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RAD im Pott Winter 2006 Duisburg

Öffnung der Kaiser-Wilhelm-Straße?

Seit mehr als 10 Jahren setzt sich der ADFC für das legale Befahren der Marxloher Einkaufsstraße für den Radverkehr ein. Immer wieder wurde dies von Politik und Verwaltung wegen der Straßenbahn und einer angeblichen Gefährdung der Fußgänger abgeschmettert.

Wenige Tage nach einem Ortstermin des Planungsdezernenten mit einem dort ansässigen Immobilienbesitzer und Geschäftsmann war im Amtsblatt der Stadt nachlesen, dass genau diese Straße, die bisher nur der Straßenbahn und den Fußgängern vorbehalten war, plötzlich "uneingeschränkt dem Verkehr gewidmet" werden soll. Ohne Beteiligung der entsprechenden politischen Gremien.

Erst auf eine offizielle Anfrage sowohl der SPD wie auch der Linken/Offene Liste auf der Sitzung des Verkehrausschusses Ende August bezog der Dezernent Stellung: Man überlege, ob und wie man den unteren Teil der "totesten Fußgängerzone der Stadt" wiederbeleben könne. Und da habe es auch Überlegungen gegeben, den unteren, in der Tat wenig frequentierten Teil der Kaiser-Wilhelm-Straße zumindest teilweise wieder für den Autoverkehr (z.B. für Anwohner) zu öffnen, dazu wolle man schon einmal die notwendige rechtliche Grundlage schaffen. Dass die Meldung schon im August im Amtsblatt stand, war laut Planungsdezernent aber "völliger Unsinn", ein Fehler eines übereifrigen Mitarbeiters.

Inzwischen sind erste Pläne aufgetaucht, die die Einrichtung einer Tempo-20-Zone zwischen der Egon- und der Franz-Julius-Straße vorsieht. Diese Pläne wurden auf einer ersten Info-Veranstaltung unterschiedlich aufgenommen und kontrovers diskutiert. Einige ansässige Geschäftsleute und Eigentümer begrüßten die Pläne, während die meisten Anwohner deutliche Nachteile durch den Autoverkehr befürchten.

Die Geschäftswelt verspricht sich davon eine Belebung, wenn die Kunden an den Geschäften vorbeifahren können. Da aber auf der gesamten Strecke nur 12 PKW Stellplätze eingerichtet werden sollen, darf ein solcher Erfolg bezweifelt werden.

Herbert Fürmann


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Winter 2006.
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