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| RAD im Pott Frühjahr 2003 | Im Pott |
Ende des vergangenen Jahres hat der Kommunalverband Ruhrgebiet (KVR) das etwa 4,5 Kilometer lange verbliebene Reststück der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Essen-Steele und Mülheim-Heißen aufgekauft. Bereits in den 80er Jahren wurde im Ruhrtal zwischen Steele und Rellinghausen ein erstes Teilstück der Bahntrasse in einen Radgehweg umgewandelt. 1998 konnte dann das Teilstück von Rellinghausen hinauf nach Rüttenscheid fertiggestellt werden.
Bis Ende 1999 ist der noch verbliebene Streckenteil bis Mülheim-Heißen von der DB betrieben worden. Bemühungen seitens der Städte Essen und Mülheim, die
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| Die Brücke Frohnhauser Weg wird verschwinden |
Der neue Weg wird in einer Breite von drei Metern ausgebaut und eine wassergebundene Decke bekommen. Insgesamt sieben Brücken müssen saniert werden, wobei man in Höhe des Grugaparks eine Brücke gleich vollständig erneuert, um das Durchfahrtprofil für die Zufahrt zum geplanten Hundertwasser-Kinderhaus zu erweitern. Die Brücke am Frohnhauser Weg wird dagegen komplett abgerissen, womit ein auch bei Radfahrern ungeliebtes Nadelöhr verschwindet.
Die neue Radroute stellt nicht nur eine interessante Verbindung zum Essener Grugapark dar, auch das Rhein-Ruhr-Zentrum wird zukünftig für Radfahrer einfacher erreichbar sein. Überhaupt wird es etliche Zufahrten zur Trasse geben. Im Zuge der von der Emschergenossenschaft geplanten Renaturierung des Borbecker Mühlenbachs in Höhe der Bramkampstraße wird, wenn auch etwas später, eine neue Brücke über den Bach gebaut. Quasi nebenbei entsteht damit eine neue attraktive Querverbindung für Radfahrer und Fußgänger zwischen der Margarethenhöhe und Holsterhausen.
Die zukünftig etwa zehn Kilometer lange Radroute zwischen Essen-Steele und Mülheim-Heißen liegt nicht einfach isoliert in der Landschaft. Bereits heute kann man in Richtung Osten durch das Ruhrtal bis nach Hattingen, zum Kemnader Stausee und weiter radeln. In Bochum-Dahlhausen zweigt eine mehrere Kilometer lange Radroute ab, die bis hinauf in den Stadtteil Weitmar führt.
In Richtung Westen wird die Route wie erwähnt am Frohnhauser Weg enden. Aber in Mülheim wird bereits laut über eine Weiterführung nachgedacht. Im Gespräch ist die seit Mitte Dezember stillgelegte Rheinische Bahn, eine Güterzugstrecke, die von Bochum und Essen kommend ab Heißen parallel zur Bergisch-Märkischen Strecke (der heutigen Hauptbahnstrecke durch das Ruhrgebiet) bis zum Mülheimer Hauptbahnhof führt. Zwar ist besagte Trasse auch für den unseligen Metrorapid vorgesehen, bekanntlich steht dessen Realisierung nach wie vor auf recht wackligen Beinen. Im weiteren Verlauf wäre eine Weiterführung der Radroute über die Ruhr hinaus auf besagter Rheinischen Bahntrasse sogar bis nach Duisburg denkbar.
Ebenso denkbar wäre eine Weiterführung der Radroute über die Rheinische Bahntrasse in entgegengesetzter Richtung nordostwärts, also von Mülheim-Heißen über Essen-Altendorf bis zur Essener Universität. Zumindest der Teilabschnitt ab Altendorf ist von der Essener Verwaltung bereits in eine Liste möglicher Radrouten auf ehemaligen Bahntrassen aufgenommen worden.
Der Essener Ratsherr Klaus Diekmann hat eine weitere Variante ins Gespräch gebracht. Er möchte vom Frohnhauser Weg aus eine Radtoute nordwärts unter der Hauptbahntrasse hindurch in Richtung Borbeck vorantreiben. Damit wäre endlich auch eine sinnvolle Möglichkeit zur Umfahrung der drei kurz hintereinander liegenden, extrem schmalen Unterführungen Schönebeckweg / Heißener Straße geschaffen, welche heute eine für Radfahrer wie Fußgänger lebensgefährliche Verbindung darstellen. Diese Variante würde auch eine Weiterführung über Borbeck bis zum Rhein-Herne-Kanal und damit bis nach Oberhausen ermöglichen. Das Radroutennetz im Ruhrgebiet wächst auch weiterhin -- hoffentlich nicht nur ein Wunschtraum.
Was aber nützt die schönste Radroute, wenn an entscheidender Stelle eine Lücke bleibt. Genau dieses zeichnet sich ab, denn der KVR hat die ehemalige Bahntrasse nur bis zur Grugahalle erwerben können. Das nahezu ein Kilometer lange Teilstück im Bereich des ehemaligen Rüttenscheider Bahnhofs ist statt dessen von der Essener Hopf-Immobiliengruppe aufgekauft worden. Es steht zu befürchten, dass es keinen Anschluss zum bereits bestehenden Radweg ins Ruhrtal nach Steele geben wird.
Zwar ist derzeit noch nicht bekannt, was auf dem Gelände konkret geplant wird. Es darf aber angenommen werden, dass eine derart große Immobilienfirma, wie sie die Hopf-Gruppe darstellt, auf dieser herausragend gelegen Fläche etwas Großes
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| Ehemaliger Rüttenscheider Bahnhof: Der Fortbestand des hier zu sehenden Radweges ist gefährdet |
Das ist aber noch nicht alles. Die Essener Messe wird unmittelbar neben der Grugahalle einen großen Hotelkomplex hinsetzen, von welchem ebenfalls noch nicht klar ist, wieweit dieser sich auf das ehemalige Bahngelände ausdehnen wird. Schöne Aussichten für Radfahrer, wenn für sie auf einer nahezu drei Millionen Euro teuren Radtrasse an entscheidender Stelle schlicht und ergreifend Schluss ist.
J.B.
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