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RAD im Pott Herbst 2006 Im Pott

Cruiser-Bike-Treffen im Ruhrgebiet

Ein Trend macht die Runde im Fahrradsommer 2006. Irritierend große, provozierend unpraktische Räder mit einem Alltagswert gleich Null. Cruiser bikes: Zu sehen in der City und an der Ruhr. Lässiges "No Sports" auf zwei Rädern ohne störenden, lärmenden, stinkenden Motor. Die reine Freude am Fahren -- am Fahrradfahren! Fahren um des Fahrens willen. Reine Freizeit, der Leistungsdruck bleibt zu Hause. Höher, schneller, weiter, egal. Das ist nicht nur hip, mithin Hippie, letzlich Flower Power, wenn man.s recht bedenkt.

Das Styling und die Technik können begeistern. Kunstvoll geflochtene Speichen, fellbezogene Sättel und Felgen, Lackierungen in allen erdenklichen Farben und Mustern. Nach gusto garniert die Zutaten moderner
Foto von Cruiser-Bikes im Stil der 50er Jahre
Fahrradtechnik wie Scheibenbremsen, Federgabeln und Rohloff-Schaltung - eigentlich alles Dinge, die dem eingefleischten Radler das Herz höher schlagen lassen.

Immer häufiger gibt es organisierte Cruiser-Treffen im Ruhrgebiet, so auch Ende Juli in Essen am Baldeneysee. Etwa 70 Räder waren zu bestaunen und konnten vor Ort von den Fans, aber auch von dort promenierenden Spaziergängern begutachtet und prämiert werden. Letztendlich sorgte die Cruiser-Szene vor Ort zwar für Aufsehen, blieb ansonsten aber doch weitgehend unter sich.

Macho-Typen auf Macho-Rädern, dazu noch Military-Attribute und obendrein die irgendwie amerikanisch wirkenden Motorräder ohne Motor. Da graust es dem umweltbewegten Post-68er, und auch so mancher der dort zeitweilig anwesenden ADFC-Aktivisten mag da gefremdelt haben.

Und dennoch sind etwaige Bedenken unbegründet, denn wenn es soweit ist, dass es keinen Motor mehr braucht, um cool zu wirken, dann ist es doch geschafft! Dann braucht man nicht einmal mehr auf steigende Benzinpreise zu warten. Dann erobern die Fahrräder auch so die Straßen!

KR / JB


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Herbst 2006.
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