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RAD im Pott Herbst 2004 Essen

10 Jahre Verkehrs- und Umweltzentrum

10 Jahre Arbeitskreis Radverkehr

20 Jahre ADFC-Essen

2004 -- das Jubiläumsjahr (Teil 2)

Jahrelang haben die Essener Umwelt- und Verkehrsverbände nach einem geeigneten Domizil gesucht. Zunächst konzenrierte man sich auf leerstehende Schulgebäude, jedoch gelangte man nie zu einem Einvernehmen mit der Stadt. So verlagerte sich der Schwerpunkt der Suche auf leerstehenden Ladenlokale im gesamten Stadtgebiet.

Konkret wurde es 1993, als die Grünen ihre damalige Parteigeschäftsstelle in der Maxstraße verkleinerten. Die damit frei gewordenen Räumlichkeiten mit einem großen Schaufenster erwiesen sich vor allem durch die zentrale Lage in der Innenstadt sowie die gute
Foto der Menschenmenge vor dem VUZ mit Auftritt eines Chores
Die Eröffnung des VUZ im April 1994
ÖPNV-Anbindung -- der Hauptbahnhof ist nur 300 Meter entfernt -- als besonders gut geeignet. Nach monatelanger Renovierung erfolgte am 14. April 1994 die feierliche Eröffnung des "Verkehrs- und Umweltzentrums", kurz VUZ, durchgeführt von der damals erst seit kurzem im Amt befindlichen Umweltdezernentin Eva-Maria Krüger.

Von Beginn an im VUZ vertreten waren neben EFI und ADFC der BUND, die EAU, Pro Bahn sowie der VCD. Trotz eingeschränkter Öffnungszeiten -- das VUZ wurde immer ehrenamtlich betrieben -- ließen sich die ersten Jahre ganz gut an. Leider erwiesen sich die Räumlichkeiten für die Aktiventreffen von EFI und ADFC schnell als zu klein. Wirkliche Pro­ bleme für das VUZ traten allerdings zweieinhalb Jahre später auf, als die Grünen im Herbst 1996 ihre Parteigeschäftsstelle in der Maxstraße endgültig aufgaben. Die gesamten Räumlichkeiten anzumieten war für die bislang als Untermieter auftretenden Umwelt- und Verkehrsverbände alleine finanziell nicht tragbar, und so drohte bereits schon wieder das Ende

Glücklicherweise suchten zur gleichen Zeit die Verbände "Pro Asyl" und das "Antirassismustelefon" auch eine neue Bleibe. Man tat sich zusammen und mietete die gesamten Räumlichkeiten im Erdgeschoss der Maxstraße an. Wieder wurde fleißig renoviert, und im März 1997 erfolgte die Wiedereröffnung des VUZ mit nunmehr zwei getrennten Büros sowie zwei getrennt zu nutzenden Versammlungsräumen.

In den Jahren hat sich das Verkehrs- und Umweltzentrum zu einer festen Institution etabliert und ist wegen seiner zentralen Lage sogar für überregionale Verbandstreffen gefragt. Mit der Vergrößerung der Räumlichkeiten gibt es auch für ADFC und EFI ausreichend Platz. Ausgeschieden aus dem VUZ ist mittlerweile die Essener Aktion gegen Umweltzerstörung (EAU), neu hinzugekommen ist attac. Regelmäßig trifft sich im VUZ auch der "Runde Umwelttisch Essen" (Rute), ein Zusammen­ schluss der Umwelt- und Verkehrsverbände in dieser Stadt.

Mittlerweile haben sich neue Probleme aufgetan, hervorgerufen durch die immer geringer werdende Zahl an ehrenamtlich Aktiven in den einzelnen Verbänden. Obgleich das VUZ maßgeblich von seiner Öffentlichkeitsarbeit lebt, mussten in jüngster Zeit die Öffnungszeiten abermals eingeschränkt werden. Auch finanziell fahren die am VUZ beteiligten Verbände mit ihren jeweiligen Mietzuschüssen derzeit nahe am Limit. Weitere Kostensteigerungen oder aber das Ausscheiden eines weiteren Verbandes könnten schnell das Aus für das VUZ bedeuten.

Aber so weit ist es glücklicherweise nicht. Aktuell ist das VUZ derzeit dienstags (Besetzung durch Pro Bahn), mittwochs (BUND), donnerstags (attac) und freitags (ADFC bzw. EFI) jeweils zwischen 17 und 19 Uhr geöffnet (außer während der Schulferien). Bleibt zu hoffen, dass sich zukünftig genügend Aktive, aber auch ausreichend finanzielle Mittel finden, damit das Verkehrs- und Umweltzentrum auch die nächsten runden Geburtstage erleben kann.

J.B.


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Herbst 2004.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de