Neues für Essens Radler
Kreuzung Wuppertaler Straße / Marie-Juchacz-Straße wird für Radler zur Sicherheitsfalle
Die rot eingefärbten Querungshilfen für Radfahrer an dieser vielbefahrenen
Kreuzung werden nun tatsächlich entfernt! Damit hat sich die Verwaltung mit
Hilfe der CDU sowohl in der zuständigen Bezirksvertetung II wie auch im
Bauausschuss durchsetzen können.
Vorausgegangen waren Überlegungen, wie man diese Gefahrenstelle für Radfahrer
entschärfen könnte. Auch EFI und ADFC hatten sich an der Diskussion beteiligt
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| Marie-Juchacz-Straße: Hier leben Radfahrer demnächst noch gefährlicher! |
(siehe RiP
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/ 2001). Zumindest bei der Ursachenanalyse herrschte noch
weitgehend Übereinstimmung, dass nämlich die abbiegenden, nicht
vorfahrtberechtigten Autofahrer viel zu schnell und ohne Rücksicht auf querende
Radfahrer und Fußgänger in die Kreuzung einbiegen und damit maßgeblich Schuld
an diesen Unfällen tragen. Begünstigt wird dies vor allem durch die
freigeführte Rechtsabbiegespur, ein Ortstermin veranschaulichte diese Tatsache
deutlich.
Und trotzdem zeigte sich die Verwaltung nicht einsichtig. Der Autoverkehr
jedenfalls wird also zunächst keinen Restriktionen unterworfen werden, es wird
also weiterhin an dieser Stelle gerast werden können. Mittelfristig ist
geplant, den Kurveradius der freigeführten Rechtsabbiegerspur zu verkleinern
und damit die Geschwindigkeit zu drücken. Langfristig soll unter der Brücke der
Marie-Juchacz-Straße der Ruhrradwanderweg mit der Straße Zornige Ameise
verbunden werden.
Bis dahin werden allein den Radfahrern Beschränkungen auferlegt werden. Der
kombinierte Radgehweg wird zum Gehweg mit dem Zusatz "Radfahrer frei"
umgewidmet, gleichzeitig eines der wesentlichen optischen Sicherheitselemente
entfernt werden -- die rot eingefärbte Radfahrerfurt. Das ganze führt dazu, dass
auch die derzeit noch bestehende Vorfahrtberechtigung für Radfahrer entfällt!
Und das an einer der meistfrequentierten Radrouten im Essener Stadtgebiet. Eine
Entscheidung, die für eine sich fahrradfreundlich nennenden Stadt ein
Armutszeugnis sondergleichen darstellt.
J.B.
Kerckhoffstraße wird endgültig keine Fahrradstraße
Ein weiteres Mal hat die CDU dafür gesorgt, dass das Hauptradroutennetz in
Essen auch zukünftig für Radfahrer wesentliche Lücken aufweisen wird.
Bereits zum dritten Mal hatte die für den Essener Westen zuständige
Bezirksvertretung III versucht, einen Beschluss für die Einrichtung einer
Fahrradstraße in der Kerckhoffstraße (zwischen Berliner und Onckenstraße) zu
erwirken. Die Befürworter -- SPD, Grüne und PDS -- hätten hierzu eigentlich auch
die erforderliche eine Stimme Mehrheit besessen, wenn nicht jedesmal eines
ihrer Mitglieder bei den entscheidenden Sitzungen gefehlt hätte. Bei
Stimmengleichheit gilt ein Antrag jedoch als abgelehnt. Und so ist es auch
wieder bei besagtem dritten Versuch geschehen. Da hat die CDU natürlich
leichtes Spiel bei ihrer Anti-Radverkehrspolitik, selbst wenn sie eigentlich
nicht die Mehrheit besitzt!
J.B.
Nordradroute bald fertiggestellt?
Wesentliche Bereiche der Nordradroute sind in den letzten Monaten
fertiggestellt worden. Dazu gehört sogar ein zurück gebauter Straßenabschnitt!
