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RAD im Pott Sommer 2005 Mülheim

Wie fahrradfreundlich ist eine fahrrad-freundliche Stadt? -- ein Erfahrungsbericht

Seit einiger Zeit pendele ich mit dem Fahrrad zwischen der Duisburger und der Mülheimer Stadtmitte. Ich fahre in eine fahrradfreundliche Stadt. Meine Freizeittouren führten mich bislang über den Uhlenhorstweg. Meine Beschwerde über die 10 cm hohen Bodenaufwerfungen im Radweg wurden mit dem Hinweis: "Dafür ist der Landesbetrieb Straßen zuständig"
Foto eines schmalen Bürgersteiges mit Laternenpfählen, vollgestellt mit Mülltonnen.
Sie sehen einen benutzungspflichtigen Zweirichtungsradweg in einer fahrradfreundlichen Stadt!
quittiert. Vier Jahre später sind die Bodenwellen 15 cm hoch, so dass unaufmerksame Fußgänger darüber stolpern können. Ist das die neue Fahrrad freundlichkeit? Ich benutzte (rechtswidrig) die Straße. Die Quittung kommt. Autofahrer hupen mich an.

Auf meinem Weg zur Arbeit folge ich der Duisburger Straße. Alternativen für eine schnelle und verkehrsarme Verbindung sehe ich nicht. Ein Zweirichtungsradweg, na ja, links sind ja die Straßenbahnscheinen. Zugeparkt, Schutzräume werden ignoriert. Alles geläufig -- aber ist das fahrradfreundlich? Auf der Duisburger Straße werden Radfahrer seit Monaten gefährdet: Baustellen -- sieben an der Zahl! "Radweg Ende", obwohl Ausweichflächen vorhanden sind. "Radfahrer absteigen", obwohl Bordsteinabsenkungen und ein gesicherter Raum vorhanden ist. Keine Hinweise, aber eine klare Behinderung durch eine Baugerüst an der Stadthalle. Werbung muss sein. Im Wahlkampf allemal. Schade, dass dieser Kampf auf dem Rücken der Fahrradfahrer ausgetragen wird, egal welche Partei. Wo was los ist, wo viele Menschen mein Wahlkampfschild sehen können, da stelle ich es hin -- und wenn es auch auf dem Radweg steht.

Ach ja, die Polizisten. Auf dem Fahrrad fahren sie zur Fahrradprüfung der Grundschüler. Na, es geht doch, praktizierte Fahrradfreundlichkeit, und doch überrascht die Haltung des Beamten: Die Ordnungsmacht droht. Radweg benutzen!

Auch wenn in 50 m die nächste Baustelle folgt. Baustellen, die unpassierbar sind, sind auch in "fahrradunfreundlichen Städten" keine Seltenheit. Die Situation ist in ihrer Gesamtheit jedoch mehr als peinlich für eine fahrradfreundliche Stadt.

Harald Höbusch


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Sommer 2005.
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