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RAD im Pott Winter 2003 Oberhausen / Mülheim

Weniger Autos, mehr ÖPNV

Vor einigen Jahren wurde die Idee einer Verkehrswende propagiert, welche an der allzu großen Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität bei einigen Akteuren im Frust endete. Das automobile Wachstum erschien trotz unübersehbarer Negativfolgen einfach nicht zu bremsen. In den beiden vergangenen Jahren hat es aber -- von der Fachöffentlichkeit fast unbemerkt oder auch verschwiegen -- zwar keine vollständige Verkehrs-, so doch eine deutliche Trendwende gegeben. Die Datenlage hierzu ist allerdings dürftig, da sie bestenfalls verschiedene, z.T. widersprüchliche Entwicklungen skizziert, welche natürlich durch konjunkturelle und regionale Entwicklungen überlagert sind und nicht deren Ursachen beschreibt.

Hier trotzdem exemplarisch einige Schlaglichter: Die Anzahl der Kraftfahrzeuge auf Mülheims Straßen hat sich innerhalb des letzten Jahres um 5.300 Fahrzeuge, das heißt 5,4 % reduziert. Im Bundestrend gibt es einen leichten Anstieg, hier wirkt wohl der DDR-bedingte Nachholbedarf noch nach. Trotzdem ist der Kraftstoffverbrauch auch bundesweit deutlich zurückgegangen, was vor allem auf eine geringere Fahrleistung hindeutet, jedoch z.T. auch durch eine energiesparendere Fahrweise erzielt sein dürfte. Die Fahrzeugtechnik dürfte sich weniger ausgewirkt haben, da der Verbrauchsrückgang hierfür zu schnell eintrat.

Die schlechte Konjunktur hat zweifelsohne bei den Ursachen einen großen Anteil, doch ist in der Vergangenheit der öffentliche Verkehr gleichermaßen betroffen gewesen. Mit Ausnahme des terrorismus- und seuchengeschädigten Flugverkehrs (trotz Billigfliegerboom) wuchs der öffentliche Verkehr jedoch bundesweit stetig. Im VRR konnte durch das (für Schüler entwickelte) Schokoticket sogar ein Wachstum von 7 % erzielt werden. Im öffentlichen Interesse standen hingegen der (für die Gesamtverkehrsleistung eher unwesentliche) Rückgang im Fernverkehr der DB AG.

Die Datenlage beim nichtmotorisierten Verkehr ist gewohnheitsgemäß besonders schlecht. Unumstritten ist, dass durch die zunehmend längeren Wege im Alltag und zu Freizeitzielen der fußläufige Verkehr immer noch rückläufig ist und dass hiervon nicht zuletzt der Radverkehr profitiert. Andererseits kann der Radverkehr auch selber "Opfer" längerer Wege sein und Marktanteile an den motorisierten individual- und öffentlichen Verkehr abgeben. In der Nachbarstadt Oberhausen hat der Radverkehr allerdings entgegen dieser denkbaren Theorie nach der letzten Haushaltsbefragung um 25 % zugenommen. Die Rad im Pott wird in loser Folge über neue statistische Entwicklungen berichten.


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Winter 2003.
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