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RAD im Pott Winter 2004 Im Pott

Neue Chancen für den Radtourismus im Ruhrgebiet

Der Ruhrtal-Radweg

Der Fahrradtourismus ist in Deutschland derzeit einer der ganz wenigen Bereiche im Fremdenverkehrsgewerbe, der trotz konjunktureller Schwierigkeiten spürbare Wachstumssteigerungen aufweisen kann. Begriffe wie "Donau-Radweg" und "Weser-Radweg" sind fast jedem geläufig. Was auch schon zeigt, dass Fahrradtourismus häufig mit Radeln entlang von Gewässern in Verbindung gebracht wird.

Spätestens seit der Internationalen Bauaustellung (IBA) Emscherpark in den 90er Jahren gibt es auch im Ruhrgebiet Bemühungen, den Radtourismus zu etablieren. Bekannteste Radrouten sind der "Emscherpark-Radweg" und der "Rundkurs Ruhrgebiet". Obgleich mit einer attraktiven Routenführung und mit vielen interessanten Objekten am Wegesrand ausgestattet, ist ihr Bekanntheitsgrad bislang weitgehend
Logo des Ruhrtal-Radweges: Ein stilisierter Fahrradfahrer mit dem Schriftzug "RUHRTAL RADWEG"
auf das Ruhrgebiet beschränkt geblieben. Was nicht heißen soll, dass sie nicht oft und gerne benutzt werden. Im Gegenteil, nur sind es häufig die Ruhrgebietler selbst, die hier radeln. Und die fahren abends zumeist wieder nach Hause.

Ein wesentlicher Faktor beim Radtourismus ist aber vor allem ein wirtschaftlicher, und der kommt hierbei natürlich zu kurz. Es sollen schließlich auch Menschen von außerhalb angesprochen werden, die dann in der Region ihr Geld lassen, indem sie hier übernachten und speisen. Diesen Gedanken greifen die "Macher" des "Ruhrtal-Radwegs" auf. Dazu gehören der Regionalverband Ruhrgebiet (RVR = Nachfolgeorganisation des KVR), die Ruhrgebiet Touristik GmbH sowie der Hochsauerlandkreis.

Unter dem Begriff "Ruhrtal-Radweg" soll die radtouristische Erschließung des gesamten Ruhrtals von der Quelle bis zur Mündung erfolgen. Seit kurzem liegt nun eine Machbarkeitsstudie vor. Darin enthalten sind die Analyse des touristischen Potenzials einer solchen Radwanderroute sowie eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Infrastruktur. Daraus abgeleitet ergibt sich ein Maßnahmenkatalog, der alles auflistet, was vor Ort noch getan werden muss.

Und das ist nicht wenig. Problematisch scheint die Finanzierung vieler Maßnahmen zu sein. Sowohl der RVR als maßgeblicher Koordinator des Ruhrtal-Radwegs als auch die entlang der Wegstrecke liegenden Kommunen werden nur langfristig ausreichend Mittel zur Verfügung stellen können. So hat beispielsweise die Stadt Essen signalisiert, dass man derzeit kein Geld habe, um die auf ihrem Stadtgebiet notwendigen Maßnahmen durchführen zu können.

Die Routenführung

Der Ruhrtal-Radweg soll mitten im Sauerland in Winterberg beginnen. Die Routenverlauf erfolgt zunächst über Olsberg, Meschede, Arnsberg, Wickede und Fröndenberg. Kurz vor Schwerte trifft er dann auf den bereits bekannten Rundkurs Ruhrgebiet, dem er weiter in Richtung Westen folgt. Dabei passiert er u.a. den Hengsteysee bei Hagen, den
Foto des Ruhrtalradweges
Harkortsee bei Wetter sowie den Kemnader See bei Bochum. Bei Bochum-Dahlhausen erreicht der Ruhrtal-Radweg schließlich Essener Stadtgebiet und somit den Einzugsbereich der RAD im Pott. Daher er­ folgt jetzt eine detaillierte Beschreibung des Wegeverlaufs zusammen mit den für notwendig erachteten Maßnahmen:

Es besteht Handlungsbedarf

Viele der hier vorgestellten Maßnahmen dürften Zukunftsmusik bleiben, solange die Finanzierung nicht überall geklärt bzw. gesichert ist. Dabei müssen sich alle Beteiligten vor Augen halten, dass man mit dem Ruhrtal-Radwegs ein Qualitätsprodukt in die Welt gesetzt hat, welches sich an den bekannten radtouristischen Routen wie Weser-Radweg und Donau-Radweg orientiert. Und da gibt es eigentlich wenig Spielraum, will man sich nicht auf radtouristischem Gebiet blamieren. Daher sind nun Land, RVR sowie die beteiligten Kommunen gefragt, der Machbarkeitsstudie auch entsprechend Taten folgen zu lassen.

J.B. & N.M.


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Winter 2004.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de