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RAD im Pott Winter 2003 Essen

Das Ruhrtal wird in den nächsten Jahren zum Hindernisparcours

Baustellen auf Radwegen und kein Ende

Das Thema Baustellen scheint für Essens Radler zum Dauerthema zu werden. Zwar ist bei der bislang umfangreichsten Radwegesperrung endlich ein Ende absehbar -- der Radweg entlang der Wuppertaler Straße im Ruhrtal war bei Redaktionsschluss Mitte November zu zwei Dritteln wieder befahrbar. Und auch das letzte Drittel soll bis zum Jahresende fertiggestellt sein -- mit einer dreivierteljährigen Verspätung!

Aber gerade im Ruhrtal stehen in den kommenden Jahren noch wesentlich einschneidendere Radwegesperrungen ins Haus. Hintergrund ist die vollständige Erneuerung des Abwassersystems des Ruhrverbandes, im Zuge derer im gesamten Ruhrtal neue große Abwasserrohre verlegt werden. Die Baumaßnahme entlang der Wuppertaler Straße war nur ein Vorgeschmack auf das, was da noch kommt. Die (bislang bekannten) Maßnahmen im einzelnen:

Wann die übrigen Radwanderwege entlang der Ruhr für die Rohrverlegungen gesperrt werden, konnte der Ruhrverband bei dem Gespräch noch nicht sagen. EFI und ADFC haben jedenfalls zugesagt, in der RAD im Pott die jeweiligen Maßnahmen bekanntzugeben.

Fahrverbot für Radfahrer auf der Wittenbergstraße

Ein besonderen Fauxpas haben sich die Stadt Essen sowie die Baufirma Epping am nördlichen Ende der Wittenbergstraße in Rüttenscheid erlaubt. So sind hier seit Oktober nicht nur die Radfahrstreifen auf beiden Seiten gesperrt, sondern man hat mit Verbotsschildern das
Foto der Baustelle auf der Wittenbergstraße mit Schild "Radfahren verboten"
Radfahren auf der Wittenbergstraße in diesem Abschnitt gleich ganz verboten. Grund sind Bauarbeiten auf dem Mittelstreifen, welche auf die Fahrbahnflächen hinausragen. Damit der (Auto-) Verkehr hier auch weiterhin fließen kann, wurden die Radfahrer kurzerhand ausgesperrt.

Mit dieser Maßnahme hat die Fahrradunfreundlichkeit in dieser Stadt eine neue Dimension erreicht. Bislang wurden die Radler "lediglich" mit dem bei Baufirmen beliebten und sich in den letzten Jahren inflationär vermehrenden Schild "Radfahrer absteigen" konfrontiert. Jetzt aber sperrt man gleich eine ganze Hauptradroute -- und das ohne Umleitung! Dass es sich hierbei auch noch um einen Schulweg handelt, macht die Angelegenheit nur noch pikanter.

Absicht oder Gedankenlosigkeit? Diese Frage stellt sich auch wenige hundert Meter weiter westlich auf der Rüttenscheider Straße. Da wurde wegen des Abrisses eines Hauses gleich der ganze Geh- und Radweg
Foto der Absperrungen auf dem Gehsteig auf der Rüttenscheider Straße
gesperrt. Während die Fußgänger immerhin per Ampel auf die gegen­ überliegende Straßenseite geleitet werden, bleiben die Radfahrer sich selbst überlassen.

Im weiteren Verlauf der Rüttenscheider Straße wird derzeit ein neues Gebäude errichtet. Hier ist "nur" der stark frequentierte Gehweg gesperrt, so dass jetzt eine große Zahl von Fußgängern den ohnehin bereits sehr schmalen Radweg bevölkert. Irgendwelche Absicherungen sucht man hier vergeblich. Aber es passt in das Bild, welches die Stadt Essen bezüglich ihres Umgangs mit den nichtmotorisierten Ver­ kehrsteilnehmern abgibt.

J.B.


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Winter 2003.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de