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RAD im Pott Sommer 2002 Essen

Neues für Essens Radler

Kreuzung Wuppertaler Straße / Marie-Juchacz-Straße wird für Radler zur Sicherheitsfalle

Die rot eingefärbten Querungshilfen für Radfahrer an dieser vielbefahrenen Kreuzung werden nun tatsächlich entfernt! Damit hat sich die Verwaltung mit Hilfe der CDU sowohl in der zuständigen Bezirksvertetung II wie auch im Bauausschuss durchsetzen können.

Vorausgegangen waren Überlegungen, wie man diese Gefahrenstelle für Radfahrer entschärfen könnte. Auch EFI und ADFC hatten sich an der Diskussion beteiligt
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Marie-Juchacz-Straße: Hier leben Radfahrer demnächst noch gefährlicher!
(siehe RiP 3 + 4 / 2001). Zumindest bei der Ursachenanalyse herrschte noch weitgehend Übereinstimmung, dass nämlich die abbiegenden, nicht vorfahrtberechtigten Autofahrer viel zu schnell und ohne Rücksicht auf querende Radfahrer und Fußgänger in die Kreuzung einbiegen und damit maßgeblich Schuld an diesen Unfällen tragen. Begünstigt wird dies vor allem durch die freigeführte Rechtsabbiegespur, ein Ortstermin veranschaulichte diese Tatsache deutlich.

Und trotzdem zeigte sich die Verwaltung nicht einsichtig. Der Autoverkehr jedenfalls wird also zunächst keinen Restriktionen unterworfen werden, es wird also weiterhin an dieser Stelle gerast werden können. Mittelfristig ist geplant, den Kurveradius der freigeführten Rechtsabbiegerspur zu verkleinern und damit die Geschwindigkeit zu drücken. Langfristig soll unter der Brücke der Marie-Juchacz-Straße der Ruhrradwanderweg mit der Straße Zornige Ameise verbunden werden.

Bis dahin werden allein den Radfahrern Beschränkungen auferlegt werden. Der kombinierte Radgehweg wird zum Gehweg mit dem Zusatz "Radfahrer frei" umgewidmet, gleichzeitig eines der wesentlichen optischen Sicherheitselemente entfernt werden -- die rot eingefärbte Radfahrerfurt. Das ganze führt dazu, dass auch die derzeit noch bestehende Vorfahrtberechtigung für Radfahrer entfällt! Und das an einer der meistfrequentierten Radrouten im Essener Stadtgebiet. Eine Entscheidung, die für eine sich fahrradfreundlich nennenden Stadt ein Armutszeugnis sondergleichen darstellt.

J.B.

Kerckhoffstraße wird endgültig keine Fahrradstraße

Ein weiteres Mal hat die CDU dafür gesorgt, dass das Hauptradroutennetz in Essen auch zukünftig für Radfahrer wesentliche Lücken aufweisen wird. Bereits zum dritten Mal hatte die für den Essener Westen zuständige Bezirksvertretung III versucht, einen Beschluss für die Einrichtung einer Fahrradstraße in der Kerckhoffstraße (zwischen Berliner und Onckenstraße) zu erwirken. Die Befürworter -- SPD, Grüne und PDS -- hätten hierzu eigentlich auch die erforderliche eine Stimme Mehrheit besessen, wenn nicht jedesmal eines ihrer Mitglieder bei den entscheidenden Sitzungen gefehlt hätte. Bei Stimmengleichheit gilt ein Antrag jedoch als abgelehnt. Und so ist es auch wieder bei besagtem dritten Versuch geschehen. Da hat die CDU natürlich leichtes Spiel bei ihrer Anti-Radverkehrspolitik, selbst wenn sie eigentlich nicht die Mehrheit besitzt!

J.B.

Nordradroute bald fertiggestellt?

