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RAD im Pott Herbst 2006 Essen

100 Radlerinnen und Radler waren mit dabei

Fahrradgottesdienst und Fahrradfest

Fahrradgottesdienst und Fahrradfest, zwei -- eigentlich sogar vier -- auf den ersten Blick eigenständig wirkende und dennoch zusammenhängende Veranstaltungen fanden am 18. Juni in Essen bei strahlendem Sonnenschein statt.

Zunächst wurden die Radler von den EFI/ADFC-Aktiven von insgesamt 12 Startpunkten aus dem gesamten Stadtgebiet in die Innenstadt zum Weberplatz geleitet, in den jeweils letzten Teilabschnitten erfolgte auch eine Absicherung durch die Polizei. Leider konnten dabei nicht wie gewünscht die neuen Fahrradstaffeln der Polizei eingesetzt werden, da diese zum
Foto der beiden auf einer improvisierten Kanzel hinter einer der Brüstungen am Weberplatz
Der Fahrradgottesdienst durchgeführt von Pfarrer Steffen Hunder (links) und Vikar Norbert Linden
gleichen Zeitpunkt wegen der Fußball-WM in anderen Städten eingesetzt wurden.

Der ökumenische Fahrradgottesdienst auf dem Weberplatz wurde maßgeblich durchgeführt von Steffen Hunder, Pfarrer der Altstadtgemeinde und eigentlicher Initiator dieses Gedankens. Unterstützt wurde Hunder dabei von Vikar Norbert Linden aus Borbeck sowie vom Bläserchor der Neuen Paulusgemeinde aus dem Südostviertel. Natürlich spielte das Thema Radfahren eine maßgebliche Rolle bei der Predigt. EFI-Sprecher und Bürgermeister Rolf Fliß steuerte noch eine entsprechende Fürbitte bei.

Dass es bei der Veranstaltung durchaus verschiedene Teilnehmerkreise gab, fiel spätestens bei der anschließenden "Raddemo" nach Altenessen auf, zu der einige Radler erst nach Abschluss des Gottesdienstes hinzustießen. Auf der anderen Seite gab es auch Radler, die explizit nur wegen des Fahrradgottesdienstes mitgeradelt waren. Der größte Teil der insgesamt etwa 100 Radlerinnen und Radler war dann aber doch während der gesamten Zeit mit dabei.

Für die ebenfalls durch die Polizei begleitete und abgesicherte "Raddemo" (dem dritten Abschnitt der Veranstaltung) hatten ADFC und EFI unterwegs drei kurze Stopps zu verschiedenen Knackpunkten beim Verkehr eingeplant. Der erste Haltepunkt erfolgte an der Ecke Altenessener Straße / Unsuhrstraße. An dieser Stelle hatte die Altenessener Bezirksvertretung vor einiger Zeit aus offenbar rein opportunistischen Gründen eine fahrradfreundliche Lösung bei der Schließung der letzten Lücke der Nordradroute verhindert.

Der nächste Stopp lag nur wenig entfernt am Feinstaub-Messcontainer an der Gladbecker Straße (B 224). Hier erläuterte Reinhard Schmidt, Städteplaner und seit längerem schon Aktivist in Sachen Feinstaubproblematik (weil auch
Foto von zwei EFIanern beim Codieren eines Rades mit der Codiermaschine
Beim Infostand von ADFC und EFI während des Fahrradfestes im Bürgerpark wurde auch fleißig codiert.
selbst betroffener Anwohner der Gladbecker Straße) die Konzeptionslosigkeit von Bund, Land und Stadt bei dieser Thematik. Leider war die Gruppe mit ihren knapp 100 Teilnehmern zu klein, um wie ursprünglich vorgesehen an dieser Stelle eine Fahrtrichtung der Hauptverkehrsstraße komplett sperren zu können.

Dritter Haltepunkt war schließlich die Straße Bückmannshof, eine kleine, sehr idyllisch gelegene Wohnstraße mitten in Altenessen, die aber stark betroffen wäre von einer Durchstreckung der Autobahn A 52 durch den Essener Norden. Und diese ist momentan wieder sehr stark ins Gerede gekommen (siehe auch S. XX). Patrik Köbele von der Bürgerinitiative gegen die A 52 berichtete vor Ort über Hintergründe und Auswirkungen eines etwaigen Autobahnbaus.

Am frühen Nachmittag trafen schließlich alle Radler wohlbehalten im Bürgerpark an der Kuhlhoffstraße ein, wo der vierte und letzte Abschnitt der Veranstaltung von ADFC und EFI stattfand - das Fahrradfest. Es gab neben Kaffee und Kuchen auch Deftiges vom Grill, und angesichts der hohen Temperaturen an diesem Tag waren besonders kühle Getränke gefragt. Hier sei der Leitung des Bürgerparks ganz herzlich gedankt für die Unterstützung des Fahrradfestes. Überhaupt bildete der aus dem ehemaligen Kuhlhoff-Freibad entstandene Bürgerpark einen sehr schönen Rahmen für die Veranstaltung.

Auch das Rahmenprogramm konnte (fast) ohne Abstriche stattfinden. ADFC und EFI hatten ihren Infostand aufgebaut und führten dort Fahrradcodierungen durch, für die Kinder gab es u.a. einen Geschicklichkeitsparcours sowie eine Hüpfburg. Alles in allem war dies eine gelungene Veranstaltung, die durchaus - und das ist der wirklich einzige Wermutstropfen - ein paar mehr Teilnehmer verdient hätte.

J.B.


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Herbst 2006.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de