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RAD im Pott Sommer 2005 Duisburg

Die Radstation kriegt wieder Fahrt

Vor 20 Jahren wurde die Idee der guten alten Fahrradwache mit neuem Leben erfüllt, zeitgemäß erweitert und in die Gemeinden getragen. Bewachtes Abstellen der Fahrräder, Service rund um das Fahrrad und Leihräder bilden die Kernaufgabe der Radstationen. Als wichtiges Bindeglied zwischen den umweltfreundlichen Verkehrsmitteln Fahrrad und Bahn hat die Radstation in vielen Städten ihren Platz gefunden und auch Autofahrer zum Umsteigen bewegt.

Hindernis für die Realisierung von Radstation ist vordergründig deren Finanzierung. Genau wie ein Parkhaus rechnet sich auch eine Fahrradstation nicht ausschließlich über die Abstellanlage. Sind es
Foto des vollgestellten Abstellraumes mit Rädern auf zwei Ebenen.
In Münster ticken die Uhren anders: Radstation perfekt !
beim Auto die Bauvorschriften die dem Eigentümer z.B. eines Einkaufzentrums zum Bau großer Abstellflächen treibt, ist es für die Radstation meist der Druck der Radfahrer- und der Umweltverbände. Nur in Städten wie Münster rechnen sich "reine Abstellanlagen". Münster mit jetzt 3600(!) Stellplätzen größte Anlage in Deutschland lieferte denn auch wichtige Erfahrungen für andere Anlagen. Mülheim (Styrum) eine der ersten Radstation überhaupt, hat sich als Ideenschmiede und Ausgangspunkt vieler weiterer Beschäftigungsmaßnahmen herausgestellt -- die Radstation als Innovationsmotor. So wurde in Mülheim z.B. die Revierradstationen entwickelt, Rückrad vieler touristischen Unternehmungen. Einem umweltfreundlichen Städtetourismus der das Ruhrgebiet belebt!

Voraussetzung aller dieser Überlegungen ist die Förderung des Landes NRW. 100 Radstationen lautete die Maxime. Bis jetzt sind es knapp 60 und Duisburg fehlt noch immer. Von dem ADFC angestoßen fand sich die Forderung nach einer Radstation in den Koalitionsvereinbarungen zwischen der SPD und den Grünen nach der vorletzten Kommunalwahl. Diese Zusammenarbeit scheiterte und damit platze leider (wieder) einmal die Chance für eine Radstation am Duisburger Hauptbahnhof. Bei der drauffolgenden Kommunalwahl finden sich die Grünen mit der CDU "in Augenhöhe" wieder. Die alte Forderung besteht. Der Förderantrag aus alten Zeiten ist bewilligt. Nun ist Eile geboten, denn Fristen drohen abzulaufen und die neue Landesregierung könnte die Prioritäten anders setzen. Das bringt notwendigen Druck in die Angelegenheit.

Bei einem Ortsgespräch fanden sich die Vertreter der Grünen der Stadtverwaltung und des ADFC einen Kompromiss. Gestritten wurde über den heute noch dunlen Angstraum unter dem UCI Kino -- welcher eigentlich nur der zweitbeste Standort ist (die Zufahrt vorbei an Glascontainern, die
Foto des Platzes unter dem UCI: ein dunkler Bereich unter dem aufgestelzten Gebäude.
Angstraum oder Chance? Der Platz unter dem UCI
schlechte Anbindung der Radstation etc). Viel Licht, ein Gespräch mit der DVG wegen der Nutzung der Busspur und ein bewährter Betreiber (die Paritätische Initiative aus Mülheim, sie betreibt auch die Radstationen am Mülheimer Hauptbahnhof und in Mülheim-Styrum) sollen die Nachteile des Standortes kompensieren helfen.

Viele Ideen liegen vor: Mit Reparaturkursen, Fitnesswochenenden, hochwertigen Leihrädern sollen die Fahrradbegeisterten an die Station gebunden werden. Angesichts der vielen abgestellten Fahrräder rund um den Duisburger Hauptbahnhof scheint soviel Engagement gar nicht nötig. Die mittlerweile vorliegenden Erfahrungen zeigen das sich in der Radstation etwa die gleiche Anzahl an Fahrrädern wiederfindet wie sie vor dessen Entstehung rund um den Bahnhof verteilt waren; zusätzlich versteht sich. Bleibt festzuhalten: Die Zeit ist reif, die Chancen waren nie besser.

CLH


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Sommer 2005.
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