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| RAD im Pott Herbst 2004 | Im Pott/Glosse |
Aber das Problem ist ein deutsches. Was sich hier Luft macht, ist der jahrelang angestaute Unwille einer starken Gruppe nahezu ohne politische Vertretung. Denn in der kommunalen Verkehrspolitik geben immer noch Asphaltpopulisten den Ton an, die glauben, Radfahrer gäben kein Geld aus, weshalb ihnen der Weg in die Stadt nicht unnötig erleichtert werden dürfe.
In Wirklichkeit schaden die erbärmlichen Radwege den Autofahrern nicht minder -- denn der Stau, in denen sie stecken, besteht zu beträchtlichen Teilen aus verhinderten Radfahrern. Woher man das weiß? Aus Untersuchungen des, jawohl, ADAC. Fahrradfreundliche Städte haben deutlich höhere Radverkehrsanteile -- und darum auch freiere Straßen, denn Fahrräder brauchen nun einmal weniger Platz als Autos. "Je mehr Autofahrer in der Stadt aufs Fahrrad umsteigen, desto größer die Entlastung von Stau, Lärm und Abgasen" -- das sagt heute, endlich, auch einmal ein Vizepräsident des ADAC. Hört jemand zu?
Frank Drieschner
Aus "Die Zeit", Nr. 25 vom 9. Juni 2004
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