zurück zur Jahresübersicht ZŁge mit Fahrradmitnahme E-MH-DU >>


RAD im Pott Sommer 2003 Im Pott

Übersicht über die Fahrradmitnahme im Fernverkehr

Mit Rad und Bahn unterwegs

Eine Fahrradmitnahme in ICE-Zügen ist von der Bahn nicht gewollt

Sie ist derzeit Dauerthema in sämtlichen Medien -- die Deutsche Bahn AG. Vor allem seit dem großen Fahrplanwechsel im Dezember in Verbindung mit dem neuen Tarifsystem reißt die Kritik nicht ab. Negativ betroffen von den Veränderungen sind auch Fahrgäste, die ihr Fahrrad mit auf die Reise nehmen wollen. So ist durch die Umstellung von IC-Zügen auf ICE-Triebwagen auf bestimmten Fahrrelationen überhaupt keine Fahrradmitnahme mehr möglich, da in diesen grundsätzlich keine Fahrräder mitgenommen werden dürfen. Auch die
Foto eines ICE
Eine Fahrradmitnahme in ICE-Zügen ist von der Bahn nicht gewollt
Umwandlung der Interregio-Züge in IC-Züge hat für Ärger gesorgt. Immerhin ist bei Letzteren die Fahrradmitnahme in vielen Fällen noch möglich, dies jedoch zu höheren Preisen, ohne dass sich dabei irgend etwas verbessert hat. Schlechter geworden ist die Mitnahmemöglichkeit von Fahrrädern übrigens auch bei etlichen internationalen Verbindungen.

Der ADFC-Bundesverband hat im Frühjahr die Kampagne "Jetzt sind wir am Zug" gestartet, um die Fahrradmitnahme in ICE-Zügen zu ermöglichen. Mehr Informationen zu dieser Kampagne gibt es im Internet unter www.adfc.de/politik/ice.

Fahrradmitnahme vom westlichen Ruhrgebiet aus

Natürlich gibt es nach wie vor Möglichkeiten, das Fahrrad im Zug mitzunehmen. Relativ unproblematisch ist dies im Ruhrgebiet beim Nahverkehr, hier hat sich beim letzten Fahrplanwechsel wenig ver≠ ändert. Die Redaktion der RAD im Pott hat sich -- rechtzeitig zur Urlaubssaison -- einmal die Mühe gemacht, sämtliche Züge des Fernverkehrs herauszusuchen, die eine Fahrradmitnahme von Duisburg, Essen, Mülheim und Oberhausen aus ermöglichen (was nicht so einfach war, denn manchmal widersprechen sich die Angaben der Fahrpläne bezüglich der Fahrradmitnahme im Kursbuch wie auch bei den Bahnhofsfahrplänen bzw. im Internet). Daher kann für die zusammengestellten Fahrplantabellen auch keine Gewähr für die absolute Richtigkeit gegeben werden. Zunächst jedoch noch einige grundsätzliche Hinweise:

Für Mülheim werden sich voraussichtlich zum kleinen Fahrplanwechsel am 15. Juni die ohnehin schon mageren Möglichkeiten für die Fahrradmitnahme in IC-Zügen weiter verschlechtern. Dann entfällt näm≠ lich der Halt von gleich vier IC-Zugpaaren in Richtung Süddeutschland und Österreich: EC 114/115, IC 118/EC 119, IC 2012/2013 und IC 2014/2015. Dadurch ändern sich wahrscheinlich auch die Abfahrtzeiten in Essen und Duisburg. Die Alternative für die Mülheimer -- nicht nur für die soeben aufgeführten Züge, sondern für alle Mülheim durchfahrenden IC in Richtung Süden -- ist die Fahrt mit einem der RegionalExpress-Züge nach Duisburg. Hier kann dann meist am selben Bahnsteig in die entsprechenden IC umgestiegen werden.

Für die Mülheim durchfahrenden IC-Züge in Richtung Norden und Osten sollten die Mülheimer mit einem der RegionalExpress-Züge nach Essen fahren, wo dann generell ohne Bahnsteigwechsel umgestiegen werden kann. Sowohl für Mülheimer wie für Essener ist auch die Umstei≠ gemöglichkeit in Gelsenkirchen interessant. Hier kann man ebenso ohne Bahnsteigwechsel vom RegionalExpress 2 in die von Oberhausen nach Norddeich fahrenden Züge umsteigen. Das gilt natürlich auch für die Gegenrichtung.

Ein ganz düsteres Kapitel ist die Fahrradmitnahme nach Holland. Nachdem die früheren EuroCitys bereits vor einiger Zeit durch ICE-Züge ersetzt wurden, in denen es ja grundsätzlich keine Fahrradmitnahme gibt, hat man von Oberhausen bzw. Duisburg nur noch zwei bzw. eine Möglichkeit nach Amsterdam zu kommen:

Zum einen am frühen Abend mit dem EuroCity von Interlaken, zum anderen frühmorgens mit dem Nachtzug vom Zürich bzw. München. Für letzteren gibt es zwar in Oberhausen eine Zustiegsmöglichkeit, leider jedoch nicht in Duisburg.

Von einem EFI-Sprecher Rolf Fliß brieflich auf die fehlenden Mitnahmemöglichkeiten für Fahrräder nach Holland hingewiesen, gab die Bahn die Empfehlung, doch über Osnabrück und Bad Bentheim zu fahren. Wer sich diese Fahrrelation auf der Karte anschaut, sieht sofort, dass dies einen großen Umweg mit entsprechendem Zeitaufwand bedeutet. Hinzu kommt ein weiterer Umsteigevorgang. Da fragt man sich doch ernsthaft, wie weit sich die Bahnoberen in Frankfurt mittlerweile von den wirklichen Bedürfnissen ihrer Bahnkunden entfernt haben.

Das Thema Umsteigen ist gerade bei der Mitnahme von Fahrrädern ein Kapitel für sich. In Duisburg wie in Oberhausen (hier mit kleinen Einschränkungen) ist dies gut durchführbar, da hier alle Bahnsteige mit Aufzügen ausgestattet sind.. In Essen dagegen ist die Aufzugsfrage ein ganz düsteres Kapitel. Seit Jahren in der Diskussion, ist bis heute nicht absehbar, wann diese jemals installiert werden.

Und nun zum Schluss noch einige kurze Anmerkungen zu den Fahrplantabellen:

Für die Hilfe bei der Zusammenstellung der Fahrplantabelle sei Axel Beinert vom VCD sowie Axel Hercher von Pro Bahn gedankt.

Jörg Brinkmann


zurück zur Jahresübersicht ZŁge mit Fahrradmitnahme E-MH-DU >>


Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Sommer 2003.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de