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RAD im Pott Frühjahr 2006 Im Pott

Interessantes für Radler im Ruhrgebiet: Neue Radrouten

Ruhrgebiet-Radroute ausgezeichnet

Die "Route der Industriekultur per Rad" ist mit dem Qualitätssiegel "Radroute des Jahres 2006" ausgezeichnet worden. Der Preis geht an qualitativ besonders hochwertige Radrouten, die gut ausgebaute Wege, eine durchgehende Wegweisung und zusätzliche Serviceleistungen für Radfahrer bieten. Verliehen wird die Auszeichnung durch die "Qualitätsoffensive Fahrradtourismus NRW", bestehend aus Vertretern des Wirtschafts- und Verkehrsministeriums NRW, des Nordrhein-Westfalen Tourismus e.V. sowie des ADFC-Landesverbandes NRW.

Die "Route der Industriekultur per Rad" ist im Prinzip ein Relikt der 1999 beendeten "Internationalen Bauausstellung Emscherpark", ist danach aber in den Folgejahren kontinuierlich vom heutigen Regionalverband Ruhr (RVR) weiter gepflegt und ausgebaut worden. Sie besteht aus einem insgesamt etwa 700 Kilometer langen und hervorragend ausgeschilderten Radroutennetz, welches zum großen Teil autofrei auf ehemaligen Bahntrassen, auf landschaftlich attraktiven Ufer- und Waldwegen und durch ungenutzte Industrieanlagen verläuft. Dazu gehört auch der Fahrradverleihservice "RevierRad" mit seinen orangefarbenen Rädern, der u.a. die Möglichkeit bietet, das Rad für nur eine Wegstrecke zu mieten und an einer anderen Station wieder abzugeben.

Zur "Route der Industriekultur per Rad" gibt es einen zweibändigen Radwanderführer, der zum Preis von 15,20 € im Buch- und Kartenhandel und auch in den ADFC-Geschäftsstellen erhältlich ist.


Neue Fähren an Ruhr und Lippe

Immer häufiger werden Fähren für Radfahrer und Fußgänger eingerichtet, um die z.T. langen Distanzen zwischen den auf den Autoverkehr hin ausgerichteten Flussbrücken zu verkürzen. Die neueste Querungshilfe liegt zwar nicht im Einzugsbereich der RAD im Pott, dürfte aber für längere Touren interessant sein:

Ab diesem Frühjahr wird eine neue Fähre die beiden Ruhrufer zwischen Witten-Herbede und der Burgruine Hardenstein verbinden. In diesem
Nahaufnahme eines Wegweiser mit Zusatzschild emscher park radweg
Zusammenhang hat der Regionalverband Ruhr (RVR) angekündigt, den Radwanderweg entlang der Ruhr zwischen der Zeche Nachtigall bei Witten-Bommern auszubauen. Langfristig soll der Weg entlang der Museumseisenbahn bis nach Hattingen weiterführen.

Bereits seit 2005 gibt es nördlich des Ruhrgebiets an der Lippe gleich zwei Fähren speziell für Radfahrer und Fußgänger. Eine davon verbindet östlich von Wesel die beiden Uferbereiche, wobei es sich hier um eine sogenannte Gierseilfähre handelt, die im Prinzip durch die Strömung angetrieben wird. Die zweite Fährverbindung besteht bei Dorsten. Hier muss durch die Benutzer per Muskelkraft gekurbelt werden, um von einem Ufer zum anderen zu gelangen.


Ruhrtal-Radweg wird offiziell eröffnet

Am 30. April erfolgt die offizielle Freigabe des Ruhrtal-Radwegs. Der ADFC hat in ihrer Winterausgabe 2004/05 der RAD im Pott das touristische Projekt eines ausgeschilderten Radwanderweges von Winterberg bis nach Duisburg ausführlich vorgestellt. Nun ist es also soweit. Mit Beteiligung von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wird in Witten an der Museumszeche Nachtigall nicht nur die Radroute, deren Ausschilderung derzeit durchgeführt wird, eröffnet, sondern auch die gerade erwähnte Fähre über die Ruhr in Höhe der Burgruine Hardenstein.

Stellt sich nun noch die Frage, ob die vor anderthalb Jahren sogar von offizieller Seite skizzierten Mängel entlang der Wegestrecke beseitigt werden konnten und welche davon immer noch bestehen. Übrigens wird der Bielefelder Verlag zu dieser Radroute auch eine spezielle Spiralo-Karte inklusive Begleitheft herausbringen, Kostenpunkt 9,95 €.


HOAG-Bahn bald bis Oberhausen-Holten befahrbar

Die langgezogene HOAG-Bahntrasse zwischen Duisburg-Walsum und Oberhausen-Sterkrade blickt auf einem großen Teilstück ihrer Fertigstellung als Radwanderweg entgegen. Befahrbar ist derzeit ein etwa ein Kilometer langer Abschnitt vom Anfang des Radwanderweges in der Nähe des Walsumer Südhafens in Duisburg-Fahrn bis zur Friedrich-Ebert-Straße (B8). Bei dem folgenden, etliche Kilometer längeren Abschnitt nach Oberhausen ist der Weg dem Augenschein nach zwar fertiggestellt, nach Auskunft des RVR gibt es aber noch viele Details vor allem an den Brücken fertigzustellen. Eine Freigabe sei aber noch in diesem Jahr vorgesehen. Das vorläufige Ausbauende liegt etwa 500 Meter südlich des Bahnhofs Holten, also kurz vor der Unterquerung der Autobahn A3. Der weitere Abschnitt in Richtung Sterkrade ist zwar in einigen Bereichen schon für eine Umgestaltung zum Radgehweg vorbereitet, beginnt aber schon wieder zuzuwachsen.


Geländerklau auf Erzbahntrasse

Entgegen der Ankündigung in der letztjährigen Herbstausgabe der RAD im Pott hat sich die Freigabe des nördlichen Abschnitts der Erzbahntrasse verzögert. Die offizielle Freigabe über die Pfeilerbrücke hinaus bis zur Wilhelmstraße, das sind etwa 2 Kilometer vor dem Rhein-Herne-Kanal, soll nun am 24. April erfolgen.

Derzeit hat der RVR aber mit einem ganz neuen Phänomen zu kämpfen - dem Geländerklau. Nicht nur auf der Erzbahntrasse, sondern auch auf dem Zollvereinweg sind in den letzten Monaten immer wieder Teile des aus Edelstahl bestehenden Geländers herausgetrennt worden. Da dies fachmännisch geschieht, glaubt man beim RVR an bandenmäßig operierende Gruppierungen, denen nur schwer beizukommen ist. So bleibt derzeit nur die Stellen immer wieder auszubessern, will man die beliebten Freizeitwege nicht dauerhaft sperren.

J.B.


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Frühjahr 2006.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de