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RAD im Pott Winter 2004 Essen

Aktion zum Europaweiten Autofreien Tag

"Essens Radler fahren vor die Wand"

Seit Jahren wird am 22. September der "Europaweite Autofreie Tag" begangen. Vor allem außerhalb Deutschlands findet dieser beträchtliche Resonanz. Die Stadt Essen hat diesen Aktionstag seit Jahr und Tag konsequent ignoriert, und so haben ADFC und EFI es sich zur Aufgabe gemacht, jedesmal mit einer symbolischen Aktion auf diesen Tag aufmerksam zu machen. Im vergangenen Jahr war dies die 12-stündige Umradlung der Innenstadt, in diesem Jahr die Aktion "Essens Radler fahren vor die Wand".

Unter diesem Motto wurde auf dem breiten Mittelstreifen des Berliner Platzes im wahrsten Sinn des Wortes eine "Klagemauer" errichtet, die nicht nur mit 15 schrottreifen Rädern drapiert wurde, sondern auf der
Foto der "Klagemauer" auf dem Berliner Platz: Eine Plakatwand mit der Aufschrift "Essens Radler fahren vor die Wand", mit Fahrrädern davor.
jeder seine Meinung zum Radfahren in dieser Stadt kundtun konnte. Trotz des extrem schlechten Wetters -- es regnete und stürmte während der gesamten Aktion -- fanden sich nach und nach auf der Wand diverse Zettel mit Hinweisen auf alles das, was beim Radverkehr schiefläuft.

Einmal mehr wollten ADFC und EFI mit dieser Aktion symbolisieren, dass die Stadt "wie eine Wand" Verbesserungen für alternative Verkehrsträger wie den Radverkehr und den Öffentlichen Nahverkehr blockiert. Und als wollte man diese Haltung seitens der Stadt zusätzlich betonen, verkündete Wolfgang Fröhlich, Büroleiter des Oberbürgermeisters, in der NRZ, dass die Stadt sich grundsätzlich nicht an einem solchen Aktionstag beteiligen werde. "Wir wollen niemanden einschränken", so Fröhlich.

"Diese Aussage des Büroleiters des Oberbürgermeisters dokumentiert in perfekter Weise, warum Essens Radler vor die Wand fahren", so Frank Rosinger, früherer Vorsitzender des ADFC-Essen und gemeinsam mit Peter Kayser Initiator der Aktion. "Sobald das Wort "autofrei" in den Mund genommen wird, wittern bestimmte Politiker eine Behinderung des Autoverkehrs und blocken mit besagter Begründung ab. Tatsächlich dient dieser Aktionstag dazu, Alternativen zum Autoverkehr positiv motivierend aufzuzeigen. Als Mitglied in der "Arbeitsgemeinschaft Fahrradfeundliche Stadt" müsste die Teilnahme Essens an einem solchen europaweiten Aktionstag eigentlich Pflicht sein."

J.B.


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Winter 2004.
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