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RAD im Pott Winter 2006 Duisburg

Kostenfreies City-Parken

Ein besonderes Geschenk macht die Stadt Duisburg auch in diesem Jahr wieder den Autofahrern in der Innenstadt. Bis zum Jahresende kann in Duisburgs City auf allen öffentlichen Parkplätzen für zweieinhalb Stunden kostenfrei geparkt werden. Damit sollen Besucher für den Weihnachtsmarkt angelockt werden. An Wochenenden werden zusätzlich noch zwei Schulhöfe zum Parken freigegeben. Woher die finanziellen Mittel für dieses Weihnachtsgeschenk an die Autofahrer kommen, ist völlig unklar.

Im Gegenzug wird die Innenstadt für Rad fahrende Kunden durch den Weihnachtsmarkt noch unattraktiver, da der Weihnachtsmarkt auf der Königstraße wie im Vorjahr die z. Zt. wichtigste Achse für den Radverkehr ersatzlos blockiert (siehe Artikel auf Seite 16 in dieser Ausgabe). Auch auf die Idee, durch Freifahrten mit Bussen und Bahnen die Erreichbarkeit der Geschäfte und des Marktes zu steigern, scheinen die zuständigen Stellen in Duisburg nicht zu kommen.


August-Thyssen-Straße

Wegen ihrer überdimensionierten Fahrbahn soll die August-Thyssen-Straße in Obermarxloh im Rahmen einer Erneuerung grundsätzlich neu aufgeteilt werden. Es sollen beidseitig Park- und Radfahrstreifen entstehen. Um genügend Platz für möglichst viele Parkplätze zu erhalten, werden die Radfahrstreifen wieder einmal durchgehend nur die Bruttomindestbreite von 1,85 Meter bekommen, allerdings mit einem Schutzstreifen als Abstand zum Längsparkstreifen. Der Bauabschnitt zwischen Markgrafen- und Walther-Rathenau-Straße soll nach der Fertigstellung des geplanten Neubaugebiets frühestens 2008 beginnen, der Umbau der Kreuzung mit der Walther-Rathenau-Straße zu einem Kreisverkehr soll dagegen noch in diesem Jahr ausgeschrieben werden. Später ist auch eine Fortführung der Radfahrstreifen im weiteren Verlauf der Walther-Rathenau-Straße geplant. Auf der August-Thyssen-Straße vor dem Schulzentrum sind dagegen bisher keine konkreten Anlagen für den Radverkehr geplant. Allenfalls Angebotsstreifen kann sich die Verwaltung wegen des "hohen Parkdrucks" hier vorstellen.


Öffnung von Einbahnstraßen in Homberg, Rheinhausen und der Innenstadt

Die Einbahnregelung auf der Humboldtstraße in Homberg ist vor kurzem aufgehoben worden. Nach jahrelangem Ringen und einem Bürgerantrag aus Reihen des ADFC ist dieses im Jahre 1975 eingerichtete Hindernis für den Radverkehr endlich beseitigt worden.

Eine neue Verkehrsführung soll bis zum Erscheinen dieser RAD im Pott auch in Rheinhausen verwirklicht worden sein. Auf der Kirchstraße und auf der Günterstraße werden die bestehenden Einbahnstraßenregelungen aufgehoben und jeweils durch "unechte" Einbahnstraßenregelung ersetzt. Für den Radverkehr wird die Einbahnstraßenregelung gänzlich aufgehoben.

Ebenfalls für den gegenläufigen Radverkehr geöffnet werden soll die Wallstraße zwischen Dellplatz und Friedrich-Wilhelm-Straße. Die Ampel an der Ausfahrt in die Friedrich-Wilhelm-Straße ist schon nachgerüstet worden.


Unfallgefahr beseitigen!

Auf dem Rad- und Wanderweg von Neumühl zum Hagenshof kam es vor wenigen Wochen zu einem schweren Verkehrsunfall. Eine Schülerin wurde beim Queren der Wiener Straße von einem PKW erfasst und lebensgefährlich verletzt. Diese Querungsstelle und auch die folgenden im Gewerbegebiet Neumühl sind aufgrund der parkenden Autos, der Fahrbahnbreiten und der hier oftmals deutlich überhöhten Geschwindigkeit der PKW und LKW sehr gefährlich. In einer Kommission aus Bezirksvertretern und Fachverwaltung soll noch in diesem Jahr eine Lösung gefunden werden, wie der Weg von Neumühl nach Obermeiderich sicherer gestaltet werden kann. HF


Osttangente genehmigt

Mit dem Planfeststellungsbeschluss durch die Bezirksregierung Düsseldorf vom 17. Oktober 2006 ist die Planung der Osttangente auf Antrag der Stadt Duisburg genehmigt worden. Die Neubauplanung sieht vor, die Osttangente am Knotenpunkt Margarethenstraße, Moerser Straße, Brücke der Solidarität durch Umgestaltung zu einem Kreisverkehr anzubinden. Von dort verläuft die Osttangente als zweispurige Straße in südöstliche Richtung zum Hochufer des Rheins. Nach Unterquerung der Bahnstrecke Duisburg - Krefeld verläuft die Osttangente zum Logport. Die vorausgegangene Planfeststellung hat in einem Anhörungsverfahren Fachbehörden, Versorgungsunternehmen und Naturschutzverbände beteiligt. Auch der ADFC hatte umfangreiche Einwendungen geschrieben (RiP berichtete). Diese Bedenken wurden im Verfahren allesamt vom Tisch gewischt. HF


Brücke über den Angerbach

Im Januar 2004 musste die Rad-Gehwegbrücke über den neuen Angerbach wegen baulicher Mängel abgerissen werden. Seither stehen für Radfahrer und Fußgänger große Umwege zwischen Hüttenheim und Huckingen an. Versuche, eine Brücke aus Homberg hierher zu versetzen, schlugen fehl. Anfang des Jahres zeigte sich ein Hoffnungsschimmer: Es fanden sich mit dem Hüttenwerk Krupp-Mannesmann (HKM) ein Sponsor, der den Bau einer neuen Brücke unterstützen wollte. Die architektonisch anspruchsvolle Neuplanung hätte allerdings auch für die Stadt erhebliche Kosten verursacht. Obwohl HKM offenbar zu Gesprächen über eine preiswertere Lösung bereit gewesen wäre, plant die Stadt nun eine Sparversion ohne Unterstützung. Die wichtige Verbindung soll nun lediglich 1,80 m breit werden. Da die Brücke Pilotroute des Veloroutennetzes ist, hatte der ursprüngliche Entwurf eine den Richtlinien entsprechende Breite von drei m. Das einzig positive: Der angedachte Baubeginn ist im kommenden Frühjahr. HF


Fahrradstraße zum Entenfang?

Die Bissingheimer Straße wird in Kürze eine neue Fahrbahndecke erhalten. Auf Antrag der Linken im Planungsausschuss soll nun gegen den Willen von Planungsdezernent Dressler geprüft werden, ob diese Zufahrt zu dem bedeutenden Naherholungsgebiet vorrangig dem Radverkehr gewidmet werden kann. Dressler zeigte mit seiner Äußerung, die Straße sei viel zu schmal, um davon noch Raum für Radwege abzuzweigen, dass er selbst zehn Jahre nach der Novellierung der StVO immer noch nicht begriffen hat, was eine Fahrradstraße ist und zu welchen Zwecken sie eingerichtet werden kann. Der Antrag wurde gegen die Stimmen der CDU angenommen. HF


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Winter 2006.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de