Baumaßnahmen im Duisburger Norden
Da die Verwaltung den ADFC immer noch nicht offensiv in die
Radverkehrsplanung einbezieht oder zumindest über geplante Maßnahmen
informiert, kann an dieser Stelle leider nur über Maßnahmen im
Stadtbezirk Hamborn berichtet werden.
Radweg Fahrner Straße
Bereits Anfang 1999 beschlossen soll jetzt endlich der fehlende Radweg
auf der Fahrner Straße ergänzt werden. Wie damals in Duisburg Standard
wurde der Radweg auf Bordsteinniveau geplant. Auch auf Anregung des
DuisBürgerBündnis scheint die Verwaltung nicht bereit, die Planungen
noch einmal zu überdenken. Da der bestehende Radweg auf dem nördlichen
Teil der Straße auf dem Gehweg liegt, soll er auch auf dem neuen Ab
schnitt so ausgeführt werden. Die Anlage eines Radfahrstreifens soll
an dieser Stelle angeblich sogar teurer sein als ein baulicher Radweg.
Die SPD findet darüber hinaus die alte Planung "schöner". Der ADFC
kann die Argumente der Verwaltung nicht nachvollziehen. Die Vorteile
eines Radfahrstreifens liegen auch hier auf der Hand, auch wenn die
Stadt die alten Planungen noch mal überarbeiten müsste. Das sollten
sichere und komfortable Anlagen für den Radverkehr wert sein. Und
"schön" können gut geplante Radfahrstreifen auch sein.
Kreisverkehr Ziegelhorststraße
Nur wenige hundert Meter neben dem geplanten Kreisverkehr an der
Fahrner Straße entsteht ein weiterer Kreisel. Nach dem Ausfall der
dortigen Ampelanlage wurde hier im Frühjahr 2003 bereits ein
provisorischer Kreis angelegt, der aber vor allem für den Radverkehr
keine zufrieden stellende Verkehrsführung darstellt (siehe RiP 2/2003). Die meisten Radfahrer
weichen heute an den abgesperrten Radwegen auf die Gehwege aus und
überqueren die Einmündungen auf den Zebrastreifen.
Die endgültige Planung sieht hier deutlich besser aus. Bei den beiden
Zufahrten mit bestehenden Radwegen wird der Radverkehr im Vorfeld auf
die Fahrbahn geführt. Auf Anregung des ADFC wird die Führung für
Radfahrer in und aus der vom Kreisel abgeschnittenen 5. Einfahrt
deutlich verbessert. Der nördliche Teil der Röttgersbachstraße wird zu
einer unechten Einbahnstraße. Der Radverkehr wird über eine gesicherte
Führung an den Kreis herangeführt und kann auch so vom Kreis in die
Straße einfahren.
Schlachthofstraße/Ziegelhorststraße
Ebenfalls nur wenige Meter weiter ist seit einiger Zeit ebenfalls eine
Lichtsignalanlage irreparabel ausgefallen. Bisher wurden hier die
Zufahrten aus allen Richtungen eingeengt und Tempo 30 angeordnet. Für
die Fußgänger sollen noch Fußgängerüberwege (Zebrastreifen) hinzu
kommen. Für den Radverkehr besteht wegen stark verschwenkten Furten
eine nicht befriedigende Lösung. Die Verwaltung plant zur Zeit eine
möglichen neue Gestaltung des Kreuzungsbereichs. Es böte sich auch
hier die Anlage eines Kreisverkehrs an.
Ausbau der Ziegelhorststraße
Vor und hinter dem neuen Kreisverkehr stehen auch Umbaumaßnahmen der
Ziegelhorststraße an, teilweise aber erst zu einem späteren Zeitpunkt.
