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RAD im Pott Herbst 2006 Essen

Neues für Essens Radler

Radverkehr im Ruhrtal

Seit Jahren gestaltet sich das Radfahren im Ruhrtal für Radfahrer (und nicht nur für diese) auf Essener Gebiet als Hindernisparcours, da der Ruhrverband dort abschnittweise Druckwasserleitungen verlegte. Einmal abgesehen von den Behinderungen vor Ort während der Bauarbeiten richtete sich die Kritik in jüngster Zeit vor allem auf die Qualität der zunächst nur provisorisch wiederhergerichteten Wegeoberflächen speziell auf der Südseite des Baldeneysees am Hardenbergufer.

Deren Wiederherstellung ist nun justement in der Woche nach Redaktionsschluss der RAD im Pott erfolgt, wenn auch zunächst nur im
Foto mehrer großer Schlaglöcher im Asphalt, umgeben von Rissen
Schlaglochallee am Baldeneysee
Abschnitt zwischen Essen-Werden und Haus Scheppen, verbunden mit einer fünftägigen Vollsperrung des Weges. Östlich von Haus Scheppen bis nach Kupferdreher wird derzeit noch gebuddelt, daher bekommt dieser Abschnitt erst später seine neue Asphaltdecke.

Erste Begutachtungen haben ergeben, dass die in dem ersten Abschnitt wiederhergestellte Fahrbahndecke in jedem Fall besser ist als bei dem in diesem Frühjahr wieder freigegebenen Abschnitt des Ruhrradwanderweges zwischen Werden (ab dem Kattenturm) und Kettwig. Diese hat sich nämlich nach der Wiederherstellung in einigen Teilabschnitten als Wellenteppich entpuppt. Zudem sind einige der als Geschwindigkeitsbremse dienenden kleinen Schwellen derartig unglücklich eingesetzt worden, dass es einem beim Überfahren fast den Lenker aus den Händen haut. Schade eigentlich, denn

dieser Wegeabschnitt entspricht nicht dem Image Essens als fahrradfreundliche Stadt, was vor allem bei den zahlreichen Radtouristen, die den neuen Ruhrtal-Radweg befahren, für Enttäuschung sorgen dürfte.

J.B.


Neubauprojekte "Im Mühlenbruch" / "Überruhrstraße" / "Moltkestraße"

Drei für Radfahrer interessante Straßenbauprojekte gibt es zu vermelden:

Während die Straße "Im Mühlenbruch" in Stoppenberg rechtzeitig zum Ende der Sommerferien fertiggestellt werden konnte (hier liegt das Bischöfliche Gymnasium), waren die Bautätigkeiten bei der Moltkestraße (liegt im Grenzbereich von Rüttenscheid und dem Südviertel) sowie bei der Überruhrstraße im gleichnamigen Stadtteil während des Redaktionsschlusses im August noch voll im Gange.

J.B.


Verkehrsführung Neubau Karstadt

Als ziemliche Katastrophe hat sich in letzter Zeit die Verkehrsführung für Radfahrer im Bereich der Großbaustelle rund um den Karstadt-Neubau in der nordwestlichen Innenstadt entpuppt. Nachdem bereits der Presse zu entnehmen war, dass selbst Autofahrer mit den geänderten Verhältnissen nicht zurecht kamen, sieht es für Radfahrer ganz übel aus. Vorher gab es in dem Bereich Ostfeldstraße / Limbecker Platz bis hin zum Berliner Platz Radfahrstreifen, die kurz vor Beginn der Bauarbeiten rund um Karstadt sogar noch von Westen her über der Ottilienstraße Anschluss bekamen.

Die Radfahrstreifen sind nun ersatzlos entfernt worden, das Radeln vor allem in Richtung Berliner Platz ist seither aufgrund der sehr engen Fahrbahnen lebensgefährlich geworden. In Gegenrichtung existiert ein (von
Foto des Berliner Platzes mit Absperrungen und den Resten der abgerissenen Gebäude
Der Berliner Platz im August 2006
Fußgängern nur relativ wenig benutzter) Gehweg, der allerdings für Radler bislang nicht freigegeben wurde. Hier gäbe es also noch eine Alternativführung. Ansonsten kann man allen Radlern nur raten, diesen Bereich bis 2008 großräumig zu meiden, zumindest bis der Karstadt-Neubau fertig ist.

Kleiner Fauxpas am Rande: Die erst vor wenigen Monaten vor der Haltelinie der Autofahrer aufgebrachte Aufstellfläche für die Radler, die von der Ottilienstraße in die Ostfeldstraße links abbiegen woll(t)en, hat man wieder entfernt!

J.B.


Radverkehr auf Zollverein

Wenn dieses Heft der RAD im Pott erscheint, hat die mit vielen Vorschusslorbeeren bedachte Design-Ausstellung "Entry 2006" auf dem umgestalteten Areal von Zollverein Schacht XII wenige Tage zuvor begonnen. Eine letzter Besuch des Geländes anlässlich der Zollverein-Radtour Mitte August ergab allerdings noch das typische Durcheinander einer Großbaustelle. Die neue Nord-Süd-Achse für Autos von der Gelsenkirchener Straße hin zur Arendahls Wiese ist zwar fertiggestellt, war aber noch nicht freigegeben.

Vor drei Jahren war ebenfalls eine Nord-Süd-Achse für Radfahrer über das Zollverein-Gelände angekündigt worden, die gleichfalls ausgehend von der
Foto des neuen Radweges
Die neue Diagonalverbindung für Radfahrer und Fußgänger auf Zollverein
Gelsenkirchener Straße zunächst parallel zur neuen Autostraße weiter von Schacht XII und Zollverein I/II bis zur Straße "Bullmannaue" führen sollte. Während parallel zur Zufahrtstraße vom Radweg noch nichts zu sehen ist, hat man mit der Anlegung des Weges zwischen den beiden genannten Zollverein-Schächten diagonal über die breite Gleisharfe bereits begonnen.

