<< Osttangente Rheinhausen -- eine Jahrhundertentscheidung zurück zur Jahresübersicht Mehrtagestouren 2005 / Tourenleitertreffen >>


RAD im Pott Winter 2004 Duisburg

Fünf Tage an Hase und Ems

Bei einer eigenen Radtour entlang der Hase kam ADFC-Radtourenleiter Günther Tullius die Idee, diese Tour als Mehrtagestour 2004 für den ADFC-Duisburg anzubieten. Schon im Herbst letzten Jahres war die erste Tour ausgebucht, es muss-te daher eine zweite aufgelegt werden. Gefahren wurde die Tour nicht ab der Quelle bei Melle, sondern "klassisch" ab Osnabrück. Dadurch entfiel zwar die "Bifurkation" bei Gesmold -- hier teilt sich die Hase in zwei Flüsse, wobei sie selbst nach Westen zur Ems strebt, während die Else nach Osten zur Weser abbiegt -- dafür mussten nicht die 17 Kilometer zur Quelle und zurück geradelt werden.

Ein gecharteter "Shuttle" brachte die Teilnehmer und das Gepäck nach Osnabrück, wo die fünftägige Tour begann. Startpunkt war der Hafen, und schon bald zeigte sich linksseitig als kleiner Bach die Hase, auf der rechten Seite der Verbindungskanal vom Osnabrücker Hafen zum Mittellandkanal. Hinter der Stadt wurde die Landschaft offener, die
Gruppenfoto der Teilnehmer auf den Stufen eines Herrenhauses
Natur zeigte sich in voller Pracht. Über die Schleuse Hollage ging es auf Bramsche zu, die Stadt mit dem Tuchmuseum und dem Mühlenteich -- Mittagpause war angesagt. Nach 30 Minuten ging es weiter entlang der Hase in Richtung Kloster Malgarten. Im Innenhof des Klosters boten sich der Gruppe herrliche alte Bäume, und die alten Gebäude luden dazu ein, ein wenig innezuhalten.

Die Gruppe musste förmlich gebeten werden weiterzufahren, denn mit dem Kloster Lage sowie dem Alfsee bei Rieste sollten noch zwei weitere Sehenswürdigkeiten angefahren werden. Trotz einer Panne wurde das Hotel in Bersebrück rechtzeitig erreicht. Im herrlichen Garten der Herberge ließ die Gruppe dann den Tag ausklingen.

Von Bersenbrück führte die Tour am nächsten Tag ins Oldenburger Land nach Löningen. In Badbergen / Lage wurde die Gruppe von Herrn Specht, dem Bürgermeister begrüßt. Nachdem er einiges über seine zwei Dörfer erzählt hat, ging es weiter nach Quakenbrück, wo die Mittagsrast stattfinden sollte. Auf dem Marktplatz erzählte Tourenleiter Günther Tullius einiges über die Stadt. Ein Herr gesellte sich zur Gruppe und fragte, wo sie denn herkämen. Es handelt sich wiederum um den Bürgermeister, wobei sich herausstellte, dass er wie Günther Tullius aus Hessen stammt. Es war mittlerweile sehr warm geworden, die Pause wurde daher in einem Biergarten verbracht. Weiter ging es in Richtung Essen/ Oldenburg, wo das Rathaus besichtigt wurde, ein klassisches Jugendstilgebäude. Über die Schelmenkappe führte die Tour zum Hotel nach Löningen, wo die Gruppe bereits erwartet wurde.

Der dritte Tag führte die Gruppe durch das herrliche Hasetal, vorbei an der Aselager Mühle nach Meppen. Die Strecke war gekennzeichnet durch viele Obstbäume und Rosenbeete sowie Streifen mit Wildblumen. An der Aselager Mühle erfolgte eine Pause, bei der die dortige Nobelherberge besichtigt werden konnte. Weiter ging es über Herzlage nach Haselünne, letztere bekannt durch die Kornbrennerei "Berentzen" mit dem bekannten Appelkorn. Eine Besichtigung ist nur ab einer Gruppengröße von 20 Personen (oder am Wochenende) möglich, leider war die ADFC-Gruppe dafür zu klein.

Daher radelte man weiter über Bokeloh mit seiner Kapelle bis nach Lehrte. Dort wurde im Naturgarten von "Johnny" Rast gemacht. Bei ihm kann man übrigens neben sehr günstigen Ferienwohnungen auch Boote und vor allem Räder leihen. Letzteres erwies sich als sehr hilfreich, denn erneut hatte eines der Räder eine Panne. Johnny bot eines seiner Leihräder für die Weiterfahrt an. Das defekte Rad wollte er reparieren und am nächsten Morgen ins Hotel bringen. Die Gruppe fuhr weiter und erreichte Meppen, wo die Hase in die Ems mündet. Während man die Mühle an der Hasemündung ansteuerte, wurde erneut eine Panne gemeldet. Diese ließ sich aber sehr schnell beheben. An der Hasemündung trug Günther Tullius den Teilnehmern ein Gedicht vor, dass er auf einer Vortour in melancholischer Stimmung hier verfasst hatte. Nach einer Pause auf dem Marktplatz von Meppen radelte die Gruppe entlang des Dortmund-Ems-Kanals nach Geeste zum Quartier. Mit einem deftigen Spargelessen ließ man der Tag ausklingen. Anschließend absolvierten noch einige Teilnehmer einen Verdauungsspaziergang zum Speicherbecken Geeste.

Nach dem Frühstück, Johnny hatte das Pannenrad vom Vortag pünktlich vorbei gebracht, startete die Gruppe zur letzten Etappe nach Rheine. Über Biene / Holthausen wurde schnell Lingen erreicht. Weiter ging es entlang des Kanals in Richtung Hanekenfähr, wo die Ems über einen Wasserfall stürzt, um anschließend ganz ruhig weiterzufließen. Vorbei am AKW Lingen radelte die Gruppe zur Schleuse Geesen. Für Tourenleiter Günther Tullius und einem weiteren Teilnehmer bedeutete dies Erinnerungen an die Zeit als Binnenschiffer. Die Mittagspause erfolgte auf Gerdels Bauernhof mit allerlei Leckereien. Danach ging es weiter über Emsbüren und Salzbergen zum Kloster Bentlage sowie dem Naturzoo in Rheine. Das Ziel der Radreise war erreicht.

Das Hotel lag direkt an der Ems. Gestört wurde die Gruppe hier lediglich spät abends durch die Proben für ein Theaterstück. Aber wann bekommt man schon mal eine Vorführung auf einer im Fluss liegenden Bühne zu sehen? Nach dem Frühstück ist die Gruppe übrigens nicht abgereist, sondern mit Günther Tullius noch 35 Kilometer ins nördliche Münsterland zum "Nasssen Dreieck" geradelt. Schließlich befand sich Günther nun wieder in seinem geliebten Münsterland, wo er quasi blind durch die herrliche Landschaft radeln konnte.

Diese Tour soll auch 2005 wieder stattfinden, wobei einige Teilnehmer bereits gemeldet sind, da sie in diesem Jahr keinen Platz mehr gefunden hatten. Wer also Lust hat mitzufahren, sollte sich alsbald mit dem Verfasser dieses Artikels in Verbindung setzen.

Günther Tullius


<< Osttangente Rheinhausen -- eine Jahrhundertentscheidung zurück zur Jahresübersicht Mehrtagestouren 2005 / Tourenleitertreffen >>


Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Winter 2004.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de