Hierbei werden die vorhandenen alten Bordsteinradwege aufwendig
instand gesetzt werden und weiterhin benutzungspflichtig bleiben. Der
Vorschlag, hier einhüftiges Parken zuzulassen und auf der Straße
Radfahrstreifen anzulegen, wurde wegen der mehr als 4 cm hohen
Bordsteinkanten abgelehnt. Lediglich im Bereich des geplanten nur 1,25
Meter schmalen Angebotsstreifen ist eine Einbeziehung des alten
Radwegs in den Parkstreifen angedacht worden. Die hier geplanten Um
bauten bringen nur Verbesserungen für den Autoverkehr. Ohne
Mehraufwand könnten mit einer intelligenten Planung auch deutliche
Verbesserungen für die Sicherheit und den Komfort der Radfahrer
erzielt werden. Zwar wurde hier bereits mit Kanalbauarbeiten begonnen,
doch eine Änderung der Planungen wäre noch möglich.
Radfahrstreifen Markgrafenstraße
Auch in Duisburg weiß man, wie moderne Radverkehrsanlagen aussehen
können. Im Zuge der Straßenbahnbeschleunigung der Linie 901 wurde die
Fahrbahn für den Autoverkehr zurückgebaut und größtenteils
Radfahrstreifen auf der Straße abmarkiert. Auch Aufstellbereiche an
Ampeln vor den KFZ scheint man in Duisburg zu kennen. Bleibt nur die
Frage, warum das nicht Standart bei den Planungen wird.
An einer Stelle wird der Radfahrer allerdings mit einer extrem
scharfen Kurve von der Fahrbahn hinter die Platanenreihe verschwenkt,
weil es auf der Fahrbahn zu eng wird. Die Notwendigkeit, den Radweg
hier hinter die Platanenreihe zu verlegen, könnte man ja noch
nachvollziehen, aber wenige Meter und einige Bäume vorher wäre ein
sanfter Übergang möglich gewesen.
Bleibt zu hoffen, dass auch die Radverkehrsanlagen auf der
Schulte-Marxloh-Straße bald fortgesetzt werden. Hier ist die
ursprüngliche Planung, Bordsteinradwege zugunsten von Radfahrstreifen
zu ersetzen, aufgegeben worden. Doch die Einengung der Fahrbahn an der
Stockholmer Straße (Foto) und die neue Ampelanlage lassen eindeutig
darauf schließen, dass der Radverkehr im Kreuzungsbereich wieder auf
den alten, stark von der Einmündung verschwenkten Radwegtorso gedrängt
werden soll. Ohne die unsinnige Verengung wären sichere und
durchgehende Radfahrstreifen problemlos möglich gewesen. Selbst der
Leiter des Planungsamtes konnte auf Anfrage diese Lösung nicht
nachvollziehen.
HF
Radfahrstreifen für Rheinhausen
Der Radweg auf der westlichen Seite der Friedrich-Ebert-Straße in
Richtung Krefelder Straße endet in Höhe der Hauptschule. Bereits im
vergangenen Jahr wurde der Lückenschluss im Zuge des Ausbaus der
Straße in Aussicht gestellt. Jetzt wurde im Verkehrsausschuss
beschlossen, von der Hauptschule bis zur Kreuzung Krefelder Straße
kurzfristig durch Abmarkieren eines Radfahrstreifens diese Lücke zu
schließen. Im Sinne der Schulwegsicherung eine sehr sinnvolle
Maßnahme.
HF
Radwegebau an Bundes-, Land- und Kreisstraßen 2004
Neben vielen Maßnahmen zur Straßenerneuerung sind im Bauprogramm 2004
in Höhe von 670.478 € auch einige Querungshilfen und Maßnahmen für
den Radverkehr vorgesehen. So sind z.B. eine Sanierung der Radwege an
der Ziegelhorststraße (hier fordert der ADFC allerdings einen
Radfahrstreifen), ein Lückenschluss an der Koopmannstraße, ein kurzer
Radfahrstreifen auf der Neumühler Straße (B 8) von der Bahnhof- bis
zur Vossstrasse und in Beeck eine Verlängerung des Radfahrstreifens
auf der Friedrich-Ebert-Straße von der Stockumer bis zur Neanderstraße
(jeweils zu Lasten eines Fahrstreifens) vorgesehen.
HF
Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Frühjahr 2004.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de