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RAD im Pott Frühjahr 2003 Oberhausen

Straßenbahn-Neubaustrecke nach Mülheim

Mit 6 km/h über die Danziger Straße radeln

Die Danziger Straße wird umgebaut. Die geplante Straßenbahnstrecke führt von der Mülheimer Linie 102 im Bereich Zechenbahn/Mellinghofer Straße fast durchgängig parallel zur Danziger Straße bis zur Mülheimer Straße in Oberhausen. Seit einiger Zeit läuft dazu das Planfeststellungsverfahren, in dessen Rahmen sich der ADFC beteiligen konnte. Zahlreiche Kritikpunkte traten damals an dem eigentlich begrüßenswerten Ausbau des Straßenbahnnetzes zu Tage (siehe RiP 1/2002)

Inzwischen liegen die Reaktionen auf die Eingaben des ADFC vor, für Anfang März setzte die Bezirksregierung Düsseldorf den Anhörungstermin fest. Das Verfahren selbst betreibt die StOAG.

Bei einigen Punkten wurde dem ADFC-Vorschlägen gefolgt. Positiv ist, dass im Bereich der Kindertagesstätte "Arche" der Radweg bis zur Straßburger Straße durchgeführt wird. An den Kreuzungen wurde die Querung der Danziger Straße für den Radverkehr im Vergleich zur bisherigen Planung verbessert. Die Ampeln sollen zudem fahrradfreundlich geschaltet werden. Drucktasten wird es für Radfahrer nicht geben und die Grünzeiten werden ähnlich lang wie die für den motorisierten Verkehr sein.

Unklar blieben die Aussagen zum Ausbaustandard, die zum Teil widersprüchlich sind. Die StOAG spricht sich dagegen aus, die hohe bauliche Qualität der heutigen Wege zu erhalten.

Nur geringfügig überarbeitet wurde die Planung auf der Mellinghofer Straße in Mülheim. Hier soll der Radverkehr in Richtung Norden in Zukunft innerhalb von etwa 150 Metern gezwungen werden, zweimal die Straßenseite zu wechseln -- davon einmal an der unübersichtlichen Kreuzung Mellinghofer Straße/Denkhauser Höfe/Zechenbahn. Der im Leitantrag der Stadt Mülheim zur Aufnahme in das Landesprogramm "Fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in NRW" ausgewiesenen Radverkehrsplanung wird nicht gefolgt, sondern deren Umsetzung sogar verbaut.

Noch gravierender ist jedoch, dass der Radverkehr auf Oberhausener Teilstücken nicht über die Danziger Straße geführt werden soll, sondern durch nebenliegende Wohngebiete -- als Zusatzangebot sicherlich nicht schlecht, doch aus Sicht der StOAG soll dies nicht nur ein Zusatzangebot sein.

Unverändert bleibt nach Ansicht der StOAG auch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 6 km/h auf einem Drittel der Strecke -- natürlich nur für den Radverkehr. Der Autoverkehr darf mindestens 50 km/h fahren, die Straßenbahn sogar mit 70 km/h. Aus Sicht des ADFC eine Planung ausschließlich zu Lasten des Radverkehrs, die sich nicht mit den Zielen einer fahrradfreundlichen Stadt vereinbaren lässt.

Im Rahmen des Anhörungsverfahren und der vorgelagerten Gespräche wird der ADFC diese Punkte nochmals ansprechen und sich dafür einsetzen, dass die Planung wesentlich verbessert wird.

Edwin Süselbeck


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Frühjahr 2003.
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