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RAD im Pott Frühjahr 2004 Duisburg

Baumaßnahmen im Duisburger Norden

Da die Verwaltung den ADFC immer noch nicht offensiv in die Radverkehrsplanung einbezieht oder zumindest über geplante Maßnahmen informiert, kann an dieser Stelle leider nur über Maßnahmen im Stadtbezirk Hamborn berichtet werden.

Radweg Fahrner Straße

Bereits Anfang 1999 beschlossen soll jetzt endlich der fehlende Radweg auf der Fahrner Straße ergänzt werden. Wie damals in Duisburg Standard wurde der Radweg auf Bordsteinniveau geplant. Auch auf Anregung des DuisBürgerBündnis scheint die Verwaltung nicht bereit, die Planungen noch einmal zu überdenken. Da der bestehende Radweg auf dem nördlichen Teil der Straße auf dem Gehweg liegt, soll er auch auf dem neuen Ab­ schnitt so ausgeführt werden. Die Anlage eines Radfahrstreifens soll an dieser Stelle angeblich sogar teurer sein als ein baulicher Radweg. Die SPD findet darüber hinaus die alte Planung "schöner". Der ADFC kann die Argumente der Verwaltung nicht nachvollziehen. Die Vorteile eines Radfahrstreifens liegen auch hier auf der Hand, auch wenn die Stadt die alten Planungen noch mal überarbeiten müsste. Das sollten sichere und komfortable Anlagen für den Radverkehr wert sein. Und "schön" können gut geplante Radfahrstreifen auch sein.

Kreisverkehr Ziegelhorststraße

Nur wenige hundert Meter neben dem geplanten Kreisverkehr an der Fahrner Straße entsteht ein weiterer Kreisel. Nach dem Ausfall der dortigen Ampelanlage wurde hier im Frühjahr 2003 bereits ein provisorischer Kreis angelegt, der aber vor allem für den Radverkehr keine zufrieden stellende Verkehrsführung darstellt (siehe RiP 2/2003). Die meisten Radfahrer
Foto eines Radweges mit Baustelle
weichen heute an den abgesperrten Radwegen auf die Gehwege aus und überqueren die Einmündungen auf den Zebrastreifen.

Die endgültige Planung sieht hier deutlich besser aus. Bei den beiden Zufahrten mit bestehenden Radwegen wird der Radverkehr im Vorfeld auf die Fahrbahn geführt. Auf Anregung des ADFC wird die Führung für Radfahrer in und aus der vom Kreisel abgeschnittenen 5. Einfahrt deutlich verbessert. Der nördliche Teil der Röttgersbachstraße wird zu einer unechten Einbahnstraße. Der Radverkehr wird über eine gesicherte Führung an den Kreis herangeführt und kann auch so vom Kreis in die Straße einfahren.

Schlachthofstraße/Ziegelhorststraße

Ebenfalls nur wenige Meter weiter ist seit einiger Zeit ebenfalls eine Lichtsignalanlage irreparabel ausgefallen. Bisher wurden hier die Zufahrten aus allen Richtungen eingeengt und Tempo 30 angeordnet. Für die Fußgänger sollen noch Fußgängerüberwege (Zebrastreifen) hinzu­ kommen. Für den Radverkehr besteht wegen stark verschwenkten Furten eine nicht befriedigende Lösung. Die Verwaltung plant zur Zeit eine möglichen neue Gestaltung des Kreuzungsbereichs. Es böte sich auch hier die Anlage eines Kreisverkehrs an.

