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RAD im Pott Herbst 2006 Duisburg

"Das Rad ist in der Stadt das ideale Verkehrsmittel"

Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland setzt mit dieser Äußerung ein bemerkenswertes Signal. Radfahren wird damit nicht mehr nur als Freizeitsport, sondern als vorbildliches Verkehrsmittel akzeptiert. Das sind neue Töne in Duisburg, wo Verkehrspolitik bisher in erster Linie mit dem Blick durch die Windschutzscheibe betrieben wird. Trotz bester topographischer Voraussetzungen ist Radfahren bisher umständlich, gefährlich und nervenaufreibend.

Wie sehr die Wirklichkeit noch von der vorbildlichen Äußerung des ersten Bürgers unser Stadt entfernt ist, davon konnten sich Teilnehmer der Radtour von ADFC und Spitze der Stadtverwaltung gemeinsam überzeugen.

So verwundert es kaum, dass der Anteil des Radverkehrs am Verkehrsaufkommen unter 5% liegt. In Münster liegt er bei ca. 30%, in niederländischen Städten noch höher. Dabei drängt die Zeit, denn nicht nur die Kosten für das Autofahren explodieren. Der sich abzeichende Klimawandel macht eine Alternative zum Auto immer dringender. Radfahren ist die Alternative zu Feinstaub und Lärm. Einmal abgesehen davon, dass damit dem Bewegungsmangel begegnet wird, der Volkskrankheit Nr. 1. Nicht zuletzt gibt es weniger Staus und Unfälle auf den Straßen, wenn mehr Menschen aufs Rad steigen.

OB Sauerland und Umweltdezernent Dr. Greulich hörten den Argumenten der ADFCler aufmerksam zu und pflichteten im Grundsatz bei. Doch angesichts der schwierigen Haushaltslage sind schnelle Veränderungen kaum zu erwarten.

Wie ernst die Worte der obersten Repräsentanten unserer Stadt wirklich gemeint sind, wird an den Themen zu messen sein, die wenig oder kein Geld kosten.

Spätestens in der übernächsten Ausgabe werden wir berichten, ob dem bemerkenswerten Sinneswandel an der Spitze der Stadt Taten gefolgt sind.

Dieter Depnering


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Herbst 2006.
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