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RAD im Pott Winter 2006 Im Pott

Zukunftsprojekt Radtourismus im Ruhrgebiet

"RuhrtalRadweg" Radroute des Jahres 2007

Als Erfolg hat sich der erst Ende April 2006 eröffnete neue RuhrtalRadweg erwiesen. Wobei er wiederum so neu auch nicht ist, verläuft er doch in vielen Bereichen auf den seit vielen Jahren an der Ruhr befindlichen Radwanderwegen. Die waren in der Vegangenheit schon stark freuentiert, wenn auch häufig lokal begrenzt, wie z.B. am Baldeneysee oder am Kemnader See.

Wirklich neu ist das einheitliche Marketingkonzept mitsamt einer einheitlichen Ausschilderung sowie einer Radwanderkarte, welche den vollständigen RuhrtalRadweg enthält. Der Weg beginnt im Sauerland an der Ruhrquelle in Winterberg. Von dort geht es 220 Kilometer flussabwärts über Arnsberg mit seinem mittelalterlichen Stadtkern, der Zeche Nachtigall in Witten, dem Baldeneysee und die Villa Hügel in Essen bis nach Duisburg mit seinem futuristisch gestalteten Areal "Innenhafen". Unterwegs sind spannende Kombinationen mit Dampfzug, Fahrgastschiff oder Paddelboot möglich.

Foto der Personen vor einem Fahrrad-Wegweiser an der Strecke
Radweg-Freigabe im April u.a. mit RVR-Planungsdezernent Dr. Thomas Rommelsbacher (links) u. Landtagspräsidentin Regina van Dinther (Mitte)
Auch wenn viele Radwege bereits vorhanden waren, mussten doch einige Abschnitte verbessert oder gänzlich neu gebaut werden. Augenfälligstes Beispiel ist der Abschnitt zwischen der Zeche Nachtigall in Witten-Bommern und der Burgruine Hardenstein. Die dort ebenfalls neu eingerichtete Fähre über die Ruhr hatte in ihrer ersten Saison gleich 70.000 Fahrgäste zu verzeichnen.

Natürlich gibt es noch etliche Abschnitte mit mehr oder weniger großem Verbesserungsbedarf. In Essen sind dies zum einen die teilweise recht gefährliche Querung des Radwanderweges über die Marie-Juchacz-Straße in Rellinghausen, zum anderen die Führung durch den Stadtteil Werden sowie über die sich anschließende Ruhrbrücke. Bezeichnenderweise hat hier die örtliche Bezirksvertretung Planungen für eine sicherere Führung kürzlich eine Absage erteilt - eine im Hinblick auf die weitere touristische Entwicklung sehr kurzfristig gedachte Entscheidung. In Mülheim gibt es derzeit noch drei Knackpunkte: Zum einen die Wegequalität des Weges rund um den Ortsteil Mintard, dann die baufällige Brücke über die Düsseldorfer Straße (die aber noch in diesem Winter erneuert wird, siehe auch S.32 ) und nicht zuletzt die Führung im Bereich Styrum Richtung Oberhausen-Alstaden.

Hier besteht also noch Handlungsbedarf. Ungeachtet dessen haben nach Auskunft der Ruhrgebiets-Tourismus GmbH allein in der ersten Saison etwa 80.000 Radler und Radlerinnen den RuhrtalRadweg befahren, 25.000 Exemplare der Spiralo-Radwanderkarte sind verkauft worden. Überhaupt waren noch nie so viele Radler mit ihren charakteristischen Radreisetaschen im Ruhrtal zu sehen gewesen wie in diesem Jahr. ADFC und EFI konnten im Sommer bei einem ihrer Infostände sogar Radler aus Heidelberg und Augsburg begrüßen, die gerade in Essen Station machten. Besonders für Familien bietet sich der zum großen Teil autofreie Radwanderweg an.

Foto der vierspurigen Schnellstraße an der Ruhrbrücke
Einer der größten Knackpunkte des RuhrtalRadweges: die Werdener Ortsdurchfahrt und Ruhrbrücke

Und nun ist der RuhrtalRadweg auch noch zur "Radroute des Jahres 2007 in NRW" gekürt worden. So gesehen hat der Radweg beste Chancen unter die Top Five der Fluss-Radwege in Deutschland zu gelangen, das jedenfalls glauben die Leute der Ruhrgebiets-Tourismus GmbH.

In diesem Zusammenhang sei noch ein Tourenprojekt erwähnt, das die WAZ zusammen mit den Leuten von "ruhrtal Rad" aus Mülheim (das wiederum sind die Betreiber der "revier.rad"-Stationen) konzipiert hatten. In einer Zeitungsbeilage wurden 13 geführte Radtouren kreuz und quer durch.s Ruhrgebiet vorgestellt, die von Ende September bis Ende Oktober individuell als pauschales Arrangement gebucht werden konnten. Leider hat man aus unerfindlichen Gründen die Beilage nicht der Tageszeitung beigelegt. Statt dessen wurden sie in den "revier.rad"-Stationen ausgelegt - ob noch darüber hinaus, ist nicht bekannt.

Anlässlich der Eröffnung des RuhrtalRadweges im April hatte die WAZ-Mediengrupe hingegen ihren Zeitungen eine immerhin achtseitige Beilage begefügt. Und Mitte Oktober gab es unter dem Titel "Erlebnis Herbst / ... / Freizeit einmal ohne Auto" eine weitere Beilage, in welcher dem RuhrtalRadweg nochmals zwei Seiten gewidmet worden sind.

J.B.


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Winter 2006.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de