Ob es anlässlich der Entry-Austellung sowohl optisch ansprechende als auch zweckmäßige Fahrradabstellanlagen geben wird, konnte leider bis zum Readaktionsschluss nicht mehr in Erfahrung gebracht werden. Es wäre aber ein Armutszeugnis sondergleichen, wenn bei einer Ausstellung mit dieser Intention und Ausstrahlung auf einem Weltkulturerbe -- und das auch noch in einer sich fahrradfreundlich nennenden Stadt -- nichts Adäquates geben würde.

Immer noch nicht geklappt hat es mit der Verlagerung der "RevierRad"-Station auf Zollverein in eine feste Unterkunft. Die seit Jahren provisorisch in einem Blech-Container untergebrachten Mitarbeiter konnten einem angesichts der vor allem im Juli vorherrschenden Temperaturen von weit über 30° C schon leid tun.

J.B.


Ende der Großbaustelle Müller-Breslau-/Wittenbergstraße

Umfangreiche Kanalbauarbeiten hatten über einen längeren Zeitraum dafür gesorgt, dass der eigentlich vor Jahren optimal für den Radverkehr hergerichtete Kreuzungsbereich Müller-Breslau-Straße, Wittenbergstraße und Paulinenstraße im Stadtteil Rüttenscheid (Kreuzungspunkt im Hauptradroutennetz) für Radler zunächst nicht mehr befahren werden durfte. Man hatte den Einmündungsbereich der Wittenbergstraße für Radler gesperrt - für eine Hauptradroute ein Unding - auf Intervention von ADFC und EFI diesen Fauxpas allerdings relativ schnell wieder beseitigt. Anknüpfend an den Artikel über den häufig immer noch praktizierten Umgang mit dem Radverkehr bei Baustellen (S. 4) war dies aber schon sehr bezeichnend.

Nun hat die Baustelle ein Ende gefunden, und erstaunlicherweise hat man es geschafft, den alten Zustand einschließlich Markierungen (wenn auch reichlich lädiert) und Signalisierung wiederherzustellen. Lediglich im Kreuzungsbereich mit der Paulinenstraße sind einige kleine Fehler unterlaufen, so hat man eine vorgelagerte Aufstellfläche für Radfahrer an der Ampel "vergessen", will diese aber nachträglich dort wieder abmarkieren.

J.B.


Diagonalsperre Gruga-Radweg

In der letzten Ausgabe der RAD im Pott wurde über die quasi über Nacht installierte Diagonalsperre auf dem sehr viel befahrenen Gruga-Radweg in Höhe der Walpurgisstraße berichtet. Das auf Veranlassung der Polizei aufgestellte Hindernis war dann auch Thema im "Arbeitskreis Radverkehr" Anfang Juni bei der Stadtverwaltung. Die Polizei rechtfertigte ihre -- nicht mit den anderen Stadtämtern abgestimmte -- Entscheidung mit Sicherheitsabwägungen, obgleich es acht Jahre lang an dieser Stelle zu keinem einzigen Unfall gekommen war -- ohne Diagonalsperre! Diese hatte man kurz nach Freigabe des Radweges 1998 im Einvernehmen mit allen Beteiligten wieder entfernt.

Beim "Arbeitskreis Radverkehr" wurde ein kurzfristiger Ortstermin vereinbart, bei welchem man sich darüber verständigte, dass die Diagonalsperre bis auf ein Teilstück auf der Ostseite nun abermals abgebaut werden sollte. Darauf warten die Radler allerdings bis heute, bei Redaktionsschluss Mitte August war jedenfalls noch nichts passiert.

J.B.


Tagesbruch Gruga-Radweg

Ein sich erst im Nachhinein als folgenschwer erweisender Tagesbruch hat sich Ende Mai auf dem neuen Gruga-Radweg zwischen der Margarethenhöhe und der Wienenbuschbrücke ereignet. Ein Hund stürzte in das etwa 3 Meter tiefe Loch, das Tier musste einige Tage später eingeschläfert werden. Der Grund für das Unglück sollen Vortriebsarbeiten für einen Abwasserkanal der
Foto des abgesperrten Gruga-Radweges
An dieser Stelle des Gruga-Radweges geschah der Tagesbruch; der Weg ist bis heute gesperrt.
Emschergenossenschaft unter dem Radweg gewesen sein. Wenige Tage zuvor habe es ebenfalls zwei, wenn auch kleinere Löcher auf dem Radweg gegeben, so der Pressesprecher der Emschergenossenschaft Michael Steinbach gegenüber der WAZ. Man könne nicht vorhersagen, wann ein solcher Tagesbruch entstehe.

Der Vorfall geschah am Wochenbeginn morgens, ein Zeitpunkt, zu dem auf dem Radweg nicht sonderlich viel los ist. Man mag sich gar nicht ausdenken, was geschehen wäre, hätte sich der Vorfall an einem Wochenende ereignet. Schließlich gehört der nur wenig mehr als ein Jahr alte Radweg bereits zu den meistfrequentierten Radwanderstrecken in Essen.

Jedenfalls ist der Weg seither gesperrt. Es gibt eine ausgeschilderte, wenn auch nicht sonderlich attraktiv zu fahrende Umleitung. Wann der Weg wieder freigegeben wird, war bei Redaktionsschluss noch unklar. Klar ist nur, dass die Großbaustelle entlang des Gruga-Radweges die Benutzer noch einige Jahre begleiten wird.

J.B.


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Herbst 2006.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de