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RAD im Pott Sommer 2005 Im Pott

Neuer Radweg eröffnet ungeahnte Perspektiven

Dreifach eröffnet hält länger

Ob es jemals ein Straßenbauprojekt gegeben hat, welches dreimal freigegeben wurde, ist nicht bekannt. Aber nichts ist unmöglich -- jedenfalls bei Radwegen. Dem neuen Radwanderweg zwischen Es­ sen-Rüttenscheid und Mülheim-Heißen ist genau dieses widerfahren.

Die erste Freigabe erfolgte im Juli des vergangenen Jahres durch die Umweltministerin Bärbel Höhn. Immerhin waren zu diesem Zeitpunkt von 4,5 Kilometern bereits 800 Meter fertiggestellt. Als dann wenige
Foto der vier auf dem Radweg mit Rädern, H.-D. Klink auf einem Liegerad
Posieren fürs Foto: Mülheims OB Dagmar Mühlenfeld, RVR-Chef Heinz-Dieter Klink, Umweltministerin Bärbel Höhn, Essens Bürgermeister Norbert Kleine-Möllhoff
Monate später die Kommunalwahl vor der Tür stand, galt es eine zweite Eröffnung zu inszenieren, wenngleich sich keine große Prominenz einfand. Hauptsache man fand sich in der Presse wieder. Da war der Radweg schon fast 2 Kilometer lang. Zur dritten offiziellen Freigabe im März war wieder Ministerin Bärbel Höhn zur Stelle. Diesmal konnte man den vollständig fertigen Weg präsentieren. Und da die ersten beiden Eröffnungsveranstaltungen auf Essener Gebiet stattgefunden hatten, das letzte Drittel des neuen Radweges sich aber in Mülheim befindet, war es nur konsequent, die Veranstaltung auch dort zu inszenieren.

Geschadet hat dies alles dem neuen Radwanderweg nicht -- im Gegenteil. Bereits in den ersten Frühlingswochen ist die Frequentierung durch Radler und Spaziergänger extrem stark gewesen. Inoffizielle Zählungen des RVR an einem Wochenende ergaben eine Frequentierung von bis zu 20 Radlern pro Minute. Dies führt aber auch zu Problemen. So haben sich die im Bereich des Grugapark-Eingang an der Orangerie aufgestellten Schrägsperren als außerordentliches Nadelöhr erwiesen. Hier sollte man sich eine intelligentere Lösung einfallen lassen, die sowohl der starken Frequentierung des neuen Radwanderweges als auch dem Schutz der Grugaparkbesucher gerecht wird. Besonders positiv zu werten sind dagegen die entlang der Radroute installierten neuen Fahrradständer. Die dabei verwendeten neuartigen Anlehnbügel sind nicht nur voll praxistauglich, sondern haben auch noch ein tolles Design.

Leider gibt es immer noch einige Wermutstropfen zu verzeichnen. So ist eine endgültige Führung im Bereich des früheren Güterbahnhofs Rüttenscheid immer noch nicht geklärt. Unklar sind auch die Auswirkungen eines in Höhe der Grugahalle unmittelbar neben dem neuen Radweg geplanten riesigen Hotelkomplexes. Keine Weiterführung gibt es leider am westlichen Ende des Radwegs in Mülheim. Hier am alles andere als attraktiven Frohnhauser Weg müssen die Radfahrer sehen, wie sie weiterkommen. Besonderer Handlungsbedarf besteht vor allem in Richtung Norden ein, denn die in Querrichtung verlaufende Hauptbahnstrecke Essen-Mülheim wirkt hier wie ein Riegel.

Alles in allem gilt es festzuhalten, dass hier eine neue großartige Radverkehrsverbindung geschaffen wurde, deren Baukosten in Höhe von knapp 3,3 Mio Euro für jeden Meter gut angelegt worden sind. Nun kann man von Mülheim-Heißen bis nach Hattingen und weiter bis zum Kemnader See radeln, ohne nennenswert mit Autos in Berührung zu kommen.

Schlichtweg genial wäre es, wenn man den Radweg vom derzeitigen Ende am Frohnhauser Weg sowohl nach Westen über die Mülheimer Innenstadt bis nach Duisburg-Wedau verlängern als auch ostwärts eine Verbindung über Essen-Altendorf bis zur Essener Universität schaffen könnte. Bei­ de Routen ließen sich über die stillgelegte Güterzugtrasse der Rheini­ schen Bahn realisieren. Ein durchgehender Radweg von Duisburg bis Bo­ chum -- das wärs !!

J.B.


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Sommer 2005.
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