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RAD im Pott Frühjahr 2006 Mülheim

Reaktion auf den ADFC-Fahrradklimatest

Anlässlich einer Anfrage im Planungsausschuss Mitte Dezember letzten Jahres hat die Stadt Mülheim zum Ergebnis des Fahrradklimatests Stellung genommen. Im Folgenden werden Auszüge aus der Stellungnahme der Verwaltung wiedergegeben:

"Der Fahrradklimatest ist für die Stadt von großem Interesse: Im Jahr 1991 entging die Stadt mit dem vorletzten Tabellenplatz nur knapp der sogenannten "Rostigen Speiche". Vor diesem Hintergrund beschloss sie, in den Folgejahren die Situation für den Radverkehr nachhaltig zu verbessern und die vermehrte Nutzung des Fahrrades zu fördern. Diese Bemühungen führten 1999 mit der Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft der fahrradfreundlichen Städte in NRW zu einem formellen Erfolg. (...) Da sich beim Fahrradklimatest 2003 das Notenspektrum aller Städte im Bereich der Schulnoten "befriedigend" bis "mangelhaft" bewegt, ist das Erzielen der Note 4 und das Aufrücken in das vorderste Tabellendrittel bei der gegebenen Ausgangslage ein beachtlicher Erfolg gewesen.

Da der Arbeitsauftrag an die Verwaltung durch den Leitantrag "Fahrradfreundliches Mülheim" mit dem Erreichen einer "glatten 4" natürlich nicht als erledigt anzusehen war, wurde von der Verwaltung auch beim Klimatest 2005 eine Steigerung angestrebt und mit einer 4 + auch erreicht. (...) Da nach Durchführung zahlreicher preiswerter Sofortmaßnahmen und weiter sich verknappender Finanzmittel der Handlungsspielraum naturgemäß enger wird, sieht die Verwaltung in den Einzelnoten wichtige Hinweise für zukünftige Handlungsschwerpunkte.

Im Bereich der weichen Standortfaktoren, also dem Verkehrsklima, soll der eingeschlagene erfolgreiche Weg weiter verfolgt werden, wobei hier der Einfluss der Verwaltung und ihren Kooperationspartnern natürlich eher begrenzt ist. Die Zusammenarbeit zwischen Stadt, der Paritätischen Initiative für Arbeit (PIA), MST, Zweiradinnung und andere hat im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit viele Innovationen hervorgebracht, wie den Mülheimer Fahrradfrühling, der Radpost und touristische Angebote.

Im Bereich der Infrastruktur werden durch Fortschreibung bewährter und kostengünstiger Maßnahmen, nämlich der Öffnung von Einbahnstraßen und der Wegweisung (vollständige Ausschilderung der realisierten Hauptrouten in 2006) für den Radverkehr auch in den nächsten Jahren Verbesserungen erwartet. Die Erreichbarkeit der Innenstadt wird sich durch die Verkehrsführung im Rahmen von Ruhrbania weiter verbessern. Zudem gilt es, den Lückenschluss auf der West-Ost-Achse zwischen Buggenbeck und Dickswall im Bereich der Essener Straße zu schließen. Die begonnene Sanierung schlechter Radwege wurde gerade im auslaufenden Jahr intensiviert (z.B. Mellinghofer Straße) und wird auch in den nächsten Jahren auf der Tagsordnung stehen müssen. Anzumerken ist ferner, dass bei allen Straßenneubaumaßnahmen der Radverkehr gleichwertig berücksichtigt wird.

Defizite beim Fahrradparken im öffentlichen Straßenraum sieht die Verwaltung zur Zeit hauptsächlich im Bereich der Eingänge des Forums. Die Anzahl der stark nachgefragten Stellplätze hat sich in letzter Zeit weiter reduziert, da bestehende Fahrradständer abgängig waren und eine Ersatzbeschaffung aus Kostengründen bislang nicht vorgenommen werden konnte.

Die schlechtesten Noten beim Klimatest gab es zum Thema "Parkende Autos auf Radwegen" und "Radverkehrsführung an Baustellen". Da die Verwaltung die Überwachung des ruhenden Verkehrs an Brennpunkten wie der Eppinghofer Straße bereits intensiv durchführt und in mehreren Fällen eine bauliche Lösung des Problems (z.B. Poller) nicht möglich ist, liegt die Lösung des Problems wohl auch zumindest teilweise in weichen Faktoren (siehe "Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer"). Bei der Führung des Radverkehrs an Baustellen gibt es ebenfalls zahlreiche Akteure, so sind Radwege z.B. nicht nur bei städtischen Straßenbaumaßnahmen sondern auch bei der Durchführung von Leitungsarbeiten und dem Aufstellen von Gerüsten des Hochbaus häufig unterbrochen. Um bei Bauleitern und bauausführende Firmen das notwendige Bewusstsein für die spezifischen Belange des Radverkehrs zu wecken, hat die Stadt Mülheim bei der Erstellung eines Handlungsleitfadens für Radverkehr an Baustellen mitgewirkt, welcher durch die AGFS publiziert und den Mitgliedstädten für ihre Arbeit zur Verfügung gestellt wird.

Die Verwaltung geht davon aus, dass die kontinuierliche Umsetzung der in Rede stehenden Maßnahmen dazu führt, beim nächsten Fahrradklimatest einen weiteren Schritt nach vorn zu kommen."

ahe


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Frühjahr 2006.
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