Es handelt sich um die ehemalige Umgehungsfahrbahn der Altenessener Straße
südlich des Stauderkreisels. Mittlerweile überflüssig, ist sie nunmehr zum Rad-
und Gehweg umgebaut worden, so dass man nun den Abschnitt zwischen Palmbuschweg
und der Wilhelm-Nieswandt-Allee völlig abseits der Hauptstraße mit dem Rad
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| Altenessen: Neuer Radweg auf zurückgebauter Autostraße |
befahren kann. Leider nicht mehr zu ändern (und für die nächsten Jahre
zementiert) ist dagegen der völlig verkorkste Bereich der Altenessener Straße
um den Bahnhof Altenessen. Die SPD hatte bereits vor Jahren die Entscheidung
getroffen, dass hier heute nur punktuell Radverkehrsanlagen existieren.
Fast völlig ungehindert können die Radfahrer dagegen mittlerweile die
Nordradroute jenseits des Stauderkreisels bis zur Gelsenkirchener Stadtgrenze
befahren. Zwar muss man auf diesem mehrere Kilometer lange Abschnitt dauernd
von Radfahrstreifen auf konventionelle Radwege und umgekehrt wechseln, letztere
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| Neue Radfahrstreifen und VRR-Bügel auf der Karnaper Straße |
weisen aber zumeist eine ausreichende Breite auf. Was derzeit noch fehlt, ist
ein kurzer Abschnitt in Richtung Norden zwischen Böhmerheide und
II.Schichtstraße. Der Baubeschluss ist aber kürzlich erfolgt.
Momentan umgestaltet wird der südliche Abschnitt der Nordradroute zwischen
Viehofer Platz und Bahnhof Altenessen. Die Altenessener Straße wird hier bis
zur Unsuhrstraße zur Fahrradstraße umgewidmet werden. In Kürze folgen dann auch
die Ellern- und die Bäuminghausstraße.
J.B.
Interessante Querungshilfen auf der Nordost-Radroute
Für den Kreuzungsbereich Stoppenberger Straße / Beisingstraße / Am Freistein
hat man für Radfahrer eine nicht nur für Essener Verhältnisse bespielhafte
Querungsmöglichkeit gefunden. Die Hauptradroute kreuzt hier den riesigen
Fahrbahnbereich der Stoppenberger Straße, in dessen Mitte sich zudem eine
Straßenbahntrasse befindet. Der Radler kann hier in beiden Richtungen auf
jeweils getrennten Spuren die Fahrbahn queren. Bis zur Straße Am Freistein muss
der Radfahrer dann etwa zwanzig Meter über den Gehweg geführt werden, ebenfalls
auf zwei separaten Radspuren. Und im Einmündungsbereich der Straße Am Freistein
(Fahrradstraße!) hat man zwecks Geschwindigkeitsminderung des Autoverkehrs eine
großflächige Aufpflasterung angelegt. Lediglich über die Wartezeit an der
Ampelanlage sowie über die z.T. heftigen Unebenheiten im Bereich der
Straßenbahnschienen wird man sich noch einmal unterhalten müssen. Ansonsten ist
dies eine beispielhafte Lösung für einen komplexen Kreuzungsbereich, leider
bislang relativ einmalig in Essen.
J.B.
Neue Fahrradabstellanlagen
Zahlreiche neue Fahrradabstellbügel vom Typ Rhein-Ruhr sind an den neuen
Haltestellen an der U-Bahn-Nordstrecke entlang der Altenessener Straße und der
Karnaper Staße sowie entlang der neugestalteten U-Bahntrasse in Holsterhausen
und der Margarethenhöhe zu finden. Auch am Einkaufszentrum in Altenessen sind
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| Die Fahrradabstellanlage vor der ehemaligen Postbank |
neue VRR-Bügel aufgestellt worden. Endlich ersetzt worden sind die auf Druck
des Kaufhof-Konzerns entfernten VRR-Bügel am nordwestlichen Ende des
Willy-Brandt-Platzes. Die neue Abstellanlage befindet sich am Anfang der
Rathenaustraße um einen Baum gruppiert vor der Dresdener Bank. Außerdem wurde
die südlich des Hauptbahnhofes befindliche Fahrradabstellanlage vor der
früheren Postbank mit einem Dach versehen.
J.B.
Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Sommer 2002.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de