Ausbau der Ziegelhorststraße

Vor und hinter dem neuen Kreisverkehr stehen auch Umbaumaßnahmen der Ziegelhorststraße an, teilweise aber erst zu einem späteren Zeitpunkt. Hierbei werden die vorhandenen alten Bordsteinradwege aufwendig instand gesetzt werden und weiterhin benutzungspflichtig bleiben. Der Vorschlag, hier einhüftiges Parken zuzulassen und auf der Straße Radfahrstreifen anzulegen, wurde wegen der mehr als 4 cm hohen Bordsteinkanten abgelehnt. Lediglich im Bereich des geplanten nur 1,25 Meter schmalen Angebotsstreifen ist eine Einbeziehung des alten Radwegs in den Parkstreifen angedacht worden. Die hier geplanten Um­ bauten bringen nur Verbesserungen für den Autoverkehr. Ohne Mehraufwand könnten mit einer intelligenten Planung auch deutliche Verbesserungen für die Sicherheit und den Komfort der Radfahrer erzielt werden. Zwar wurde hier bereits mit Kanalbauarbeiten begonnen, doch eine Änderung der Planungen wäre noch möglich.

Radfahrstreifen Markgrafenstraße

Auch in Duisburg weiß man, wie moderne Radverkehrsanlagen aussehen können. Im Zuge der Straßenbahnbeschleunigung der Linie 901 wurde die Fahrbahn für den Autoverkehr zurückgebaut und größtenteils Radfahrstreifen auf der Straße abmarkiert. Auch Aufstellbereiche an Ampeln vor den KFZ scheint man in Duisburg zu kennen. Bleibt nur die Frage, warum das nicht Standart bei den Planungen wird.

An einer Stelle wird der Radfahrer allerdings mit einer extrem scharfen Kurve von der Fahrbahn hinter die Platanenreihe verschwenkt,
Foto der Einengung der Fahrbahn an der Stockholmer Straße
weil es auf der Fahrbahn zu eng wird. Die Notwendigkeit, den Radweg hier hinter die Platanenreihe zu verlegen, könnte man ja noch nachvollziehen, aber wenige Meter und einige Bäume vorher wäre ein sanfter Übergang möglich gewesen.

Bleibt zu hoffen, dass auch die Radverkehrsanlagen auf der Schulte-Marxloh-Straße bald fortgesetzt werden. Hier ist die ursprüngliche Planung, Bordsteinradwege zugunsten von Radfahrstreifen zu ersetzen, aufgegeben worden. Doch die Einengung der Fahrbahn an der Stockholmer Straße (Foto) und die neue Ampelanlage lassen eindeutig darauf schließen, dass der Radverkehr im Kreuzungsbereich wieder auf den alten, stark von der Einmündung verschwenkten Radwegtorso gedrängt werden soll. Ohne die unsinnige Verengung wären sichere und durchgehende Radfahrstreifen problemlos möglich gewesen. Selbst der Leiter des Planungsamtes konnte auf Anfrage diese Lösung nicht nachvollziehen.

HF

Radfahrstreifen für Rheinhausen

Der Radweg auf der westlichen Seite der Friedrich-Ebert-Straße in Richtung Krefelder Straße endet in Höhe der Hauptschule. Bereits im vergangenen Jahr wurde der Lückenschluss im Zuge des Ausbaus der Straße in Aussicht gestellt. Jetzt wurde im Verkehrsausschuss beschlossen, von der Hauptschule bis zur Kreuzung Krefelder Straße kurzfristig durch Abmarkieren eines Radfahrstreifens diese Lücke zu schließen. Im Sinne der Schulwegsicherung eine sehr sinnvolle Maßnahme.

HF

Radwegebau an Bundes-, Land- und Kreisstraßen 2004

Neben vielen Maßnahmen zur Straßenerneuerung sind im Bauprogramm 2004 in Höhe von 670.478 € auch einige Querungshilfen und Maßnahmen für den Radverkehr vorgesehen. So sind z.B. eine Sanierung der Radwege an der Ziegelhorststraße (hier fordert der ADFC allerdings einen Radfahrstreifen), ein Lückenschluss an der Koopmannstraße, ein kurzer Radfahrstreifen auf der Neumühler Straße (B 8) von der Bahnhof- bis zur Vossstrasse und in Beeck eine Verlängerung des Radfahrstreifens auf der Friedrich-Ebert-Straße von der Stockumer bis zur Neanderstraße (jeweils zu Lasten eines Fahrstreifens) vorgesehen.

HF


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Frühjahr 2004.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de