<< ADFC-Sommerfest / Mehrtagestouren / FahrRadio zurück zur Jahresübersicht Ausbau Ruhrorter Straße >>


RAD im Pott Sommer 2005 Duisburg

Straßenbahnschienen -- oder: wie gefährlich kann es für Radfahrer werden?

Am Freitag, dem 1. April (kein Scherz), fuhr ich mit dem Rad die Kulturstraße entlang Richtung Düsseldorfer Straße. Da ich in diese einbiegen wollte, fuhr ich an den Autos, die im Stau vor der Ampel standen, links vorbei. Plötzlich merkte ich, dass ich nicht mehr lenken konnte und sah, dass ich mich mit dem Vorderrad in einer Weiche befand. Man lernt ja schon als Kind, dass man Straßenbahnschienen nur stumpfwinkelig überfahren sollte. Aber genau dort, wo ich quer gefahren war, befand sich die Weiche und so trudelte ich ca. drei bis fünf Meter in balancierender Weise mit dem Rad weiter nach vorne, kippte dann seitlich weg und schrammte mit dem Lenker und den Pedalen einen Kleintransporter. So kam ich endlich zum Stehen.

Dem geschädigten LKW-Fahrer zeigte ich meinen Personalausweis, um die Sache zu regeln. Er bestand aber darauf die Polizei zu rufen. Erst als ich dies getan hatte, bemerkte ich, dass ich am Schienbein leicht verletzt war.

20 Minuten später kam die Polizei, nahm den Unfall auf und maß alles ab. Da eine Körperverletzung aufgetreten sei, müsse die ganze Angelegenheit zur Staatsanwaltschaft, und dass, obwohl ich doch gleichzeitig Verursacher und Geschädigter bin, zumindest was die Verletzung anbetrifft. Deshalb musste ich noch ein ärztliches Attest einholen.

Da die ganze Angelegenheit in der Mittagszeit passiert war, bin ich nachmittags zu meinem Hausarzt gegangen, der nur die Wunde desinfizierte und mir dann eine Überweisung zum Bethesdakrankenhaus gab mit der Behauptung, ich bräuchte ganz bestimmt keine Praxisgebühr zu zahlen.

Als ich dort ankam (wohlgemerkt mit dem Rad, das nur eine leichte Delle in der Felge des Vorderrades hatte), war es mittlerweile 15.30 Uhr. Es gab kurze Diskussionen, ob die Praxisgebühr bezahlt werden muss. Dann wurde der Fall aufgenommen und unter Umständen bekomme ich noch eine Rechnung.

Soweit der Unfallhergang. Für mich ergibt sich daraus folgendes:

1. Straßenbahnen brauchen eine eigene Trasse

2. Stillgelegte Strecken sollten verfüllt oder die Schienen entfernt werden.

3. Wenn keine eigene Trasse vorhanden ist, dann sollte zumindest ein Radweg parallel dazu eine Alternative bieten.

Joachim Schönfeld


<< ADFC-Sommerfest / Mehrtagestouren / FahrRadio zurück zur Jahresübersicht Ausbau Ruhrorter Straße >>


Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Sommer 2005.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de