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RAD im Pott Herbst 2003 Essen

Erkundungsfahrt mit Dezernent Hinsen durch die City

Eine Überraschungstour

Anfang August fand im Rathaus ein Gespräch zwischen dem Dezernenten Ludger Hinsen sowie EFI und ADFC statt. Hinsen, der CDU angehörend, ist neben dem Ordnungsamt auch für das Straßenverkehrsamt sowie für das Umweltamt zuständig. Zunächst wurde ein Fazit des im Juni durchgeführten Umweltmarktes gezogen. Des weiteren wurden Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit zwischen dem Umweltamt und den Fahrradverbänden ausgelotet. Eine Idee ist das Wiederaufleben der 1995 und 1998 durchgeführten Aktion "Radler des Jahres".

Als dann das Thema Radverkehr zur Sprache kam, bot Hinsen Überraschen­ des. Einige der Kritikpunkte, die EFI und ADFC vorbrachten, waren ihm bereits bekannt -- und das aus eigener Anschauung. Hinsen kommt aus der Fahrradstadt Münster und benutzt auch in Essen sein Fahrrad -- wenn auch nicht regelmäßig. Von sich aus sprach er die Problematik der zugeparkten Radfahrstreifen auf der Huyssenallee und der Altenessener Straße an. Zum Schluss des Gespräches nahm er das Angebot an, mit EFI und ADFC durch die Innenstadt zu radeln.

Gesagt getan, drei Tage später startete man gemeinsam an der Radstation am Hauptbahnhof. Die Radfahrverbände hatten eine Tour ausgearbeitet, die so ziemlich alle Knackpunkte beinhaltete, die es in
Foto von Rolf Fliß, Ludger Hinsen und Jörg Brinkmann unter dem Radfahr-Wegweiser vor dem Handelshof
Radtour durch die City: EFI-Sprecher Rolf Fliß, Dezernent Ludger Hinsen, ADFC-Vorsitzender Jörg Brinkmann
Essen beim Radverkehr gibt. Natürlich blieben auch die positiven Dinge wie Radfahrstreifen, Fahrradstraßen, gegenläufig geöffnete Einbahnstraßen, City-Radroute, Wegweisung, Radstation, Abstellanlagen (hier speziell die VRR-Bügel) und einiges mehr nicht unerwähnt.

Als Knackpunkte brachten EFI und ADFC die problematische Unterführung am Hauptbahnhof sowie die fehlende West-Ost-Querung auf der Nordseite an. Weitere Kritikpunkte auf der Tour waren die Radwegelücke auf der Hindenburgstraße und die problematische Führung von Radwegen an freigeführten Rechtsabbiegespuren, letzteres demonstriert an der Kreuzung Altendorfer Straße / Hans-Böckler-Straße. Direkt vor Ort angesprochen wurde auch die unzureichende Radverkehrsanbindung der Universität in Verbindung mit der geplanten Bebauung des Einkaufszentrums am Berliner Platz.

Natürlich ist Dezernent Hinsen für etliche dieser Dinge nicht zuständig. Er zeigte sich aber sehr aufgeschlossen und versprach, bei der regelmäßigen Konferenz der Verwaltungsspitze bestimmte Punkte anzusprechen. Eine Sache hat er bereits angepackt -- die Problematik der durch Schrotträder blockierten Fahrradständer. Beim ersten Gespräch von den Fahrradverbänden diesbezüglich angesprochen, konnte er bei der Radtour ein Rad vor der Hauptpost präsentieren, welches bereits mit dem Hinweis versehen worden war, dass es von der Stadt nach gebotener Frist entfernt werden würde.

Derartig schnelles Handeln sind EFI und ADFC eigentlich schon nicht mehr gewohnt, aber es lässt hoffen.

J.B.


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Herbst 2003.
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