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RAD im Pott Winter 2003 Mülheim

Neues aus Mülheim

Winkhausen und Heißen wachsen per Rad zusammen

Getrennt durch ein Tal samt breiter Bahnlinie sind diese benachbarten östlichen Mülheimer Stadtteile hauptsächlich durch die Hardenbergbrücke miteinander verbunden. Die in das Heißener Zentrum weiterführende Hardenbergstraße stellte nicht nur für ungeübte Radfahrer eine Belastungsprobe dar. Infolge einer Durchbindung mit der neuen Straße An der Seilfahrt wird die Hardenbergstraße von hier zur "unechten" Sackgasse, die für Kraftfahrzeuge nur noch aus Richtung
Foto des Radfahrstreifens
Heißen, das heißt vom Wischer Weg angefahren werden kann. Dort, wo die Straße weiterhin dem motorisierten Durchgangsverkehr dient, wurden bergauf ein Radweg und bergab ein Radfahrstreifen angelegt. Der Radweg -- von der Fahrbahn durch einen Grünstreifen getrennt -- wird dem Bedürfnis insbesondere langsamer Radfahrer nach subjektivem Sicherheitsgefühl zwar gerecht, dürfte aber im Vergleich zum gegenüberliegenden Radfahrstreifen aufgrund mehrerer Firmenzufahrten tatsächlich unfallträchtiger sein. Im Kreuzungsbereich mit der Geitlingstraße besteht für linksabbiegende Radfahrer keine Hilfe durch separate Aufstellflächen. Besserung ist erst nach dem Ausbau der Geitlingstraße in etwa zwei Jahren geplant. Sie erhält dann nämlich Radverkehrsanlagen in Richtung Autobahn A 40. Diese Maßnahme soll dem Lückenschluss zu einem ebenfalls geplanten Geh- und Radweg zwischen der Autobahn und der Straße "An der Seilfahrt" dienen.

KLR


Via Schieberille in die City

Nicht jeder dürfte diese Verbindung zwischen der Broicher und der innerstädtischen Ruhrseite gekannt haben, die Brücke der Rheinischen Güterzugstrecke. Während die Gleise bereits seit vergangenem Jahr ungenutzt liegen und für die Gesamttrasse zwischen Duisburg und Essen eine eher langfristig Reakativierung als Radwanderweg angedacht ist, ist der zwischen der MüGa und der Bahnstraße befindliche, an die Brücke angehangene Gehweg zwar z.Z. gesperrt, allerdings steht die Sanierung des östlichen Treppenaufganges und damit eine Wiedereröffnung in Kürze bevor. Die beidseitigen Treppenaufgänge lassen die Nutzung der Brücke als Radweg wenig sinnnvoll erscheinen. Trotzdem wurde sie notgedrungen regelmäßig von Radfahrern genutzt, die einen Umweg über Schloß- oder Konrad-Adenauer Brücke vermeiden wollten. Auf Anregung eines Bürgers hat das Amt für Verkehrswesen und Tiefbau daher entschieden, für 2.500 € im Rahmen der Sanierung auf beiden Ruhr­ seiten Schieberillen aus Winkeleisen zu installieren.

hpv


Nur Armleuchter fahren ohne Licht...

...lautet die aktuelle Kampagne der AGFS. Neben Großplakaten und Motivpostkarten wird von Stadt und Zweiradinnung eine besondere Aktion geboten: Die Mülheimer sind eingeladen, ihre Räder bei den betreffenden Händlern einem Lichttest zu unterziehen. Neben der
Plakat mit Radfahrer mit Kerzenleuchter in der Hand und Aufschrift "Nur Armleuchter fahren ohne Licht"
Fehlersuche bei defekter Beleuchtung steht hierbei Information über leistungsstarke und zuverlässige neue Beleuchtungstechnologie im Mittelpunkt. Im Internet können ADFC-Mitglieder den Info-Clip Beleuch­ tung herunterladen (www.ADFC.de/mitglieder); weitergehende Infos gibt es beim Fachausschuss Technik (www.fa-technik.adfc.de/Komponenten/Scheinwerfer).


Mit dem Fahrrad zur Arbeit

Unter diesem Motto stand ein Forschungsauftrag, den die Stadt Mülheim an eine 8. (!) Schulklasse der Gustav-Heinemann-Gesamtschule vergeben hat. Als (schul)fächerübergreifendes Projekt haben die Schüler in mehrwöchiger Arbeit interessante Ergebnisse hervorgebracht. Im Mittelpunkt stand das Mobilitätsverhalten der Mitarbeiter zweier großer Mülheimer Arbeitgeber: Beinahe jeder Beschäftigte der Stadtverwaltung und der Firma Mannesmann erhielten den selbstentwik­ kelten Fragebogen, wobei die Rücklaufquote gut war. Die anschließenden Exkursionen nach Utrecht und Münster waren bei der ganzen Arbeit nicht nur mehr als verdient, sondern dienten auch der Erweiterung des Hori­ zontes in Richtung Visionen. Diese sind sicherlich nötig, wenn man bedenkt, dass von den auskunftwilligen städtischen Bediensteten lediglich 4% angaben, am häufigsten mit dem Rad zur Arbeit zu kommen. Bei Mannesmann traf dies immerhin auf 18% zu. Die Schüler fragten nach den Gründen für die jeweilige Verkehrsmittelwahl. Es überrascht nicht, dass jene, die selten oder nie mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, hierfür vermeintlich gute Gründe (Entfernung, Steigung, ...) nennen, die in der Regel auch objektiv nachvollziehbar sind. Bei den Beschäf­ tigten, die nur einen kurzen und flachen Weg zur Arbeit haben, ist je­ doch der Anteil der Radfahrer nicht nennenswert größer! Die Fahrrad­ nutzung hängt -- so das Fazit der Studie -- in erster Linie von der (natürlich subjektiven) Einstellung zum Radfahren ab. Voraussetzung für die Fahrradnutzung ist also in der Regel zunächst eine positive Einstellung (Sozialisation) und nur dann kann eine positive Fahrradinfrastruktur dazu beitragen, dass tatsächlich Wege mit dem Fahrrad erledigt werden. Die Motivation ist vor allem geprägt durch positive Verbindung der Themen Spaß, Gesundheit und an dritter Stelle Umwelt mit dem Radeln. Diese Reihenfolge zeigt auf, wo effiziente Radverkehrsförderung ansetzen sollte: der Spaßfaktor sollte im Mittelpunkt stehen. hpv


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Winter 2003.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de