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| RAD im Pott Sommer 2005 | Essen |
Das traf zunächst schwerpunktmäßig auf das auf der großen Freifläche zwischen City und Universität geplante Einkaufzentrum "Essen Arcarden" zu, welches dann aber mit der Ankündigung des Karstadt-Quelle-Kon zerns, das eigene, zwischen Berliner und Limbecker Platz gelegene Haus durch einen Neubau zu ersetzen, faktisch begraben wurde. Eigentlich
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So wird die jahrhunderte alte Achse der Limbecker Straße, die sich zwischen dem bisherigen Karstadt-Kaufhaus und dem Sinn-Leffers-Gebäude bis zum Berliner Platz fortsetzt, durch einen riesigen, in sich geschlossenen Baukörper faktisch verschlossen. Auch der bislang mit seinen Bäume recht grüne Limbecker Platz würde verschwinden. Das gleiche gilt für die historische Sandsteinfassade des Kar stadt-Gebäudes, welche man seitens der Stadt nicht einmal für denkmalswürdig hält. Damit der klotzige Neubau nicht so erdrückend wuchtig wirkt, will man die Fassade rundum mit einer glitzernden Aluminiumfassade "auflockern". Die bislang in der Presse gezeigten Computeranimationen des Gebäudes sprechen da allerdings eine andere Sprache.
Weitaus gravierender ist der Umstand, dass man zukünftig nicht mehr geradlinig in Richtung Berliner Platz laufen kann, sondern innerhalb des Gebäudekomplexes gezwungen wird, mehrfach um diverse Ecken zu laufen. Zudem wird besagter Durchgang nachts geschlossen, was für spätheimkehrenden Besuchern beispielsweise des Cinemaxx-Kinos oder des Collosseum-Theaters große Umwege aufnötigt. Absolut nicht akzeptabel ist die Tatsache, dass aus Richtung Innenstadt der zentrale U-Bahnhof am Berliner Platz faktisch abgekoppelt wird, zumal die Schließung des Karstadt-Komplexes nach Betriebsschluss der U-Bahn -- das ist in Essen bereits schon gegen 23 Uhr -- erfolgen soll. Das würde für die Fahr gäste der Nachtexpress-Busse sowie der früh verkehrenden Bahnen ebenfalls große Umwege bedeuten.
Offensichtlich froh darüber, dass der Karstadt-Quelle-Konzern überhaupt in die Essener Innenstadt investiert, scheint man sich seitens Politik und Verwaltung von jeglichen eigenen städtebaulichen Grundüberlegungen verabschiedet zu haben. Jedenfalls sind so gut wie keine Tendenzen erkennbar, Einfluss auf das zu nehmen, was sich zwischen Berliner und Limbecker Platz abzeichnet.
Nun haben sich zu Beginn dieses Jahres engagierte Bürger zur "Initiative Bürgerpark" zusammengeschlossen und einen neuen Plan vorgestellt, der einen in verschiedene Bereiche gegliederten Stadtpark als Bindeglied zwischen Innenstadt und Universität vorsieht. Angelegt werden soll dieser vornehmlich von Bürgern in Eigenregie. Die Stadt müsste logistisch behilflich sein, aber auch Grundstücksfragen klären. Insgesamt würden auf die Stadt Kosten in Höhe von 5 bis 7 Millionen Euro zukommen.
Während seitens der großen Parteien CDU und SPD -- die wohl immer noch vom großen Investor für diese städtebauliche Filetfläche träumen -- eher verhaltene Reaktionen kamen, signalisierten die Grünen zwar Zustimmung, machten aber auch deutlich, dass sie sich langfristig an den Plänen der "Perspektivenwerkstatt" mit einer Mischung aus Wohnbebauung, Handel und Grün orientieren wollten.
Leider hat der Radverkehr auch in den von der "Initiative Bürgerpark" vorgestellten Planungen nur unzureichend Berücksichtigung gefunden. Das betrifft vor allem die derzeit vom Regionalverband Ruhrgebiet (RVR) geplante Radtrasse auf der von Frohnhausen und Altendorf herangeführten Rheinischen Bahn (hier gilt es vor allem die über die Segerothstraße geführte Brücke zu sichern !!!) sowie eine barrierefreien Radverkehrsverbindung von der Universität in Richtung Innenstadt.
Auf Eis gelegt hat man offensichtlich den geplanten Kreisverkehr auf dem Berliner Platz, dessen Realisierung an das geplante Einkaufszentrum "Essen-Arcaden" gekoppelt war. Dieser hätte die mo mentanen Verhältnisse für den Radverkehr zwischen Segeroth-, Ostfeld- und Altendorfer Straße zwar nicht entscheidend verbessert, aber zumindest durchgehende Fahrbeziehungen ermöglicht.
J.B.
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