Wesentliche Bereiche der Nordradroute sind in den letzten Monaten fertiggestellt worden. Dazu gehört sogar ein zurück gebauter Straßenabschnitt! Es handelt sich um die ehemalige Umgehungsfahrbahn der Altenessener Straße südlich des Stauderkreisels. Mittlerweile überflüssig, ist sie nunmehr zum Rad- und Gehweg umgebaut worden, so dass man nun den Abschnitt zwischen Palmbuschweg und der Wilhelm-Nieswandt-Allee völlig abseits der Hauptstraße mit dem Rad
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Altenessen: Neuer Radweg auf zurückgebauter Autostraße
befahren kann. Leider nicht mehr zu ändern (und für die nächsten Jahre zementiert) ist dagegen der völlig verkorkste Bereich der Altenessener Straße um den Bahnhof Altenessen. Die SPD hatte bereits vor Jahren die Entscheidung getroffen, dass hier heute nur punktuell Radverkehrsanlagen existieren.

Fast völlig ungehindert können die Radfahrer dagegen mittlerweile die Nordradroute jenseits des Stauderkreisels bis zur Gelsenkirchener Stadtgrenze befahren. Zwar muss man auf diesem mehrere Kilometer lange Abschnitt dauernd von Radfahrstreifen auf konventionelle Radwege und umgekehrt wechseln, letztere
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Neue Radfahrstreifen und VRR-Bügel auf der Karnaper Straße
weisen aber zumeist eine ausreichende Breite auf. Was derzeit noch fehlt, ist ein kurzer Abschnitt in Richtung Norden zwischen Böhmerheide und II.Schichtstraße. Der Baubeschluss ist aber kürzlich erfolgt.

Momentan umgestaltet wird der südliche Abschnitt der Nordradroute zwischen Viehofer Platz und Bahnhof Altenessen. Die Altenessener Straße wird hier bis zur Unsuhrstraße zur Fahrradstraße umgewidmet werden. In Kürze folgen dann auch die Ellern- und die Bäuminghausstraße.

J.B.

Interessante Querungshilfen auf der Nordost-Radroute

Für den Kreuzungsbereich Stoppenberger Straße / Beisingstraße / Am Freistein hat man für Radfahrer eine nicht nur für Essener Verhältnisse bespielhafte Querungsmöglichkeit gefunden. Die Hauptradroute kreuzt hier den riesigen Fahrbahnbereich der Stoppenberger Straße, in dessen Mitte sich zudem eine Straßenbahntrasse befindet. Der Radler kann hier in beiden Richtungen auf jeweils getrennten Spuren die Fahrbahn queren. Bis zur Straße Am Freistein muss der Radfahrer dann etwa zwanzig Meter über den Gehweg geführt werden, ebenfalls auf zwei separaten Radspuren. Und im Einmündungsbereich der Straße Am Freistein (Fahrradstraße!) hat man zwecks Geschwindigkeitsminderung des Autoverkehrs eine großflächige Aufpflasterung angelegt. Lediglich über die Wartezeit an der Ampelanlage sowie über die z.T. heftigen Unebenheiten im Bereich der Straßenbahnschienen wird man sich noch einmal unterhalten müssen. Ansonsten ist dies eine beispielhafte Lösung für einen komplexen Kreuzungsbereich, leider bislang relativ einmalig in Essen.

J.B.

Neue Fahrradabstellanlagen

Zahlreiche neue Fahrradabstellbügel vom Typ Rhein-Ruhr sind an den neuen Haltestellen an der U-Bahn-Nordstrecke entlang der Altenessener Straße und der Karnaper Staße sowie entlang der neugestalteten U-Bahntrasse in Holsterhausen und der Margarethenhöhe zu finden. Auch am Einkaufszentrum in Altenessen sind
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Die Fahrradabstellanlage vor der ehemaligen Postbank
neue VRR-Bügel aufgestellt worden. Endlich ersetzt worden sind die auf Druck des Kaufhof-Konzerns entfernten VRR-Bügel am nordwestlichen Ende des Willy-Brandt-Platzes. Die neue Abstellanlage befindet sich am Anfang der Rathenaustraße um einen Baum gruppiert vor der Dresdener Bank. Außerdem wurde die südlich des Hauptbahnhofes befindliche Fahrradabstellanlage vor der früheren Postbank mit einem Dach versehen.

J.B.


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Sommer 2002.
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