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RAD im Pott Sommer 2006 Essen

"Abschiedsgeschenk" des scheidenden Polizeipräsidenten

Essener Polizei steigt auf's Rad

Es gibt einige Dinge, die sich ADFC und EFI auf ihre Fahnen schreiben können. Die neuen Fahrradpolizisten gehören in jedem Fall dazu. Angesichts einer immer weiter wachsenden Zahl von Radwanderwegen abseits von Straßen hatten die Fahrradverbände bereits seit vielen Jahren deren Einsatz gefordert.

Auf Initiative von EFI-Sprecher und Bürgermeister Rolf Fliß stattete Polizeipräsident Herbert Schenkelberg zusammen mit dem Leiter des Verkehrsdezernats, Polizeihauptkommissar Heinz Wodara, den Fahrradverbänden einen Besuch ab (siehe auch RiP 3/2005). Die während dieses Gespräches erneuerte Forderung von ADFC und EFI bezüglich des Einsatzes von Polizeistreifen auf Rädern wurde von beiden zunächst überaus verhalten aufgenommen. Als dann wenige Tage nach dem Treffen Bürgermeister und Polizeipräsident gemeinsam eine Erkundungs-Radtour durch Essen unternahmen, kam das Thema abermals aufs Tableau.

In den darauffolgenden Monaten wurden weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit dann doch die Weichen für die Einrichtung einer Fahrradstaffel gestellt. Anfang April schließlich konnte Polizeipräsident Herbert Schenkelberg diese der Presse präsentieren. Dass es sich dabei fast schon um ein "Abschiedsgeschenk" des zu diesem Zeitpunkt bereits nach
Die Übergabe der Fahrradstadtpläne: Die Fahrradstaffel eingerahmt von Bürgermeister Rolf Fliß und Fahrradbeauftragter Christian Wagener (rechts) sowie durch den für die Kartographie zuständigen Amtsleiter Werner Kulick
Foto der Polizisten der Fahrradstaffel in Uniform mit Fahrradhelm
Düsseldorf abberufenen Schenkelberg handeln würde, war wohl reiner Zufall. Wobei es in seinem zukünftigen Tätigkeitsbereich bereits seit einigen Jahren Polizeistreifen auf Fahrrädern gibt.

Sechs gut trainierte Beamte und Beamtinnen treten ab sofort am Baldeneysee, auf den Fahrradtrassen, in Fußgängerzonen, in Parks und auch auf Friedhöfen in die Pedale. Man will ein Gefühl von Sicherheit auch in den Bereichen vermitteln, wo man bislang nicht so präsent war.

Eigentlich ist die Fahrradstaffel bei ihren Einsätzen uniformiert, kann aber auch in Zivil unterwegs sein. Da heißt es für bestimmte Radlergruppen sich gut zu überlegen, wann man beispielsweise über eine rote Ampel fährt oder durch die Fußgängerzone heizt. Wie bereits erwähnt sind die Fahrradpolizisten gut in Form. Dass diese auch gegen falsch parkende Autos auf Radwegen vorgehen, dürfte selbstverständlich sein.

Sechs geländegängige Räder mit einer für die Einsätze zugeschnittenen Ausrüstung hat die Essener Polizei angeschafft. Insgesamt setzt sich die Fahrradstaffel aus 18 Beamten zusammen, die alle der Einsatzhundertschaft angehören. Eine Fahrradstreife besteht dabei immer aus zwei Beamten. Bei der Einrichtung der Fahrradstaffel hatten sich übrigens noch viel mehr Freiwillige gemeldet, so dass gelost werden musste!

EFI-Sprecher Rolf Fliß jedenfalls dankte dem scheidenden Polizeipräsidenten Schenkelberg dafür, dass es nach jahrelangem Bohren der Fahrradverbände nun endlich mit den Fahrradstaffeln geklappt hat und wünschte den neuen Fahrradpolizisten "Pedal- und Rahmenbruch und allzeit gute Fahrt".

Die neuen Essener Fahrradpolzisten sollen neben ihrer Kontrollfunktion natürlich auch Hilfestellungen geben können, z.B. um Radlern Unterstützung bei der Wegefindung zu bieten. Hier kommt der nagelneue Fahrradstadtplan der Stadt Essen ins Spiel. Gesagt, getan -- auf Initiative von Bürgermeister Rolf Fliß wurde Mitte Mai jedem Fahrradpolizisten ein Exemplar überreicht.

Neue Polizeipräsidentin

Neue Polizeipräsidentin in Essen und damit Nachfolgerin von Herbert Schenkelberg wird Stefania Fischer-Weinsziehr aus Münster. Dort war sie bislang bei der Bezirksregierung als Juristin tätig und hat, so jedenfalls war es in der NRZ vom 29. April zu lesen, ihr Büro immer mit dem Fahrrad erreicht. ADFC und EFI sind gespannt, ob sie das in Essen auch so handhabt.

J.B.


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Sommer 2006.
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