vom nationalen Klimaschutzprogramm geforderten CO2-Verminderung im Straßenverkehr. Das Umweltbundesamt schätzt, dass eine Erhöhung des Radverkehrs den CO2-Ausstoß um vier bis sogar 13 Millionen Tonnen vermindern kann. Dafür müssten die Deutschen ihre jährliche Radfahrleistung auf 824 bis 1320 Kilometer erhöhen. Derzeit legen sie im Schnitt 300 Kilometer pro Jahr per Rad zurück, so der ADFC. "Anreize kann die Bundesregierung mit dem Nationalen Radverkehrsplan schaffen. Dazu muss sie aber auch mehr Mittel zur Verfügung stellen. Zuletzt hatte die Bundesregierung den Etat für Radwegebau an Bundesstraßen von 100 auf 80 Millionen Euro pro Jahr reduziert.


Zusätzliche Rückspiegel für Lkw ab 2008

Ab Ende 2008 müssen Lkw über 3,5 t Gesamtgewicht mit zusätzlichen Rückspiegeln ausgestattet werden. Die Spiegel sollen dafür sorgen, dass Lkw-Fahrer beim Rechtsabbiegen Radfahrer und Fußgänger nicht übersehen. Der ADFC begrüßt den Beschluss der EU. Mit langjähriger Informationsarbeit, anschaulichen Aktionen zum Problem des "toten Winkels" und in Kooperation mit dem Europäischen Radfahrerverband ECF hatte der ADFC sich für diese Nachrüstung älterer Lkw eingesetzt.

Die beschlossene Nachrüstpflicht ergänzt eine EU-Richtlinie, nach der die Fahrzeughersteller ab 2007 nur neue Lkw mit Spiegeln gegen den toten Winkel ausrüsten müssen. Solche Rückspiegel erweitern das indirekte Sichtfeld der Lkw-Fahrer und tragen dazu bei, folgenschwere Unfälle beim Abbiegen zu verhindern. Ohne die Pflicht zum nachträglichen Einbau würde es rund 16 Jahre dauern, bis alle Lkw in Europa diesen Sicherheitsstandard aufwiesen.

Bisher war es den Lkw-Haltern frei gestellt, ihre Fahrzeuge nachträglich mit den Sicherheitsspiegeln auszustatten. Sie haben nun eine Übergangszeit von zwei Jahren, um ihre seit dem Jahr 2000 zugelassenen Lkw modernisieren. "Ich freue mich über die Ankündigung der Bundesregierung, die Verpflichtung zur Nachrüstung schnellstmöglich wirksam werden zu lassen, zumal deutsche Hersteller bereits seit Ende 2004 neue Lkw freiwillig mit diesen Spiegeln ausrüsten", sagte die stellvertretende ADFC-Bundesvorsitzende Heidi Wright.


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Frühjahr 2007.
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